Malware für Air-Gap-Netzwerke

Eset entdeckt neues Spionageprogramm

Die Malware Ramsay ist auf das Sammeln und Ausschleusen sensibler Daten von Systemen spezialisiert, die nicht mit dem Internet verbunden sind. Das Security-Unternehmen Eset hat die Schadsoftware analysiert.


Forscher des IT-Security-Anbieters Eset haben ein bisher unbekanntes Spionageprogramm namens Ramsay analysiert, welches auf das Sammeln und Herausfiltern sensibler Dateien aus sogenannten ‘Air Gap‘ Systemen spezialisiert ist. Dabei handelt es sich um ein Sicherheitskonzept für Computer und Netzwerke, die nicht direkt mit dem Internet oder anderen Netzen verbunden sind. Aufgrund der derzeit geringen Verbreitung vermuten die Forscher, dass das Spionageprogramm für gezielte Angriffe genutzt wird oder sich noch in der Entwicklung befindet. Für diese These spricht, dass die Malware-Autoren scheinbar verschiedene Infektionswege ausprobieren. Zum Beispiel kam ein alter Exploit zum Einsatz, der Microsoft Word-Schwachstellen aus dem Jahr 2017 ausnutzt. Insgesamt haben die Forscher bisher drei verschiedene Versionen von Ramsay entdeckt, die sich in ihrer Komplexität unterscheiden. Die Analyse wurde auf Welivesecurity.de veröffentlicht.

„Besonders bemerkenswert ist das architektonische Design des Spionageprogramms. Die Verbreitungs- und Kontrollfähigkeiten ermöglichen die effektive Infiltration in Netzwerken, die nicht mit dem Internet verbunden sind“, weiß Thomas Uhlemann, Security Specialist bei Eset. Ramsay bietet eine Reihe von Funktionen, die speziell auf das Einsatzgebiet zugeschnitten sind:

Dateisammlung und verdeckte Speicherung: Das primäre Ziel von Ramsay ist es, alle vorhandenen Dokumente innerhalb des Dateisystems zu sammeln.

Ausführen von Befehlen: Das Kontrollprotokoll von Ramsay besitzt eine Methode zum Scannen und Abrufen von Befehlen.

Verbreitung: Ramsay hat eine Komponente, die für den Betrieb in Systemen konzipiert ist, die nicht direkt mit dem Internet verbunden sind.