Hype oder Game Changer?

479948
Bild: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com

Seit der Einführung von ChatGPT haben Large Language Models große Aufmerksamkeit erlangt. Ein LLM ist eine generative künstliche Intelligenz, die menschliche Sprache verarbeiten, erzeugen und analysieren kann. Für die Digitalisierung eröffnen sich damit neue Chancen: von der Automatisierung und Effizienzsteigerung von Prozessen über Entscheidungsfindung bis hin zu neuen Geschäftsmodellen.

Der steinige Weg zur eigenen KI

Um LLMs im industriellen Umfeld zu nutzen, sind verschiedene Aspekte zu beachten. Zunächst müssen Compliance-Vorgaben und Vorschriften für den Betrieb von IT-Systemen berücksichtigt werden. Dabei stehen Vertraulichkeit, Datenspeicherung und Datenabflüsse im Fokus. Rechtliche Fragen zum geistigen Eigentum und der aktuelle Diskurs zu Urheberrechtsverletzungen sind ebenfalls relevant. Dies beeinflusst die Wahl der Modelle, der Anbieter und den IT-Betrieb (Cloud oder On-Premise). Viele kommerzielle Tools sind cloudbasiert, was den Datentransfer zu externen Anbietern erfordert. On-Premise-Systeme bieten mehr Kontrolle über die Daten, schränken jedoch die Modellwahl ein..

Modellauswahl und Training

Die vielen verfügbaren Modelle unterscheiden sich in ihrer Größe, Spezialisierung und Genauigkeit. Welches sich eignet, hängt vom Anwendungsfall ab. Neben kommerziellen Modellen wie ChatGPT gibt es auch freie Modelle wie LLama 3 von Meta. Größere Modelle liefern oft bessere Ergebnisse, erfordern aber teure Hardware – eine Hürde für kleinere Unternehmen. Um LLMs in das Unternehmen zu integrieren, müssen diese auf Unternehmensdaten zugreifen. Dafür haben sich die Ansätze In-Context-Learning, Finetuning und Retrieval-Augmented Generation (RAG) etabliert. Bei der Nutzung dieser Methoden gilt es, technische Hürden mit Hilfe von KI-Experten zu überwinden und die geeignete Infrastruktur zu wählen, die den Einsatz deutlich vereinfacht.

Forschung läuft auf Hochtouren

Die LLMs werden rasant weiterentwickelt, um die Produktivität zu erhöhen und neue Anwendungsbereiche zu erschließen. Verbesserungen werden im Halluzinationsmanagement, in der Nachvollziehbarkeit sowie bei schnelleren, effizienteren Modellen erwartet. Auch das logische Denken, bisher eine Schwäche der LLMs, ist ein intensives Forschungsfeld. Zudem entwickeln sich KI-Agenten für komplexere Aufgaben zügig weiter. Mit höherer Leistungsfähigkeit verdrängen LLMs bereits bisherige trainingsintensive Deep-Neural-Network-Architekturen, etwa in der Text- und Bildverarbeitung. Gleichzeitig ist mit einer Konsolidierung der Modellanbieter und Akteure zu rechnen. Daher sollten sich die in den eigenen Systemen verwendeten Modelle möglichst einfach austauschen lassen.

Seiten: 1 2



  • Catherine Kniker wird CSO bei PTC

    Catherine Kniker wird CSO bei PTC

    Mit dem Wechsel von Kathleen Mitford zu Microsoft wird Catherine Kniker zur EVP (Executive Vice Presdient) und Chief Stategy Officer bei PTC ernannt.

    mehr lesen: Catherine Kniker wird CSO bei PTC

  • Carsten Stiller wird Geschäftsführer bei Cybus

    Carsten Stiller wird Geschäftsführer bei Cybus

    Gemeinsam mit CEO Peter Sorowka leitet Carsten Stiller seit 1. April das Softwareunternehmen Cybus. Er verantwortet die Bereiche Marketing und Vertrieb.

    mehr lesen: Carsten Stiller wird Geschäftsführer bei Cybus

  • Dirk Didascalou wird CTO bei Siemens Digital Industries

    Dirk Didascalou wird CTO bei Siemens Digital Industries

    Siemens Digital Industries bekommt einen neuen CTO. Dirk Didascalou soll zum 1. September neuer Technikchef werden.

    mehr lesen: Dirk Didascalou wird CTO bei Siemens Digital Industries

  • Unveränderte Geschäftslage und Optimismus für 2021

    Unveränderte Geschäftslage und Optimismus für 2021

    Die Wirtschaft blickt überwiegend optimistisch in die Zukunft: Knapp 40 Prozent der Unternehmen wollen laut der jüngsten Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft 2021 im Vergleich zu 2020 mehr produzieren.

    mehr lesen: Unveränderte Geschäftslage und Optimismus für 2021

  • Künstliche Intelligenz erklärbar machen

    Künstliche Intelligenz erklärbar machen

    Künstliche Intelligenz hat meistens Black-Box-Charakter. Doch nur Transparenz kann Vertrauen schaffen. Um die jeweiligen Lösungswege künstlicher Intelligenz zu erklären, gibt es spezielle Software-Lösungen. Eine Studie des Fraunhofer IPA hat die…

    mehr lesen: Künstliche Intelligenz erklärbar machen

  • Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

    Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

    Quantencomputer können komplexe Berechnungen schneller durchführen als beispielsweise heutige Superrechner. Wie eine Befragung des Bitkom zeigt, verspricht sich die deutsche Wirtschaft viel von der Technologie.

    mehr lesen: Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

  • Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

    Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

    Künstliche Intelligenz auch für KMUs nutzbar machen. Das ist das Ziel des Modellprojekts ’KI-Transfer Plus’

    mehr lesen: Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

  • Weniger Daten für geringere Emissionen

    Weniger Daten für geringere Emissionen

    Weltweit entstehen 6,4Mio.t CO2 durch den Speicherbetrieb in Rechenzentren. Dabei werden viele der gespeicherten Daten gar nicht mehr gebraucht – es handelt sich um sogenannte Dark Data.

    mehr lesen: Weniger Daten für geringere Emissionen

  • Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

    Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

    Seit April hat die Cosmo Consult-Gruppe einen neuen Geschäftsbereich gestartet. In diesem sollen Beratungsleistungen für Digitalisierungsprojekte gebündelt werden.

    mehr lesen: Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

  • Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

    Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

    Pierre Tanguy übernimmt bei Creaform die Vertriebsleitung für die DACH-Region und folgt damit auf Stefan Hoheisel.

    mehr lesen: Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

  • Intralogistik und Produktion zusammenbringen

    Intralogistik und Produktion zusammenbringen

    Im Projekt BaSynaos wollen Synaos und das DFKI den Datenaustausch zwischen Assets aus der Produktion und der Logistik ermöglichen. Dabei greifen die Forschungspartner auf das im Vorgängerprojekt BaSys 4.0 entwickelte…

    mehr lesen: Intralogistik und Produktion zusammenbringen

  • Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

    Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

    Der Maschinenmarkt für Antriebe könnte bis 2030 jährlich um knapp 3 Prozent schrumpfen, Umsätze mit Werkzeugmaschinen für elektrische Antriebe wachsen hingegen mit mehr 10 Prozent. Dies prognostiziert die Unternehmensberatung McKinsey…

    mehr lesen: Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken