Was Sie für den digitalen Produktpass brauchen

SQLI DPP 01 T Shirt 110mm x 195mm 300dpi CMYK
Bild: SQLI Deutschland GmbH

Die Politik der EU wirkt daraufhin, die Digitalisierung künftig für die Kreislauffähigkeit von Produkten zu nutzen. Dafür soll der Digital Product Passport (DPP) relevante Daten zu einem Produkt entlang der Wertschöpfungskette digital verfügbar machen. Kundinnen und Kunden sollen so die derzeit häufig noch fehlenden Informationen zu Entsorgung, Wiederverwendung und Wiederherstellung eines Produkts erhalten. Bereits 2026 soll der DPP für initiale Produktgruppen eingeführt werden, bis 2030 dann sukzessive für Batterien (auch Autobatterien), Elektronik-, Informationstechnologie- und Plastikartikel sowie Textilien. Spätestens 2030 ist der DPP somit für alle Produkte verpflichtend, die in der EU verkauft werden.

Pie Chart with text 170mm x 87mm
Bild: SQLI Deutschland GmbH

Wirtschaften im Kreislauf

Für Unternehmen bedeutet die Vorgabe erheblichen Aufwand, der weit mehr Prozesse betrifft, als die bloße Bereitstellung der erforderlichen Informationen. Denn entlang der Wertschöpfungskette und des Lebenszyklus eines Produkts müssen Hersteller künftig Transparenz sicherstellen, was enge Zusammenarbeit und nachvollziehbare Kommunikation mit allen beteiligten Akteuren vor und nach dem Kauf eines Produkts erfordert. Unternehmen müssen ihre Lieferketten überdenken und gerade bei außereuropäisch produzierten Artikeln entscheiden, mit wem sie noch zusammenarbeiten wollen. Zusätzlich betreffen die Vorgaben des DPP die verwendeten Materialien und das Design eines Produkts maßgeblich: Alle Teile müssen austauschbar und wiederverwendbar sein, um etwa Reparaturen zu ermöglichen und die Materialien in der Kreislaufwirtschaft halten zu können.

IT-Systeme und Prozesse

Um das technisch umzusetzen, müssen Prozesse für die Datenpflege etabliert und gegebenenfalls überarbeitete Datenmodelle im ERP/PIM-System eingeführt werden, die auch für die kontrollierenden Behörden zugänglich sind. Zudem braucht es für die Erstellung des DPP passende IT-Systeme, die Produktinformationen erfassen und für die verschiedenen Zielgruppen unterschiedlich verwalten, denn Behörden benötigen andere Informationen als die Kundschaft. Diese Systeme müssen gegebenenfalls neu in die IT-Landschaft des Unternehmens integriert werden.

Datenintegration und Automatisierung

Um Fehler wie Lücken im DPP, nonkonforme Prozesse, rechtliche Konsequenzen, eine fragmentierte und ineffiziente Datenlandschaft und Überlastung der Mitarbeitenden zu vermeiden, dürfte der Einsatz von Datenintegrationssystemen, Datenmanagement- und Cloud-Technologien sowie Automatisierungstechniken entscheidend sein. Modulare IT-Systeme, die leicht anpassbar und erweiterbar sind, um schnell auf Veränderungen reagieren zu können, erweisen sich hierfür als ideal. Auch Cloud-Systeme können interessant sein, weil sie ebenfalls skalieren und sich Datenzugriffe leicht verwalten lassen.

Seiten: 1 2 3



  • Pepperl+Fuchs übernimmt Aava

    Pepperl+Fuchs übernimmt Aava

    Das finnische Unternehmen Aava gehört ab sofort zur Pepperl+Fuchs-Gruppe. Das Unternehmen bietet u.a. Tablet Computer für die Industrie ab.

    mehr lesen: Pepperl+Fuchs übernimmt Aava

  • Manufacturing Execution-Systeme im Vergleich

    Manufacturing Execution-Systeme im Vergleich

    Der vom Trovarit Competence Center MES in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) und dem VDI herausgegebene ’Aachener Marktspiegel Business Software – MES/Fertigungssteuerung 2021/2022‘, untersucht das Angebot…

    mehr lesen: Manufacturing Execution-Systeme im Vergleich

  • Weniger Kurzarbeit im August

    Weniger Kurzarbeit im August

    In Deutschland waren im August nach Angaben des Ifo Instituts 688.000 Menschen in Kurzarbeit, ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vormonat. Die Lieferengpässe in der Industrie hatten demnach kaum Auswirkungen…

    mehr lesen: Weniger Kurzarbeit im August

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Konjunkturerwartungen gehen zurück

    Konjunkturerwartungen gehen zurück

    Zum vierten Mal in Folge haben die ZEW-Konjunkturerwartungen ein Minus verzeichnet. Der Index lag in der September-Umfrage bei 26,5 Punkten nach 40,4 Punkten im Vormonat. Die aktuelle Lage wird jedoch…

    mehr lesen: Konjunkturerwartungen gehen zurück

  • Bestellungen im Maschinenbau im Juli steigen kräftig

    Bestellungen im Maschinenbau im Juli steigen kräftig

    Die Auftragsbücher im Maschinen- und Anlagenbau haben sich wegen der guten Weltkonjunktur und einer schwachen Vorjahresbasis auch im Juli kräftig gefüllt.

    mehr lesen: Bestellungen im Maschinenbau im Juli steigen kräftig

  • Ifo-Exporterwartungen sinken im August

    Ifo-Exporterwartungen sinken im August

    Die Ifo-Exporterwartungen sind im August gesunken. In einigen Branchen gingen die Erwartungen dabei deutlich zurück, in der Automobilindustrie zeigen sich die Unternehmen jedoch optimistischer.

    mehr lesen: Ifo-Exporterwartungen sinken im August

  • Fortschritt bei künstlicher Intelligenz

    Fortschritt bei künstlicher Intelligenz

    Laut aktuellem KI-Monitor von BVDW und IW Köln kommt das Thema Künstliche Intelligenz in Deutschland voran. Die Wirtschaft ist dabei der größte Treiber — alle Betrachtungsindikatoren haben sich in diesem…

    mehr lesen: Fortschritt bei künstlicher Intelligenz

  • Digital Twins helfen bei Neuorganisation

    Digital Twins helfen bei Neuorganisation

    Industrieunternehmen organisieren sich neu, so eine Sopra Steria-Studie. Und das betrifft nicht nur interne, sondern auch externe Abläufe. Dabei spielt auch der Einsatz des digitalen Zwillings eine Rolle.

    mehr lesen: Digital Twins helfen bei Neuorganisation

  • Dibac wird Teil der GUS Group

    Dibac wird Teil der GUS Group

    Mit Dibac hat die GUS Group zum 1. August einen auf Farben- und Lacke-Industrie spezialisierten ERP-Anbieter übernommen.

    mehr lesen: Dibac wird Teil der GUS Group

  • Industrie 4.0-Kompetenzen in der Weiterbildung

    Industrie 4.0-Kompetenzen in der Weiterbildung

    Sozialpartner aus der Metall- und Elektroindustrie setzen neue Standards für die Weiterbildung der Mitarbeiter. Diese betreffen insgesamt sieben Handlungsfelder.

    mehr lesen: Industrie 4.0-Kompetenzen in der Weiterbildung

  • Mercedes ernennt Chief Software Officer

    Mercedes ernennt Chief Software Officer

    Mit MB.OS soll bei Mercedes ein eigenes Fahrzeug-Betriebssystem entstehen. Dessen Entwicklung verantwortet zukünftig Magnus Östberg, der die neu geschaffene Position des Chief Software Officers übernimmt.

    mehr lesen: Mercedes ernennt Chief Software Officer