Produktdaten als strategische Frage: Damit KI nicht an der Datenbasis scheitert

IoT
Bild: ©tippapatt/stock.adobe.com

Auf den ersten Blick wirkt vieles gut organisiert: spezialisierte Abteilungen, etablierte Systeme, erfahrene Mitarbeitende. Doch entlang des Produktlebenszyklus verändert sich häufig die Qualität der Daten. Informationen entstehen in der Konstruktion, werden in nachgelagerten Bereichen ergänzt, interpretiert oder manuell korrigiert. Dann sind die Auswirkungen im Tagesgeschäft deutlich spürbar. Planungen werden instabil, Stücklisten stimmen nicht, Änderungen kommen verspätet oder unvollständig an. Rückfragen und Nacharbeit nehmen zu, Durchlaufzeiten verlängern sich, Termintreue leidet. In solchen Fällen geht Wertschöpfung verloren – nicht durch fehlende Kompetenz, sondern durch fehlende Datendurchgängigkeit.

Die Konstruktion als Ausgangspunkt technischer Abhängigkeiten

In der Konstruktion werden die Grundlagen gelegt – für Effizienz oder Ineffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ohne klare Standards, einheitliche Strukturen und automatisierte Prüfmechanismen können Daten entstehen, die fachlich korrekt, aber technisch nicht konsistent weiterverwendbar sind. Was hier nicht eindeutig definiert ist, muss später interpretiert werden. Unschärfe wirkt sich auf nachgelagerte Prozesse aus – bis in Arbeitsvorbereitung und Fertigung hinein.

Wachsende Systemlandschaften als Symptom

Um diese Brüche auszugleichen, wachsen Systemlandschaften. Schnittstellen werden erweitert, Sonderfälle manuell gelöst, Prozesse technisch stabilisiert. Was kurzfristig funktioniert, kann langfristig die Komplexität erhöhen, also den Aufwand für Betrieb, Pflege und Weiterentwicklung. Stabile, skalierbare Strukturen entstehen durch klare Datenmodelle, saubere Übergaben und technische Regeln, die Konsistenz sicherstellen. Was dabei häufig unterschätzt wird: Je länger diese Brüche bestehen, desto schwerer lassen sie sich beheben. Neue Anforderungen wie kürzere Lieferzeiten, höhere Variantenvielfalt oder zusätzliche Dokumentationspflichten treffen auf eine Systemlandschaft, die ursprünglich nicht dafür ausgelegt war. Die Skalierung wird zum Kraftakt.

Mit der Produktdatenqualität entscheidet sich bei vielen Prozessen, ob sie skalieren, Automatisierung greift und neue Technologien sinnvoll eingesetzt werden können.
Mit der Produktdatenqualität entscheidet sich bei vielen Prozessen, ob sie skalieren, Automatisierung greift und neue Technologien sinnvoll eingesetzt werden können.Bild: ©suththirat/stock.adobe.com

Wertschöpfung wird planbar

In der Fertigung zeigt sich, ob Produktdaten wirklich tragen. Sind sie konsistent und aktuell, laufen viele Prozesse stabiler. Sind sie fehlerhaft, entstehen Verzögerungen, Umrüstaufwände und unnötige Kosten. Durchgängige Produktdaten tragen zu zuverlässigen Arbeitsplänen, Stücklisten und Varianten und ihrer automatisieren Bereitstellung bei. Gleichzeitig entstehen strukturierte Rückmeldedaten aus der Fertigung – eine Voraussetzung, um Prozesse faktenbasiert zu bewerten und gezielt zu verbessern.

Automatisierung sorgt für Konsequenz

Automatisierte Abläufe sorgen nicht für Organisation, sondern für Konsequenz. Regeln werden eingehalten, Änderungen nachvollzogen, Freigaben technisch abgesichert. Manuelle Übergaben entfallen, Fehlerquellen werden reduziert. Durch diese Verlässlichkeit werden Daten konsistent nutz- und auswertbar.

Durchgängige Produktdaten als strategischer Rahmen

Produktdaten durchgängig zu denken, ist eine strategische Frage der Unternehmenssteuerung. Ihre technische Umsetzung erfordert stabile Systeme, klare Datenstrukturen und eine saubere Integration entlang des Produktlebenszyklus. Wenn CAD-, PDM-, PLM- und ERP-Systeme technisch zuverlässig zusammenspielen, entstehen durchgängige Informationsflüsse. Das Ergebnis sind keine neuen Organisationsmodelle, sondern eine belastbare Datenbasis, auf der Unternehmen ihre Prozesse steuern und weiterentwickeln können. Viele Unternehmen erkennen diesen Handlungsbedarf erst dann, wenn Prozesse nicht mehr skalieren oder neue Anforderungen nicht mehr sauber abbildbar sind.

KI-Einsatz ist das Ergebnis, nicht der Anfang

Künstliche Intelligenz benötigt hochwertige und konsistente Daten. Sind diese nicht vorhanden, entfalten KI-Projekte nicht den gewünschten Nutzen. Wer jedoch heute Ordnung in Daten und Systemen schafft, legt die technische Grundlage – von Automatisierung bis zu intelligenten Auswertungen.

Zur Frage nach dem Start von KI-Projekten gehört daher auch diese: Sind unsere Produktdaten dafür bereit? Diese Frage ist unbequem, aber notwendig. Denn sie entscheidet darüber, ob Investitionen Wirkung entfalten oder sogar bestehende Schwächen verstärken. Unternehmen, die hier früh Klarheit schaffen, gewinnen nicht nur technologische Optionen, sondern auch mehr strategische Handlungsfähigkeit.

Technische Grundlage statt Organisationsversprechen

Mit den Produkten und Dienstleistungen von Cideon setzen Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau genau hier an: bei der technischen Umsetzung durchgängiger Produktdaten, integrierter Systemlandschaften und definierter Datenmodelle – von der Konstruktion bis in die Fertigung. Nicht als Gestalter von Organisationen, sondern als Partner für die Einrichtung der technischen und datenbasierten Grundlage, auf der Unternehmen ihre Prozesse stabil, skalierbar und zukunftsfähig ausrichten können. Eine stabile, konsistente Datenbasis bildet das Fundament für Automatisierung, Transparenz und künftige Innovationen.



  • Siemens mit neuem Vorstandsvorsitzendem

    Siemens mit neuem Vorstandsvorsitzendem

    Im Rahmen der Siemens-Hauptversammlung hat der langjährige Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser sein Amt an Roland Busch übergeben.

    mehr lesen: Siemens mit neuem Vorstandsvorsitzendem

  • Umsatzplus bei Siemens

    Umsatzplus bei Siemens

    Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres lagen Auftragseingang, Umsatzerlöse sowie der Gewinn nach Steuern der Siemens AG über den Werten des Vorjahresquartals.

    mehr lesen: Umsatzplus bei Siemens

  • IIoT-System mit überarbeitetem Interface

    IIoT-System mit überarbeitetem Interface

    Bei der Arbeit an der neuen Version der Ixon-IIoT-Cloud haben die Entwickler insbesondere die Themen Kollaboration und Benutzerfreundlichkeit in den Mittelpunkt gerückt. Der Hersteller schreibt, die Erweiterung eng an den…

    mehr lesen: IIoT-System mit überarbeitetem Interface

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Mapal erweitert Geschäftsleitung

    Mapal erweitert Geschäftsleitung

    Mapal hat die Geschäftsleitung um Jacek Kruszynski und Siegfried Wendel erweitert. Der Wechsel fand bereit am 1. Oktober 2020 statt und soll dem Unternehmen helfen, die Kernkompetenzen zu stärken.

    mehr lesen: Mapal erweitert Geschäftsleitung

  • Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

    Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

    Curecomp gehört zukünftig zur Proalpha-Gruppe, wie der ERP-Anbieter am Montag mitgeteilt hat. Zudem erwarb der ERP-Anbieter eine Mehrheitsbeteiligung am Softwarehaus Böhme & Weihs.

    mehr lesen: Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

  • Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

    Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

    Die 34. Control – Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung – findet auch in diesem Jahr nicht als Präsenzveranstaltung statt. Geplant war das Branchenhighlight für den 4. bis 7. Mai 2021.

    mehr lesen: Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

  • Automobilindustrie erwartet Besserung

    Automobilindustrie erwartet Besserung

    Die deutschen Automobilbauer und ihre Zulieferer blicken etwas positiver in die Zukunft als noch Ende des vergangenen Jahres. Der Anstieg in der aktuellen Ifo-Befragung fällt jedoch nur gering aus.

    mehr lesen: Automobilindustrie erwartet Besserung

  • SAP übernimmt Signavio

    SAP übernimmt Signavio

    SAP übernimmt das Berliner Startup Signavio, einen Anbieter von Business Process Intelligence und Prozessmanagement-Lösungen. Wie der Softwarekonzern mitteilt, wird der Abschluss der Transaktion für das erste Quartal 2021 erwartet, vorbehaltlich…

    mehr lesen: SAP übernimmt Signavio

  • Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

    Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

    „Ich mache mir keine großen Sorgen, dass der Strukturwandel in der Automobilindustrie langfristig zu einem Aderlass im deutschen Maschinenbau führen wird“, betonte ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel im Rahmen einer Pressekonferenz.

    mehr lesen: Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

  • Mehr Kurzarbeit insgesamt, Rückgang in der Industrie

    Mehr Kurzarbeit insgesamt, Rückgang in der Industrie

    Im Januar waren wieder mehr Menschen in Kurzarbeit. In der Industrie ging die Zahl nach Schätzungen des Ifo-Instituts insgesamt jedoch zurück, wobei es je nach Branche unterschiedliche Entwicklungen gibt.

    mehr lesen: Mehr Kurzarbeit insgesamt, Rückgang in der Industrie

  • Quantenprozessor besser machen

    Quantenprozessor besser machen

    Quantenrechner sollen unter anderem Optimierungsaufgaben lösen, etwa für Produktionsprozesse. Im Verbundprojekt ‘GeQCoS‘ wollen Forscher Konzepte für den Bau eines verbesserten Quantenprozessors entwickeln.

    mehr lesen: Quantenprozessor besser machen