Von Intuition zu Information

Extreme Macro Close Up of Precision CNC Laser Cutting Head Nozzle Cutting Flat Steel Sheet Blue Beam
Bild: ©olga_demina/stock.adobe.com

In der Blechfertigung hat die Angebotserstellung lange stark auf Erfahrung beruht. Vertriebsteams haben Fachwissen durch direkten Kontakt zur Produktion aufgebaut, sie lernten die schnelle Interpretation von Zeichnungen und entwickelten ein Gespür für die Materie. Das persönliche Urteilsvermögen wurde zu einem wichtigen Unterscheidungsmerkmal in der Kundenbetreuung.

Doch die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Das Tempo der industriellen Zulieferung lässt wenig Raum für Improvisation. Kunden senden oft dieselbe Zeichnung an mehrere Lieferanten und erwarten innerhalb weniger Stunden ein Angebot. Der Preis bleibt ein entscheidender Faktor – Konsistenz ist ebenso wichtig. Ein wettbewerbsfähiges Angebot, das nicht die tatsächlichen Produktionskosten widerspiegelt, verursacht in der Fertigung Probleme und ist auf Dauer nicht wirtschaftlich. Ein zu vorsichtig kalkuliertes Angebot führt selten zu einem Auftrag.

Informationen beschaffen

Die Fähigkeiten eines Vertriebsteams sind selten das Problem. Die Limitierung besteht in den Informationen, die zum Zeitpunkt der Angebotserstellung verfügbar sind. Das Paradoxon: Der Preis muss vor dem eigentlichen Produktionsprozess festgelegt werden. Jedoch setzen sich die wirklichen Kosten aus Faktoren wie Materialausnutzung, Verschachtelungsstrategie, Kombination mit anderen Aufträgen, dem Ausschussanteil und den reale Maschinenlaufzeiten zusammen – diese Informationen sind jedoch in der Regel erst dann verfügbar, wenn das Angebot schon verschickt ist.

In der Angebotsphase stützen sich Vertriebsteams daher auf frühere Referenzen, persönliches Urteilsvermögen und auf Tabellenkalkulationen, die eine komplexe Produktionsrealität oft stark vereinfachen.

Mit realen Produktionsdaten kalkulieren

In Fabriken mit bereits jetzt weit fortgeschrittener Digitalisierung liegen die relevanten Daten schon vor. Produktions- und Managementsysteme wie sie etwa auch Lantek anbietet, dokumentieren, wie Teile verschachtelt werden, welche Materialausbeute erzielt wird und auch die tatsächlichen Maschinenlaufzeiten. Hier kommt es jedoch nicht nur darauf an, diese Informationen zu erfassen, sondern sie möglichst früh zu nutzen. Nämlich dann, wenn der Prozess noch nicht definiert ist und das Angebot noch erstellt und versandt werden muss.

iQUOTING Blick auf den Bildschirm

Schneller reagieren

Die Lantek-Software iQuoting unterstützt Blechbearbeitungsunternehmen dabei, den Angebotsprozess zu digitalisieren. Teams können schneller und mit weniger internen Reibungsverlusten reagieren.

Zur frühen Kostenschätzung kombiniert die Plattform mehrere Vorgehensweisen: Sie berücksichtigt Geschäftsregeln, nutzt Berechnungsmodelle auf Grundlage des Produktionsprozesses sowie Machine-Learning-Modelle, die mit realen Fertigungs- und Verkaufsdaten trainiert werden – sofern ausreichende Informationen vorliegen. Bei geringem historischen Datenbestand stützt sich das System auf parametrisierte Modelle und Kriterien, die vom Unternehmen selbst definiert werden. So können vom ersten Tag an Angebote erstellt und ihre Genauigkeit mit wachsender Datenbasis immer weiter verbessert werden. KI bietet hier eine zusätzliche Funktion und nicht die Grundlage des Systems.

Vertriebsteams erhalten eine objektive Referenz, die Unsicherheiten in einem kritischen Moment verringert: wenn ein Preis festgelegt werden muss, obwohl mehrere technische Entscheidungen noch ausstehen.

Die Erfahrung aus Kundenprojekten zeigt, dass dieser Ansatz die Abweichung zwischen Angebotspreisen und tatsächlichen Produktionskosten verringert. Vor allem in Umgebungen mit hoher Arbeitsbelastung und kurzen Reaktionszeiten zeigen sich Verbesserungen. Das Tempo der Angebotserstellung steigt, ähnliche Angebote gleichen sich immer näher an.

Jede Fabrik arbeitet anders

Jeder Blechfertiger arbeitet mit einer individuellen Kombination aus Maschinen, Prozessen und internen Kriterien. Auch die Marktbedingungen variieren, selbst zwischen Unternehmen, die im gleichen Segment tätig sind. Software für die Angebotserstellung muss diese abbilden.

iQuoting verspricht hier verkürzte Reaktionszeiten gegenüber Kunden. Die Unternehmen sind weniger auf ganz bestimmte Profile angewiesen. Wenn heute Aufträge angenommen werden, lassen sich die damit verbundenen Risiken leichter vorab einschätzen und bewältigen.

Urteilsvermögen und strukturierte Informationen

Die Angebotserstellung für Blechbearbeitung wird immer ein professionelles Urteilsvermögen erfordern. Der Unterschied besteht heute jedoch darin, dass es sich auf reale und strukturierte Informationen stützen kann, die widerspiegeln, was tatsächlich in der Werkstatt geschieht. Und, dass diese Informationen dann zur Verfügung stehen, wenn ein valider Preis festgelegt werden muss.



  • SuperOffice schafft länderübergreifende Organisation für die DACH-Region

    SuperOffice schafft länderübergreifende Organisation für die DACH-Region

    Zum 1. Januar 2025 werden die Landesgesellschaften des CRM-Spezialisten SuperOffice in Deutschland und der Schweiz zu einer gemeinsamen Organisation zusammengeführt.

    mehr lesen: SuperOffice schafft länderübergreifende Organisation für die DACH-Region

  • Sind Unternehmen überfordert, das Potenzial neuer Technologien zu bewerten?

    Sind Unternehmen überfordert, das Potenzial neuer Technologien zu bewerten?

    Viele Unternehmen tun sich bei der Übernahme innovativer Technologien sehr schwer. So haben laut einer Untersuchung der Managementberatung Detecon 64 Prozent der dafür befragten Unternehmen Schwierigkeiten, das Potenzial neuer Technologien…

    mehr lesen: Sind Unternehmen überfordert, das Potenzial neuer Technologien zu bewerten?

  • T.Con eröffnet neues Büro

    T.Con eröffnet neues Büro

    Der Standort Regensburg von T.Con hat ein neues Büro im Gewerbepark eröffnet.

    mehr lesen: T.Con eröffnet neues Büro

  • Honeywell nennt Trends für Führungskräfte

    Honeywell nennt Trends für Führungskräfte

    Die Honeywell-Experten Lucian Boldea, CEO und President von Honeywell Industrial Automation, und Billal Hammoud, CEO und President von Honeywell Building Automation, nennen Themen, die Entscheidungsträger im Jahr 2025 auf ihrer…

    mehr lesen: Honeywell nennt Trends für Führungskräfte

  • Auch im Darknet ist Black Week

    Auch im Darknet ist Black Week

    Das Darknet ist auch ein eCommerce-Marktplatz. Kriminelle suchen in der Black Week nach Abnehmern und versuchen, sie mit Rabatten für sich zu gewinnen.

    mehr lesen: Auch im Darknet ist Black Week

  • VDMA zeichnet Abschlussarbeiten junger Talente aus

    VDMA zeichnet Abschlussarbeiten junger Talente aus

    Gemeinsam mit der Abteilung Bildung des VDMA würdigt der VDMA Software und Digitalisierung exzellente Absolventinnen und Absolventen zum achten Mal mit dem Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“.

    mehr lesen: VDMA zeichnet Abschlussarbeiten junger Talente aus

  • Facturee zeigt, wo „Should Costing“ an Grenzen stößt

    Facturee zeigt, wo „Should Costing“ an Grenzen stößt

    Die Methode ‚Should Costing‘ wird oft als Ansatz beworben, um die Beschaffungskosten bei Zeichnungsteilen so günstig wie möglich zu gestalten.

    mehr lesen: Facturee zeigt, wo „Should Costing“ an Grenzen stößt

  • SPS-Programmierung per App erweitern

    SPS-Programmierung per App erweitern

    SPS-Programmierung ist etwas für Spezialistinnen und Spezialisten. Die Möglichkeiten sind beschränkt und die Oberflächen meist älter. Einige Unternehmen bieten bereits Apps an, um den Funktionsumfang zu erweitern, allerdings nur passend…

    mehr lesen: SPS-Programmierung per App erweitern

  • Leiterplatten mit künstlicher Intelligenz prüfen

    Leiterplatten mit künstlicher Intelligenz prüfen

    Die Qualitätsprüfung während der Herstellung von Leiterplatten zu optimieren, haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bergischen Universität Wuppertal zum Ziel gesetzt.

    mehr lesen: Leiterplatten mit künstlicher Intelligenz prüfen

  • PTC, Microsoft und Volkswagen entwickeln KI-Copiloten

    PTC, Microsoft und Volkswagen entwickeln KI-Copiloten

    PTC, Microsoft und die Volkswagen Group wollen zusammenzuarbeiten, um einen Generative-KI-Copiloten zu entwickeln, auf Basis der ALM-Software (Application Lifecycle Management) Codebeamer von PTC.

    mehr lesen: PTC, Microsoft und Volkswagen entwickeln KI-Copiloten

  • Beschäftigte leisten so wenige Überstunden wie noch nie

    Beschäftigte leisten so wenige Überstunden wie noch nie

    Die bezahlten und unbezahlten Überstunden je Arbeitnehmer sind seit der Pandemie um mehr als ein Drittel gefallen.

    mehr lesen: Beschäftigte leisten so wenige Überstunden wie noch nie

  • ‚123456‘ ist das beliebteste Passwort

    ‚123456‘ ist das beliebteste Passwort

    Das beliebteste Passwort in Deutschland ist die Ziffernfolge ‚123456‘, auf Platz 2 folgt das englische ‚password‘.

    mehr lesen: ‚123456‘ ist das beliebteste Passwort