Tiefster Wert seit neun Monaten

BME-Einkaufsmanager-Index bleibt noch in der Wachstumszone

Mit immer noch mehr als 50 Punkten hält sich der IHS-Markit/BME-Einkaufsmanager-Index zwar noch in der Wachstumszone. Die Lieferengpässe machen der deutschen Industrie jedoch zu schaffen.

Die weitverbreiteten Lieferengpässe waren auch zu Beginn des vierten Quartals das größte Problem für die deutschen Hersteller, so geht es aus dem saisonbereinigten IHS-Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) hervor, der im Oktober bei 57,8 Punkten nach 58,4 im Vormonat notierte. Auch wenn es der tiefste Wert seit neun Monaten ist, bewegt sich der Frühindikator jedoch nach wie vor in der Wachstumszone.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Produktion: Nach Bereinigung saisonaler Faktoren sank der Teilindex Produktion auf ein 16-Monatstief und notierte knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Wie eine Vielzahl der Umfrageteilnehmer berichtete, führten die weltweiten Lieferengpässe zu niedrigeren Produktionsraten – entweder unmittelbar oder aufgrund von weniger Neuaufträgen.

Auftragseingang: Der Auftragseingang in der Industrie hat sich im Oktober erneut abgeschwächt. Der saisonbereinigte Teilindex rutschte dabei auf den tiefsten Wert seit Beginn der Wachstumsphase im Juli 2020. Viele der Befragten gaben an, dass die Nachfrage zwar weiterhin grundsätzlich hoch sei, aber immer mehr Kunden (oft aus dem Automobilsektor) aufgrund von Materialmangel Kurzarbeit einführen müssen, was wiederum bedeutet, dass Aufträge storniert oder verschoben werden.

Auftragseingang Export: Laut Index wuchsen die Neuaufträge aus dem Ausland stärker als der Gesamt-Auftragseingang, wenngleich das Plus gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert blieb. Vor allem in Nordamerika zog die Nachfrage laut Befragung an. Beim Blick auf die Teilbereiche zeigt sich, dass die Hersteller von Vorleistungsgütern hier erneut am schlechtesten abschnitten.

Jahresausblick: Die Geschäftserwartungen hinsichtlich der zukünftigen Produktionsraten haben sich im Oktober den vierten Monat in Folge leicht eingetrübt. Laut Index bleiben die meisten Unternehmen größtenteils optimistisch, aber die Besorgnis über die anhaltenden Lieferengpässe und den damit verbundenen steigenden Inflationsdruck ließen den Teilindex Jahresausblick auf den niedrigsten Stand seit August 2020 sinken.

Beschäftigung: Vor dem Hintergrund der anhaltenden Bemühungen, die Kapazitäten zu erweitern, ist die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe im Oktober den achten Monat hintereinander gestiegen. Die Zuwachsrate blieb im Vergleich mit historischen Daten solide, sie schwächte sich allerdings erneut ab – auf den nun niedrigsten Stand seit März. Laut Befragung klagten Umfrageteilnehmer vielerorts über den Fachkräftemangel. Daneben gab es bei einigen Firmen auch eine gewisse Zurückhaltung hinsichtlich Neueinstellungen aufgrund steigender Kosten und rückläufiger Nachfrage.

Einkaufspreise: Auch im Oktober blieb der Kostendruck in der Industrie hoch. Die Inflationsrate der Einkaufspreise zog im Vormonatsvergleich erstmals seit drei Monaten wieder leicht an und notiert weiterhin nah am Allzeithoch von Juli. Aluminium, Elektronikteile, Energie, Kunststoffe und Stahl wurden am häufigsten als teurer gemeldet.

Verkaufspreise: Die Verkaufspreise stiegen zu Beginn des vierten Quartals so deutlich an wie nie zuvor in der Umfragegeschichte. Nahezu die Hälfte der befragten Unternehmen meldete eine Erhöhung, was die meisten von ihnen mit der Weitergabe höherer Kosten an die Kunden begründete. In allen drei Teilbereichen wurden Anstiege registriert, angeführt vom Vorleistungsgüterbereich.

Der IHS-Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) gibt einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Der Index beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt).

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