Eine Grundlage für die Datenstrategie

340303 Bosch Semantic Stack Keyvisual
Bild: Bosch Connected Industry

Jedes verkaufte Teil, jede Maschine und technische Komponente sowie die damit verbundenen IT-Systeme sind zu eigenen, individuellen Datenquellen geworden, die täglich und über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg Informationen liefert. Darin schlummert Potenzial für die Produktentwicklung und -optimierung sowie für die Bereitstellung datenbasierter Services und die Umsetzung neuer gesetzlicher Anforderungen.

Häufig werden diese Daten dezentral verarbeitet, das heißt ‚quellennah‘ oder nur innerhalb der betreffenden Abteilung gespeichert und verwendet. In diesen dienen die Daten der punktuellen Bewältigung spezifischer Herausforderungen – es entstehen Datensilos. Es ist allerdings nicht ohne weiteres möglich, diese Systeme unternehmensweit auszurollen und auf andere Bereiche und Produkte zu skalieren. Jede Anpassung erfordert Entwicklungsaufwand.

Auch die Anbindung weiterer, abteilungsfremder Datenquellen an ein erfolgreich implementiertes System erweist sich in der Praxis oft als schwierig, da sowohl das Datenformat als auch die Schnittstelle maschinen-, produkt- oder anwendungsspezifisch sind. Spätestens hier zeigt sich der Nutzen einer kohärente Datenstrategie. Sie gibt vor, wie Daten gesammelt, aufbereitet, gespeichert und genutzt werden. Grundvoraussetzung dafür ist die passende technische Basis.

Die Rolle der Semantik

Ein wesentlicher Aspekt ist die Semantik, also das einheitliche Verständnis über Bedeutung (und Kontext) von Daten. Durch das Erfassen und Einbeziehen der Semantik der Daten ist es möglich, diese universell verwendbar zu machen, miteinander zu vergleichen oder losgelöst von der Datenquelle zu nutzen. Denn eine Datenreihe ist nur dann wertvoll, wenn alle Nutzer nachvollziehen können, worauf sich die Angaben beziehen bzw. was sie konkret bedeuten.

Ein einzelnes Produkt kann jedoch sehr viele Daten generieren. Hier sorgen sogenannte Aspekte für eine bessere Übersicht: Sie bündeln konkrete, auf Nutzergruppen ausgelegte Informationen, wie beispielsweise (dynamisch erfasste) Zustandsdaten, aber auch Stammdaten und Informationen aus Entwicklung und Produktion. Softwareanwendungen können dann gezielt auf diese Aspekte zugreifen und Mitarbeitenden genau die Informationen zur Verfügung stellen, die sie brauchen.

Die digitalen Repräsentanten

Semantik in der Datenintegration ist der Kern des Digital Twin-Ansatzes, einem digitalen Datenzwilling realer Produkte. Ein Zwilling selbst besteht wiederum aus einer Reihe von Aspekten, also einer Gruppierung von verwandten technischen Rohdaten mit Kontextinformationen. Der Zugriff erfolgt über einen zentralen Punkt, was auch die Rechte- und Zugriffsverwaltung vereinfacht.

BCI Datenintegration
Bild: Bosch Connected Industry

Um einen datengetriebenen Lebenszyklus zu unterstützen, werden digitale Zwillinge idealerweise erstellt, sobald die ersten Informationen zu ihrem physischen Gegenstück bereitstehen: bereits in der Planungs- und Entwicklungsphase des Produkts oder beim Anstoßen des Produktionsprozesses durch eine Bestellung. Sie begleiten das Produkt über die Herstellung und Nutzung bis zur Außerbetriebnahme und dienen in dieser kompletten Zeitspanne – die je nach Produkt Jahrzehnte betragen kann – als zentraler Punkt für die Organisation und Strukturierung der Daten.

Blueprint per Software-Framework

Bei der Umsetzung der Datenstrategie hilft ein integratives Software-Framework. Ein Beispiel ist etwa der von Bosch Connected Industry entwickelte Semantic Stack, der Tools zur der Datenbeschreibung und -homogenisierung beinhaltet. Er ermöglicht es, mit einer Blueprint-Architektur ab dem ersten Anwendungsfall eine kohärente, skalierbare Datenstrategie zu implementieren – vom semantischen Grundgerüst bis hin zur Anwendungsebene.

Weitere Anwendungsfälle

Die Einführung einer ganzheitlichen Datenstrategie kann iterativ erfolgen. Ausgehend von einzelnen Projekten lässt sich der neue Ansatz schrittweise einführen – beispielsweise für eine bestimmte Produktgruppe oder Lebenszyklusphase. So erweitert sich das Netzwerk an untereinander nutz- und lesbaren Daten immer weiter, was das Aufsetzen weiterer Systeme vereinfacht.

Als Beispiel kann hier etwa ein Update-Manager dienen, der auf die digitalen Zwillinge von Tausenden im Feld befindlichen Produkten zugreifen kann. Weitere Produktgruppen lassen sich angliedern oder das System kann auf einen weiteren Datenpool übertragen werden. Die Anzahl an angegliederten Produkten wächst und weitere Systeme können darauf aufgesetzt werden – etwa ein Tool, das die Fehlerquote von Updates analysiert. Kommen neue gesetzliche Anforderung, lässt sich eine Oberfläche zum Aufrufen dieser Informationen implementieren.

Das Beispiel zeigt: Ist die Architektur einmal implementiert, lassen sich weitere Datenquellen anbinden und Tools hinzufügen. Dabei steht der jeweils bereits angebundene Datenpool neuen Anwendungen zur Verfügung, was den Umfang der möglichen Funktionalitäten erweitert und immer weitere Bereiche aus dem Lebenszyklus integrierbar macht. Dieses Szenario ist um weitere Anwendungsfälle erweiterbar und bildet die technische Grundlage für eine intelligente, kohärente Datenstrategie.



  • Bosch erzielt positives Ergebnis

    Bosch erzielt positives Ergebnis

    Die Bosch-Gruppe hat das zurückliegende Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Nach vorläufigen Ergebnissen blieb der Umsatz jedoch unter dem Vorjahresniveau.

    mehr lesen: Bosch erzielt positives Ergebnis

  • Sicherheit für künstliche Intelligenz

    Sicherheit für künstliche Intelligenz

    Mit einem Kriterienkatalog für Ki-basierte Clouddienste will das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eine Grundlage für die Bewertung der Sicherheit von KI-Systemen schaffen.

    mehr lesen: Sicherheit für künstliche Intelligenz

  • Siemens mit neuem Vorstandsvorsitzendem

    Siemens mit neuem Vorstandsvorsitzendem

    Im Rahmen der Siemens-Hauptversammlung hat der langjährige Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser sein Amt an Roland Busch übergeben.

    mehr lesen: Siemens mit neuem Vorstandsvorsitzendem

  • Umsatzplus bei Siemens

    Umsatzplus bei Siemens

    Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres lagen Auftragseingang, Umsatzerlöse sowie der Gewinn nach Steuern der Siemens AG über den Werten des Vorjahresquartals.

    mehr lesen: Umsatzplus bei Siemens

  • IIoT-System mit überarbeitetem Interface

    IIoT-System mit überarbeitetem Interface

    Bei der Arbeit an der neuen Version der Ixon-IIoT-Cloud haben die Entwickler insbesondere die Themen Kollaboration und Benutzerfreundlichkeit in den Mittelpunkt gerückt. Der Hersteller schreibt, die Erweiterung eng an den…

    mehr lesen: IIoT-System mit überarbeitetem Interface

  • Mapal erweitert Geschäftsleitung

    Mapal erweitert Geschäftsleitung

    Mapal hat die Geschäftsleitung um Jacek Kruszynski und Siegfried Wendel erweitert. Der Wechsel fand bereit am 1. Oktober 2020 statt und soll dem Unternehmen helfen, die Kernkompetenzen zu stärken.

    mehr lesen: Mapal erweitert Geschäftsleitung

  • Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

    Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

    Curecomp gehört zukünftig zur Proalpha-Gruppe, wie der ERP-Anbieter am Montag mitgeteilt hat. Zudem erwarb der ERP-Anbieter eine Mehrheitsbeteiligung am Softwarehaus Böhme & Weihs.

    mehr lesen: Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

  • Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

    Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

    Die 34. Control – Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung – findet auch in diesem Jahr nicht als Präsenzveranstaltung statt. Geplant war das Branchenhighlight für den 4. bis 7. Mai 2021.

    mehr lesen: Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

  • Automobilindustrie erwartet Besserung

    Automobilindustrie erwartet Besserung

    Die deutschen Automobilbauer und ihre Zulieferer blicken etwas positiver in die Zukunft als noch Ende des vergangenen Jahres. Der Anstieg in der aktuellen Ifo-Befragung fällt jedoch nur gering aus.

    mehr lesen: Automobilindustrie erwartet Besserung

  • SAP übernimmt Signavio

    SAP übernimmt Signavio

    SAP übernimmt das Berliner Startup Signavio, einen Anbieter von Business Process Intelligence und Prozessmanagement-Lösungen. Wie der Softwarekonzern mitteilt, wird der Abschluss der Transaktion für das erste Quartal 2021 erwartet, vorbehaltlich…

    mehr lesen: SAP übernimmt Signavio

  • Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

    Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

    „Ich mache mir keine großen Sorgen, dass der Strukturwandel in der Automobilindustrie langfristig zu einem Aderlass im deutschen Maschinenbau führen wird“, betonte ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel im Rahmen einer Pressekonferenz.

    mehr lesen: Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

  • Mehr Kurzarbeit insgesamt, Rückgang in der Industrie

    Mehr Kurzarbeit insgesamt, Rückgang in der Industrie

    Im Januar waren wieder mehr Menschen in Kurzarbeit. In der Industrie ging die Zahl nach Schätzungen des Ifo-Instituts insgesamt jedoch zurück, wobei es je nach Branche unterschiedliche Entwicklungen gibt.

    mehr lesen: Mehr Kurzarbeit insgesamt, Rückgang in der Industrie