Mit KI Schaltschrank-Layouts generieren

Adobe Photoshop PDF
Bild: WSCAD GmbH

Die Elektrokonstruktion befindet sich im Umbruch. Während Maschinen, Anlagen und Produktionsprozesse längst digital geplant und simuliert werden, blieben viele Abläufe im Schaltschrankbau oft analog. Das von WSCAD im vergangenen Jahr veröffentlichte Elec-trix AI-System sollte das ändern, indem es Ingenieure verstärkt in die Rolle eines Dirigenten versetzt. Jetzt ist eine neue Version der KI-gestützten E-CAD-Software auf den Markt gekommen. Neue Funktionen machen es möglich, Schaltpläne aus PDFs oder DWG-Dateien automatisch zu importieren, zu interpretieren und in Projekte zu übertragen. Zudem kann die Software erstmals aus diesen Plänen vollständige Schaltschränke generieren. Electrix AI 2026 wird vom Anbieter als lernende Plattform positioniert, die sich mit jedem Einsatz weiterentwickelt und das Wissen der Unternehmen integriert.

Schnittstelle zum Menschen

Als WSCAD im das Produkt im Jahr 2024 vorstellte, galt das als bemerkenswerter Schritt für die Branche. Erstmals war eine KI nicht als Zusatzfunktion integriert, sondern als fester Bestandteil eines E-CAD-Systems konzipiert. Sie bildet die Schnittstelle zwischen Ingenieurinnen und Ingenieuren und dem hinterlegten elektrotechnischen Wissen. Die Anwendung unterstützt beim Verstehen, Vervollständigen und Validieren von Konstruktionen und macht damit komplexe Aufgaben auch für weniger erfahrene Nutzende zugänglich. Nach eigenen Angaben ist WSCAD weiterhin der einzige Anbieter, der eine derart tiefgreifende KI-Integration in der Elektrokonstruktion umsetzt. Mit dem 2026er-Release erweitert das Unternehmen diesen Ansatz um eine lernfähige Komponente. Die KI soll künftig nicht nur Konstruktionsprozesse unterstützen, sondern Schaltpläne eigenständig interpretieren und umsetzen können. Automatischer Import von Schaltplänen

In der Praxis arbeiten Ingenieurinnen und Ingenieure häufig mit gewachsenen Datenbeständen – etwa mit Schaltplänen, die im PDF- oder DWG-Format vorliegen. Diese werden bislang meist manuell nachgezeichnet, überprüft und dokumentiert. Electrix AI 2026 soll diesen Schritt in weiten Teilen automatisieren: Die Software kann vorhandene Unterlagen importieren, Symbole, Leitungen und Funktionen erkennen und sie in ein strukturiertes WSCAD-Projekt übertragen. Dadurch lässt sich der Aufwand für das Nachzeichnen potenziell verringern und die Konsistenz der Daten besser absichern. Auf diese Weise könnten auch ältere Bestandspläne in digitale, weiterverwendbare Formate überführt werden – insbesondere dort, wo Unternehmen mit heterogenen oder historisch gewachsenen Dokumentationen arbeiten.

528450
Bild: WSCAD GmbH

Intelligente Schaltschränke und automatische Übersetzungen

Ab dem neuen Release kann die Software aus einem vorhandenen Stromlaufplan ein vollständiges, normgerechtes 2D-Schaltschranklayout generieren. Die KI soll Funktionsgruppen erkennen, Komponenten und Trägersysteme logisch platzieren, Verdrahtungswege berechnen und dabei Platzbedarf sowie thermische Vorgaben berücksichtigen. Das Ergebnis ist ein Vorschlag, der sich produktionsnah einsetzen und bei Bedarf anpassen lässt. Aufgaben, die bislang Erfahrung, manuelle Arbeit und Abstimmung erforderten, könnten dadurch deutlich schneller umgesetzt werden – die Rolle der Ingenieurin bzw. des Ingenieurs verschiebt sich hin zur übergeordneten Steuerung, Prüfung und Optimierung. Auch die Übersetzung von Schaltplänen in andere Sprachen, bislang häufig ein aufwendiger und fehleranfälliger Arbeitsschritt, soll künftig automatisiert erfolgen. Die Software ermöglicht diesen Prozess in kurzer Zeit und mit konsistenten Ergebnissen. Für global tätige Unternehmen kann dies zu einer spürbaren Entlastung bei Zeit und Kosten führen.

Eine lernende Plattform

Der vielleicht größte Unterschied zu klassischen Assistenzsystemen besteht darin, dass das Tools lernfähig angelegt ist. Mit jeder Anwendung kann die KI das im Unternehmen vorhandene Wissen teilweise übernehmen, Muster erkennen und wiederkehrende Komponenten oder bevorzugte Layouts identifizieren. Auf dieser Basis passt sie ihre Vorschläge schrittweise an. Daraus ergibt sich ein doppelter Effekt: Neue Mitarbeitende oder Auszubildende können vom in der Software abgebildeten Erfahrungsschatz profitieren, während zugleich unternehmensspezifisches Knowhow über längere Zeit erhalten bleibt. Gerade angesichts des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels kann dies ein relevanter Beitrag zur Wissenssicherung sein.

528451
Bild: WSCAD GmbH

Produktivität und neue Karrierewege

Routinetätigkeiten wie das Nachzeichnen, die Normprüfung oder die Übersetzung von Schaltplänen sollen weitgehend automatisiert ablaufen, sodass sich der Fokus stärker auf Planung, Qualitätssicherung und Entwicklung neuer technischer Ansätze verlagern kann. Nach Angaben des Unternehmens lässt sich ein kompletter Schaltschrank, der bisher mehrere Stunden in Anspruch nahm, in wenigen Minuten generieren. Auch Anwender wie Wago berichten von Projektlaufzeiten, die sich nach eigenen Angaben teilweise deutlich verkürzen.

Damit verändert sich die Rolle der Ingenieurinnen und Ingenieure: weg von repetitiven Aufgaben hin zu Steuerung, Bewertung und konzeptioneller Verantwortung.

Zur Qualifizierung bietet WSCAD ein Weiterbildungsprogramm zum AI Certified Electrical Engineer an, das den Umgang mit KI-gestützten Werkzeugen systematisch vermittelt und die Anwendungskompetenz im Bereich digitaler Elektrokonstruktion erweitern soll.



  • Verkaufszahlen von Servicerobotern steigen weltweit um 32 Prozent

    Verkaufszahlen von Servicerobotern steigen weltweit um 32 Prozent

    Der Markt für Serviceroboter erfährt durch die Covid-19-Pandemie einen Schub. So prognostiziert die International Fedaration of Robotics, dass sich der Umsatz mit in diesem Bereich bis 2022 mehr als verdoppeln…

    mehr lesen: Verkaufszahlen von Servicerobotern steigen weltweit um 32 Prozent

  • Deutsche Wirtschaft wieder etwas skeptischer

    Deutsche Wirtschaft wieder etwas skeptischer

    Erstmals nach fünf Anstiegen in Folge ist der Ifo-Geschäftsklima-Index im Oktober wieder gesunken. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Geschäftsklimaindikator allerdings erstmals seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich.

    mehr lesen: Deutsche Wirtschaft wieder etwas skeptischer

  • Kontron-Standorte gründen europäischen EMS/ODM-Verbund

    Kontron-Standorte gründen europäischen EMS/ODM-Verbund

    Die europäischen Produktionsstandorte des Embedded-Spezialisten Kontron sollen zu einem EMS/ODM-Verbund zusammengeschlossen werden.

    mehr lesen: Kontron-Standorte gründen europäischen EMS/ODM-Verbund

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Partnerschaft zwischen Siemens und Log.Go.Motion

    Partnerschaft zwischen Siemens und Log.Go.Motion

    Im Rahmen einer Partnerschaft vertreibt Siemens zukünftig die Lösung Moby.Check des Digitalisierungsspezialisten Log.Go.Motion.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen Siemens und Log.Go.Motion

  • SAP legt Quartalszahlen vor und passt Jahresziele an

    SAP legt Quartalszahlen vor und passt Jahresziele an

    Der Softwarekonzern SAP hat seine Zahlen für das dritte Quartal 2020 veröffentlicht. Demnach erzielte der Softwarekonzern weniger Umsatz als noch im Vorjahresquartal. Das Cloudgeschäft legte hingegen zu.

    mehr lesen: SAP legt Quartalszahlen vor und passt Jahresziele an

  • Dr. Marianne Janik übernimmt bei Microsoft Deutschland

    Dr. Marianne Janik übernimmt bei Microsoft Deutschland

    Zum 1. November wird Dr. Marianne Janik die Leitung von Microsoft Deutschland von Sabine Bendiek übernehmen, die zu SAP wechseln wird.

    mehr lesen: Dr. Marianne Janik übernimmt bei Microsoft Deutschland

  • Fraunhofer-Außenstelle in Schweinfurt eröffnet

    Fraunhofer-Außenstelle in Schweinfurt eröffnet

    Unter der Überschrift ‘KI-noW‘ (Künstliche Intelligenz (KI) für eine nachhaltig optimierte Wertschöpfung) wollen Forscher des Fraunhofer IPA neueste Erkenntnisse der angewandten Forschung in die industrielle Praxis überführen. Zur Veranschaulichung zeigt…

    mehr lesen: Fraunhofer-Außenstelle in Schweinfurt eröffnet

  • Lagebericht der IT-Sicherheit

    Lagebericht der IT-Sicherheit

    Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat Mitte Oktober seinen Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2020 veröffentlicht. Dazu erklärt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung: „Zu Beginn…

    mehr lesen: Lagebericht der IT-Sicherheit

  • Cognizant erweitert IoT-Portfolio

    Cognizant erweitert IoT-Portfolio

    Mit der Übernahme des IoT-Spezialisten Bright Wolf, will der IT-Dienstleister Cognizant seine Expertise im Bereich Internet of Things erweitern.

    mehr lesen: Cognizant erweitert IoT-Portfolio

  • Schutz von Workstations

    Schutz von Workstations

    Stormshield erweitert seine Produktpalette mit Endpoint Security Evolution. Dabei handelt es sich um eine Lösung zum Schutz von Workstations, die speziell auf aktuelle Cybersicherheitsprobleme zugeschnitten ist.

    mehr lesen: Schutz von Workstations

  • Schutz industrieller Netzwerke und Automatisierungssysteme

    Schutz industrieller Netzwerke und Automatisierungssysteme

    Die Siemens-Netzwerkkomponenten der Scalance-SC-600-Familie zielen auf den Schutz von industriellen Netzwerken und Automatisierungssystemen durch die Segmentierung des Netzwerkes und sichere Kommunikationskanäle ab. Mit dem neuen Modell Scalance SC622-2C präsentiert der…

    mehr lesen: Schutz industrieller Netzwerke und Automatisierungssysteme