Wieland Electric führt BIM-fähigen Konfigurator ein

Building Information Modeling (BIM) gilt als Digitalisierungsmodell der Baubranche. Mit der P´X Industry Solution ist Wieland Electric darauf vorbereitet
Building Information Modeling (BIM) gilt als Digitalisierungsmodell der Baubranche. Mit der P´X Industry Solution ist Wieland Electric darauf vorbereitet – Bild: Perspectix AG

Seit 2006 planen rund 1.000 internationale Anwender steckbare Elektroinstallationen der Wieland Produkte mit dem Tool Gesis Plan, das gemeinsam mit Perspectix realisiert wurde. Damit werden rund 20.000 Komponenten des Produktprogramms als 3D-Objekte auf der Grundlage von CAD-Plänen konfiguriert und schließlich Visualisierungen, Stücklisten, Stromberechnungen und Preisangebote erzeugt. Dies befähigt den Vertrieb des Familienunternehmens, seine Tochtergesellschaften und seine Kunden zur intelligenten 3D-Planung.

3D-Planung als Erfolgsfaktor

Damit die steckbaren Komponenten bei der Montage vor Ort passen, ist eine detaillierte Planung bereits im Vorfeld einer Gebäudeinstallation erforderlich. Planer müssen aus den zahlreichen Verkabelungs- und Verbindungsmöglichkeiten die richtigen Komponenten für den jeweiligen Einsatz berechnen, ermitteln und bestellen. Um diesen Prozess mit Software zu unterstützen, startete Wieland bereits 2004 ein Projekt. „Unsere guten Vertriebsargumente überzeugen Planer, Architekten und Installateure noch mehr, wenn wir den Planungsaufwand deutlich reduzieren“, sagt Thomas Nieborg, Product Information Manager bei Wieland Electric.

CPQ-Software seit 2006

So wird ebenfalls seit 2006 wird die kundenspezifisch angepasste CPQ-Software P´X Industry Solution auf mehreren Stufen des Vertriebsprozesses eingesetzt:

á Der eigene Außendienst verwendet die Software in der Hauptsache zur Vermittlung des Konzepts der steckbaren Gebäudeinstallationstechnik durch die beispielhafte Planung einzelner Räume mit vergleichender Auswertung der Kosten und Montagezeiten.

á Externe Planungsbüros erstellen mit der Software auch detaillierte Planungen, die zur Ergänzung (etwa durch Rangierverteiler) und Vertiefung sowie Überarbeitung und Korrektur an die Projektierungsabteilung bei Wieland übergeben werden.

á Die ausführenden Installationsbetriebe schließlich verwenden den Konfigurator zur Anpassung von Planungen und erstellen Angebote über Material und Dienstleistungen.

Wielands Projektierung erarbeitet danach Verkabelungspläne und bereitet die Entwicklung von Rangierverteilern vor.

Die Anwendung verbindet eine grafische 2D/3D-Planung mit den wesentlichen CRM-Funktionen. Ein Regelwerk automatisiert die Erstellung beispielhafter Planungen bis hin zu detaillierten Verkabelungsplänen, überprüft die Anpassung an die räumliche Geometrie und liefert darüber hinaus technische Informationen, beispielswiese über den zu erwartenden Energieverbrauch oder die Brandlast. „Die integrierte Stromlastberechnung erhält der Anwender als Zusatznutzen gratis dazu – und gewinnt an Sicherheit und Professionalität“, sagt Nieborg.

Auf allen Ebenen des Beratungsprozesses haben die Beteiligten Zugriff auf den gesamten Produktkatalog. Selbst komplexe Verkabelungslösungen lassen sich im Raumkontext aufbauen – Grundrisspläne werden dazu per DXF-/DWG-Schnittstellen aus AutoCAD und anderen Systemen in den Raumplaner importiert. Sofort lassen sich automatisch Stromkreis-, Last- und Leitungsauslegung berechnen und überprüfen. Anomalien wie Stromüberlastung oder zu großer Spannungsabfall werden dabei sofort erkannt. Eine automatische Preisfindung einschließlich der Berücksichtigung von Staffelpreisen und kundenbezogenen Rabatten erleichtern die kaufmännische Abwicklung. Das hinterlegte Regelwerk und die Überprüfung aller technischen und kaufmännischen Bedingungen schließt übliche Fehler weitestgehend aus.

BIM als strategisches Ziel

Den Konfigurator mit dem Planungstool für die Baubranche zu integrieren, war das Ziel. „Wieland Electric setzt auf die BIM-Methode“, sagt Thomas Nieborg,. „Wir haben zudem einen vertrieblichen Schwerpunkt im modularen, industriellen Fertigbau für Wohnzwecke identifiziert. Dort wird die BIM-Methode (Building Information Modeling) bereits nahezu durchgehend eingesetzt – andere Bereiche der Bauindustrie werden innerhalb der nächsten fünf Jahre soweit sein.“ Für eine BIM-konforme Anwendung muss die Planungssoftware 3D-Objekte im 3D-BIM-Modell platzieren und zahlreiche Produkt-Metadaten wie Bemessungsspannung oder Kupfergewicht mitführen um dadurch Berechnungen, etwa der Gesamtleitungslänge oder notwendige Querschnitte im weiteren Planungsverlauf zu ermöglichen. Schließlich werden die Daten in einem Fachmodell nach dem IFC-Standard von BuildingSMART an einen BIM-Koordinator übergeben.

Seiten: 1 2



  • Neues Forschungszentrum für die kognitive Produktion entsteht

    Neues Forschungszentrum für die kognitive Produktion entsteht

    Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU hat den Bau des neuen Forschungszentrums begonnen. Im Neubau soll dann an Systemen im Sinn einer kognitiven Produktion geforscht werden. Konkreter ist damit…

    mehr lesen: Neues Forschungszentrum für die kognitive Produktion entsteht

  • 86 Prozent finden DSGVO-Umsetzung schwierig

    86 Prozent finden DSGVO-Umsetzung schwierig

    Für 86 Prozent der Firmen ist es sehr herausfordernd, die DSGVO umzusetzen, ergab eine Umfrage von Piwik Pro. Doch dass Konformität und ihre Marketingaktivitäten vereinbar seien, gaben 90 Prozent der…

    mehr lesen: 86 Prozent finden DSGVO-Umsetzung schwierig

  • SuperOffice-CEO Jentoft geht nach 18 Jahren

    SuperOffice-CEO Jentoft geht nach 18 Jahren

    Der CRM-Softwareanbieter SuperOffice hat Lars Engbork zum neuen CEO ernannt. Er übernimmt die Leitung von Gisle Jentoft, der das norwegische Unternehmen 18 Jahre lang geführt hat. Seit 2020 hält der…

    mehr lesen: SuperOffice-CEO Jentoft geht nach 18 Jahren

  • Transferprojekt vermittelt Blockchain-Wissen für KMU

    Transferprojekt vermittelt Blockchain-Wissen für KMU

    Im neu gestarteten Projekt DUH-IT sollen KMU aus Dortmund, Unna und Hamm den Einsatz von Blockchain-Technologie in der Lieferkettengestaltung erkunden. So wollen das Fraunhofer IML und die TU Dortmund die…

    mehr lesen: Transferprojekt vermittelt Blockchain-Wissen für KMU

  • Maschinenausfuhren gehen zurück

    Maschinenausfuhren gehen zurück

    Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat im ersten Quartal 2024 nominal 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr exportiert, meldet der Branchenverband VDMA. Die Exporte nach China sinken weiter, das Wachstum…

    mehr lesen: Maschinenausfuhren gehen zurück

  • All About Automation in Heilbronn vorüber

    All About Automation in Heilbronn vorüber

    Das Messekonzept der All About Automation: überschaubar, praxisnah und regional. Damit ist Veranstalterin Easyfairs erfolgreich, die dritte Ausgabe der Automatisierungsschau in Heilbronn verzeichnete rund 30 Prozent mehr Aussteller und 40…

    mehr lesen: All About Automation in Heilbronn vorüber

  • Instandhaltung und Field Service mit SAP-Software abwickeln

    Instandhaltung und Field Service mit SAP-Software abwickeln

    Der 28. Jahreskongress SAP EAM 2024 findet am 20. und 21. Juni in Berlin statt. Auch dieses Mal stehen auf der unabhängigen Konferenz Neuigkeiten und Herausforderungen rund um SAP-softwaregestütztes Instandhaltungsmanagement…

    mehr lesen: Instandhaltung und Field Service mit SAP-Software abwickeln

  • AI Act nimmt letzte Hürde

    AI Act nimmt letzte Hürde

    Die Mitgliedsstaaten der EU wollen am 21. Mai 2024 im Ministerrat den AI Act beschließen. In der Verordnung werden Systeme mit künstlicher Intelligenz nach Risikoklassen unterteilt und reguliert. Bitkom-Präsident Dr.…

    mehr lesen: AI Act nimmt letzte Hürde

  • Decide4ECO nutzt Manufacturing-X für nachhaltige Produktentwicklung

    Decide4ECO nutzt Manufacturing-X für nachhaltige Produktentwicklung

    Im Rahmen der Initiative Manufacturing-X fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) das Konsortialprojekt Decide4Eco mit 7,3Mio.€. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Produkte nachhaltiger entwickelt und…

    mehr lesen: Decide4ECO nutzt Manufacturing-X für nachhaltige Produktentwicklung

  • Forschungsbeirat Industrie 4.0 stellt Engineering-Roadmap vor

    Forschungsbeirat Industrie 4.0 stellt Engineering-Roadmap vor

    Der Forschungsbeirat Industrie 4.0 stellt mit seiner Engineering-Roadmap und den darin enthaltenen Themenblöcken einen Rahmen für konkrete Forschungsschwerpunkte der nächsten zehn Jahre vor. Im Mittelpunkt stehen vier Hauptthemen.

    mehr lesen: Forschungsbeirat Industrie 4.0 stellt Engineering-Roadmap vor

  • Eine gemeinsame Sprache für Daten finden

    Eine gemeinsame Sprache für Daten finden

    Unternehmen treffen Entscheidungen meist auf Basis von strukturierten Daten. Dabei haben auch unstrukturierte Daten Erkenntnisse zu bieten. Der Software-Spezialist Progress erläutert, wie Unternehmen die beiden Datentypen zu einem sinnvollen Ganzen…

    mehr lesen: Eine gemeinsame Sprache für Daten finden

  • IFS ernennt Hannes Liebe zum COO für Nord-, Ost und Zentraleuropa

    IFS ernennt Hannes Liebe zum COO für Nord-, Ost und Zentraleuropa

    Hannes Liebe übernimmt ab sofort die Position des neuen Chief Operation Officer (COO) von IFS für die Region Nord, Ost und Zentraleuropa.

    mehr lesen: IFS ernennt Hannes Liebe zum COO für Nord-, Ost und Zentraleuropa