Wie KI die Robotik verändert

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Bild: Capgemini Engineering Deutschland

Capgemini hat eine Studie zu Physical AI veröffentlicht. Das Capgemini Research Institute beschreibt Physical AI darin als künstliche Intelligenz, die über strikt vorgegebene Prozesse hinaus freier in der physischen Welt agieren kann. Laut Unternehmen untersucht die Studie die Auswirkungen auf Robotik und das Potenzial für Unternehmen. Befragt wurden 1.678 Führungskräfte aus 16 Ländern und 15 Branchen. Die Erhebung fand im Januar und Februar 2026 statt.

Einsatz und Erwartungen

Nach Angaben von Capgemini beschäftigen sich 79 Prozent der Unternehmen bereits mit Physical AI. 27 Prozent setzen entsprechende Systeme ein oder skalieren sie. 60 Prozent der Führungskräfte gehen laut Studie davon aus, dass Physical AI Robotikanwendungen ermöglicht, die bisher nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll waren. Als Beispiele nennt die Pressemitteilung gefährliche Tätigkeiten, Mikro-Logistik, Pick-and-Place-Aufgaben, Feldinspektionen sowie Anwendungen in Fertigung, Pflege und Versicherungen. In der Hightech-Branche sehen 93 Prozent Physical AI als ‚Gamechanger‘, in Lagerhaltung und Logistik sind es 69 Prozent, in der Landwirtschaft 59 Prozent.

Interesse der Unternehmen

43 Prozent der Führungskräfte geben an, dass Reshoring und Reindustrialisierung ihr Interesse an Physical AI als Unterstützung einer skalierbaren inländischen Produktion verstärken. Zwei Drittel der Unternehmen räumen dem Thema in den kommenden drei bis fünf Jahren eine hohe Priorität in ihrer Automatisierungsagenda ein. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht autonome mobile Roboter, industrielle Roboterarme und kollaborative Roboter als die am schnellsten wachsenden Robotik-Formen in diesem Zeitraum. Ein zentraler Treiber für Investitionen sind laut Capgemini Engpässe bei Arbeitskräften. Besonders ausgeprägt sei dieser Faktor in Landwirtschaft, Einzelhandel, Hightech-Industrie, Lagerhaltung und Logistik sowie in der Automobilbranche.

Herausforderungen bei Skalierung

Nahezu zwei Drittel der Führungskräfte erwarten, dass Physical AI innerhalb der nächsten fünf Jahre den Übergang von Pilotprojekten zu breiterer Implementierung schafft. Zugleich geben 4 Prozent an, bereits im großen Maßstab zu operieren. Fast acht von zehn Führungskräften sehen die Skalierung als Herausforderung. Bei humanoiden Robotern nennen 72 Prozent technologische Unreife als Hemmnis, 63 Prozent hohe Kosten und 58 Prozent die Trainingsanforderungen. Mehr als sechs von zehn Führungskräften halten den Return on Investment humanoider Roboter derzeit für nicht klar genug.

„Robotik bedeutete bisher Fabrikhallen, geschützte Umgebungen sowie definierte und repetitive Aufgaben“, sagt Peter Fintl, Vice President Technology & Innovation bei Capgemini Engineering. „Die technologischen Durchbrüche im Bereich der künstlichen Intelligenz, Rechenleistung und Mechanik markieren jetzt einen Wendepunkt.“