Mit ECAD-MCAD-Kollaboration schneller entwickeln

Var Group ECAD MCAD Kollaboration S 20250624132207
Bild: Var Group GmbH

Eine datenbasierte ECAD-MCAD-Kollaboration hilft, die Entwicklungsarbeit mechanischer und elektrischer Komponenten zu synchronisieren und vereinfacht den interdisziplinären Austausch. So können Konstrukteure Übertragungsfehler vermeiden, Designprobleme frühzeitig erkennen und Iterationsschleifen reduzieren – und damit die Time-to-Market verkürzen. In diesem Kontext ist der Begriff MCAD (Mechanical Computer-Aided-Design) nicht auf reine CAD-Anwendungen begrenzt, sondern schließt jegliche CAx-Anwendungen für die mechanische Konstruktion mit ein. ECAD (Electronic Computer-Aided-Design) umfasst den gesamten EDA (Electronic Design Automation)-Bereich, inklusive Simulation, sowie elektrische-elektronische Bereiche wie beispielsweise Kabelbäume. Für eine effiziente Zusammenarbeit sind Systeme notwendig, die einen schnellen, einfachen und datenbasierten Austausch ermöglichen. Anwendungen für die elektronische und mechanische Produktentwicklung können über ein PDM- oder PLM-System ohne Medienbrüche direkt kommunizieren – mithilfe von Schnittstellen, Automatisierungen und Konfigurationen im Datenmanagement.

Var Group Elektronik im komplexen Einbauraum
Bild: Var Group GmbH

Simultan zusammen arbeiten

Da Mechanik- und Elektronikteams häufig in getrennten Strukturen arbeiten, orientierte sich der Austausch bislang an festgelegten Meilensteinen. So entwerfen die mechanischen Konstrukteure beispielsweise zunächst ein Gehäuse, auf dessen Basis die Elektrotechniker eine passende Leiterplatte entwickeln. Anschließend muss die mechanische Abteilung diese erneut prüfen und gegebenenfalls anpassen. Dieser sequenzielle Prozess führt zu Zeitverzögerungen, unnötigen Iterationen und erhöhtem Abstimmungsaufwand – vor allem, wenn durch kurzfristige Anpassungen neue Produktversionen entstehen. Simultane Zusammenarbeit hingegen ermöglicht es, Anforderungen beider Disziplinen parallel zu berücksichtigen und Probleme frühzeitig zu identifizieren. Voraussetzung dafür: kontinuierlicher Zugriff auf aktuelle Entwicklungsstände in beiden Abteilungen. So lassen sich Dopplungen und unnötige Iterationen vermeiden. Eine vollständige digitale Dokumentation der Versionsverläufe erleichtert zudem die Fehleranalyse. Durch automatisierte Prozesse sowie Schnittstellen im Datenmanagement kann der Austausch standardisiert, die Versionierung vereinfacht und der Zugriff auf aktuelle Versionsstände jederzeit direkt ermöglicht werden. Dadurch werden manuelle Datenübertragungen, zusätzlicher Kommunikationsaufwand sowie Übertragungsfehler durch Medienbrüche und Missverständnisse reduziert.

Brüche zwischen Medien

Traditionell nutzen Mechanik und Elektronik unterschiedliche Toolsets, Datenformate, Terminologien und Regulatorien. Das begünstigt Medienbrüche. Ein Medienbruch entsteht, wenn Daten von einem auf ein anderes Informationsmedium übertragen werden. Bisher sind Zwischenformate wie DXF, STEP oder IDF gebräuchlich, damit ECAD- und MCAD-Anwendungen miteinander kommunizieren können. Diese manuellen Konvertierungen sind jedoch aufwendig und fehleranfällig.

IDX ermöglicht Kollaboration

Ein Lösungsansatz bietet das Format IDX (Incremental Design Exchange), das speziell für den kontinuierlichen ECAD-MCAD-Datenaustausch entwickelt wurde. Änderungen sind dabei sofort transparent und nachvollziehbar. Einige Softwares wie Siemens NX (MCAD) in Kombination mit Xpedition (ECAD), ermöglichen bereits eine Kollaboration über das IDX-Format. Auch in Fällen, in denen IDX nicht unterstützt wird, kann der Austausch erfolgreich durch Automatisierung und eine entsprechende Konfiguration des Datenmanagements sichergestellt werden.

Var Group Autor Bjorn Thordsen
Bjorn Thordsen, Var Industrie – Bild: Var Group GmbH

Datenverwaltung organisieren

Eine weitere Herausforderung besteht im Aufbau eines einheitlichen Datenmanagements, da die Architektur elektronischer und mechanischer Anwendungen in der Regel unterschiedlich ist. PDM- bzw. PLM-Systeme müssen daher so konzipiert sein, dass sie disziplinübergreifend funktionieren. Zudem ist es notwendig, dass Teilebibliotheken und Stücklisten (BOMs) einheitlich gepflegt werden. Mit dem richtigen Konfigurationsaufwand zu Beginn lassen sich neue Komponenten später einfacher hinzufügen. Eine gemeinsame Datenbasis schafft die Grundlage für eine datengestützte Planung, eine optimierte Nutzung von Ressourcen und Kosten sowie die Entwicklung interdisziplinärer digitaler Zwillinge, die für fundierte Trade-Off-Analysen eingesetzt werden können.

Wie die optimale ECAD-MCAD-Kollaboration in der Praxis umgesetzt werden kann, hängt von der IT-Infrastruktur des Unternehmens ab. Abhängig von den vorhandenen Gegebenheiten kommen unterschiedliche Ansätze in Frage, etwa die Integration geeigneter Schnittstellen, die Umsetzung umfassender Automatisierungen oder individuelle Konfigurationen innerhalb von PDM- bzw. PLM-Systemen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor liegt in einem fundierten Verständnis beider Disziplinen – sowohl der Elektronik- als auch der Mechanikwelt. Deshalb empfiehlt sich in vielen Fällen die Zusammenarbeit mit Partnern, die entsprechende Erfahrung in die Integration einbringen.



  • Unternehmen mit steigenden Erwartungen

    Unternehmen mit steigenden Erwartungen

    Nach dem Rückgang im vergangenen Monat legt der Ifo-Geschäftsklimaindex im Mai wieder zu. Dabei haben sich vor allem die Erwartungen für die kommenden Monate verbessert.

    mehr lesen: Unternehmen mit steigenden Erwartungen

  • PLM-Lösungen im Vergleich

    PLM-Lösungen im Vergleich

    Im Marktspiegel ‘Business Software PLM/PDM 2020/2021‘ werden mehr als 40 PLM-Lösungen hinsichtlich ihrer Funktionen untersucht.

    mehr lesen: PLM-Lösungen im Vergleich

  • „Das hohe Maß an Flexibilität und Kreativität sollte uns positiv in die Zukunft blicken lassen“

    „Das hohe Maß an Flexibilität und Kreativität sollte uns positiv in die Zukunft blicken lassen“

    Die Corona-Krise stellt die Globalisierung auf den Prüfstand. Für VDI-Präsident Volker Kefer ist die Situation Herausforderung und Chance zugleich. Im Interview spricht er über die Lage des Technikstandorts Deutschland heute…

    mehr lesen: „Das hohe Maß an Flexibilität und Kreativität sollte uns positiv in die Zukunft blicken lassen“

  • Die digitale Version der XR Expo geht online

    Die digitale Version der XR Expo geht online

    Ab sofort können sich Aussteller und Besucher auf einer digitalen Plattform für die XR Expo Virtual 2020 am 25. und 26. Juni registrieren.

    mehr lesen: Die digitale Version der XR Expo geht online

  • Vernetzte Systeme im Vorfeld testen

    Vernetzte Systeme im Vorfeld testen

    Wechselnde Umgebungsbedingungen durch Ad-hoc-Vernetzung, ständige Rekonfigurationen bedingt durch kleine Losgrößen und Softwareupdates im Feld sind Indikatoren dafür, dass das Testen von Systemen im laufenden Betrieb zunehmend an Bedeutung gewinnt. Um…

    mehr lesen: Vernetzte Systeme im Vorfeld testen

  • Unternehmen gewichten Technologie und Qualifizierung gleich

    Unternehmen gewichten Technologie und Qualifizierung gleich

    Unternehmen mit KI-Projekten sind dann am erfolgreichsten, wenn die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiter den gleichen Stellenwert wie Investitionen in intelligente Technologien hat. Dazu gehört auch das Schaffen einer Lernkultur, die…

    mehr lesen: Unternehmen gewichten Technologie und Qualifizierung gleich

  • Wie ist der Stand der Industrie 4.0?

    Wie ist der Stand der Industrie 4.0?

    Von Februar bis April befragte der Digitalverband Bitkom Industrieunternehmen nach dem Stand der Digitalisierung. Im Vergleich zur Studie von vor zwei Jahren zeigt sich eine positive Entwicklung.

    mehr lesen: Wie ist der Stand der Industrie 4.0?

  • Weniger Ausfuhren, Entspannungstendenzen aus China

    Weniger Ausfuhren, Entspannungstendenzen aus China

    Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Exporte der deutschen Maschinenbauer im ersten Quartal gesunken — im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent.

    mehr lesen: Weniger Ausfuhren, Entspannungstendenzen aus China

  • Unternehmen wollen nach Corona digitaler werden

    Unternehmen wollen nach Corona digitaler werden

    63 Prozent der KMU rechnen laut einer McKinsey-Befragung mit einem Umsatzrückgang im aktuellen Quartal. Dennoch blicken 77 Prozent nach wie vor positiv in die Zukunft.

    mehr lesen: Unternehmen wollen nach Corona digitaler werden

  • SmartFactory-KL präsentiert Production Level 4 Demonstrator

    SmartFactory-KL präsentiert Production Level 4 Demonstrator

    Im Production Level 4 Demonstrator stellt die SmartFactoty-KL neue Produktionstechniken vor — ein Update der Industrie 4.0.

    mehr lesen: SmartFactory-KL präsentiert Production Level 4 Demonstrator

  • Welche Vorteile bringt Servitization für die Fertigung

    Welche Vorteile bringt Servitization für die Fertigung

    Unternehmen, die dank digitaler Technologien auf Servitization setzen, können laut einer Studie 30 Prozent mehr Umsätze im Service-Bereich erzielen, als ihre Mitbewerber.

    mehr lesen: Welche Vorteile bringt Servitization für die Fertigung

  • Partnerschaft zwischen Easy Software und Rhenus

    Partnerschaft zwischen Easy Software und Rhenus

    Easy Software und Rhenus Office Systems gehen eine strategische Partnerschaft ein, um Kunden eine Rundumlösung für ihr Dokumentenmanagement zur Verfügung zu stellen.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen Easy Software und Rhenus