Wie ein nachhaltiges Multi-Provider Cloud-Edge-Kontinuum für Europa entsteht

Close up details of data center, computing center, high consumption electricity. Cooling and emergency power. Aerial view.
Close up details of data center, computing center, high consumption electricity. Cooling and emergency power. Aerial view. –

Die Fraunhofer-Institute ISST und AISEC unterstützen das SAP-Projekt ApeiroRA beim Aufbau eines, wie es in einer Pressemitteilung heißt, nachhaltigen Multi-Provider Cloud-Edge-Kontinuums für Europa. Dieses ist Teil der IPCEI-CIS-Initiative (Important Project of Common European Interest – Cloud Infrastructure and Services).

Dazu wollen die Institute unter anderem auf Vorarbeiten aus dem Forschungscluster CCIT (Cluster of Excellence Cognitive Internet Technologies) aufsetzen, dessen Forschungsschwerpunkt auf der Etablierung eines souveränen Edge-Cloud-Kontinuums liegt.

„Fraunhofer ist für uns der richtige Partner, weil hier wissenschaftliche Exzellenz konsequent mit Umsetzungsstärke verbunden wird. Gerade im Apeiro-Projekt, in dem wir eine komplexe Referenzarchitektur schrittweise in konkrete Lösungen und Piloten überführen, ist diese Fähigkeit entscheidend. In der Zusammenarbeit ergänzen sich die Partner sehr gut: SAP bringt die industrielle Anwendung und Skalierung, Fraunhofer die methodische Tiefe und strukturierte Entwicklung neuer Ansätze – und genau daraus entsteht die Grundlage für belastbare, praxisnahe Technologien“, betont Andreas Schlosser, Apeiro-Koordinator für Partnerschaften & Integrationen bei SAP.

EU-Strategie: Cloud Egdes fördern

Heinrich Pettenpohl, Abteilungsleiter IT Service Providers am Fraunhofer ISST, sagt: „Im globalen Markt für Public-Cloud-Dienste hat Europa den Anschluss verloren. Im Bereich von Cloud Edge Computing ist das nicht der Fall. Daher verfolgt die EU-Kommission die Strategie, dezentrale, kleinere Rechenzentren, sogenannte Cloud Edges, zu fördern, sodass europäische Unternehmen direkten Zugriff haben und ihre Daten dort ablegen können.“

Als Vorteil beschreiben die Fraunhofer-Institute, dass die Datenverarbeitung von zentralen Rechenzentren direkt an den Rand (Edge) des Netzwerks verlagert wird, und somit nah an die Datenquelle. Solche Edge-Cloud-Rechenzentren können sich überall befinden, etwa im Turmfuß eines Windkraftwerks, auf einem Betriebshof oder in einer Produktionshalle. Die Forschenden erklären weiter, dass sich dadurch Latenzzeiten reduzieren und Bandbreiten schonen lassen sowie Echtzeitanalysen möglich werden. Die Cloud dient dabei weiterhin als zentraler Speicher und für komplexe Langzeitanalysen.

In der Pressemitteilung wird zudem betont, dass ein Gegenpol zu den zentralisierten Cloudsystemen von Amazon und Co. geschaffen wird und im Open-Source-Großprojekt ApeiroRA ein sicheres, herstellerunabhängiges europäisches Cloud-Edge-Kontinuum entsteht. Dieses soll zentrale Cloud-Rechenzentren und dezentrale Cloud Edges nahtlos zu einer einzigen, intelligenten IT-Infrastruktur verbinden. Arbeitslasten werden dynamisch dorthin verteilt, wo sie am effizientesten verarbeitet werden.

Lifecycle Management für Cloud- und Edge-Services

Fraunhofer unterstützt das Projekt zudem mit der Entwicklung und der prototypischen Umsetzung eines Lifecycle Managements für Cloud- und Edge-Services. Zu den Aufgaben zählt der Aufbau von modularen Systemen für Cloud- und Edge-Dienste, die zwischen verschiedenen Anbietern und Anwendungen agieren.

Um Anforderungen an Sicherheit und Compliance, Datenschutz und regulatorische Vorgaben zu erfüllen, setzt das Team auf Sicherheitsstrategien wie Zero Trust und Confidential Computing. „Wir integrieren eine Sicherheitsarchitektur in die Apeiro-Referenzarchitektur mit Zero Trust-Prinzipien und Confidential Computing zur sicheren, interoperablen Identitäts- und Zugriffsverwaltung sowie zur technologieunabhängigen Attestierung von Workloads in föderierten Multi-Provider-Umgebungen, also in IT-Ökosystemen, in denen Dienste, Ressourcen und Identitäten verschiedener Anbieter nahtlos miteinander verknüpft sind“, sagt Dr. Michael Weiß, Wissenschaftler am Fraunhofer AISEC. Die Forschenden betonen, dass unabhängige Systeme über offene Standards und Vertrauensstellungen (Föderationen) zusammenarbeiten, sodass sie wie eine einzige Plattform wirken. Dies soll unter anderem durch die Implementierung vertrauenswürdiger Ausführungsumgebungen, eine technologieunabhängige Integritätsverifikation von Software-Stacks und eine minimalistische Vergabe von Zugriffsrechten erreicht werden.

Ressourcenverbrauch wird erfasst

Auch die Entwicklung eines Frameworks zur ganzheitlichen Analyse von Ressourcenverbräuchen, zur Erfassung und Vorhersage von Nachhaltigkeitsmetriken sowie von Empfehlungen für ressourceneffiziente Konfigurationen beschäftigt die Fraunhofer-Forschenden. „Indem wir Cloud Services dorthin verlagern, wo entsprechend Energie oder erneuerbare Energie vorhanden ist, gestalten wir das System nachhaltig. Durch den Einsatz von digitalen Zwillingen wollen wir den Ressourcenverbrauch optimieren und nachhaltige IT-Konfigurationen realisieren“, erläutert Pettenpohl.

Seiten: 1 2



  • SSD mit mehrschichtigem Datenschutz

    SSD mit mehrschichtigem Datenschutz

    Wem seine Daten wichtig sind, setzt auf mehr als nur eine Sicherheitslösung. Lokale Backup- oder Cloudlösungen sind ein Weg, seine Daten zu sichern. Wird der PC allerdings entwendet, durch Dritte…

    mehr lesen: SSD mit mehrschichtigem Datenschutz

  • Geschäftsklima erholt sich

    Geschäftsklima erholt sich

    Die Corona-Krise hat die deutsch Elektroindustrie in den vergangenen Monaten hart getroffen. Auch der Mai brachte trotz erster Lockerungen Verluste für die Branche.

    mehr lesen: Geschäftsklima erholt sich

  • Wie ist die Stimmung in der Fertigungsindustrie

    Wie ist die Stimmung in der Fertigungsindustrie

    In einer Studie des IIoT-Spezialisten Relayr wurden je 100 Unternehmen in den USA und in Deutschland zu aktuellen Entwicklungen während der Coronakrise befragt. Dabei zeigen sich sogar positive Effekte.

    mehr lesen: Wie ist die Stimmung in der Fertigungsindustrie

  • Cosmo Consult expandiert nach Asien

    Cosmo Consult expandiert nach Asien

    Die Cosmo Consult-Gruppe eröffnet eine Niederlassung in Hongkong und plant darüber hinaus weitere Standorte in Asien.

    mehr lesen: Cosmo Consult expandiert nach Asien

  • Auftragseingang im Maschinenbau weiter rückläufig

    Auftragseingang im Maschinenbau weiter rückläufig

    Wie bereits im April blieb der Auftragseingang der deutschen Maschinenbauer auch im Mai weit unter dem Niveau des Vorjahres. Die Bestellungen blieben 28 Prozent unter dem Vorjahreswert.

    mehr lesen: Auftragseingang im Maschinenbau weiter rückläufig

  • Produktion legt wieder zu

    Produktion legt wieder zu

    Laut statistischem Bundesamt hat sich die Industrie im Mai von den Einbrüchen verursacht durch die Corona-Pandemie etwas erholt. Die Produktion legte zu, verfehlt das Mai-Ergebnis des Vorjahres jedoch um 19,3…

    mehr lesen: Produktion legt wieder zu

  • Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

    Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

    Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmensleiter weltweit sind optimistisch, dass sich der europäische Markt relativ schnell vom wirtschaftlichen Abschwung durch die COVID-19-Pandemie erholen wird. Das geht aus einem Report des…

    mehr lesen: Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

  • Neuer CSO bei Proalpha

    Neuer CSO bei Proalpha

    Der ERP-Anbieter Proalpha hat einen neuen Chief Sales Officer. Zum 1. Juli hat Michael T. Sander die Position übernommen. Er folgt auf Andree Stachowski.

    mehr lesen: Neuer CSO bei Proalpha

  • Leuze nimmt neues Distributionszentrum in Betrieb

    Leuze nimmt neues Distributionszentrum in Betrieb

    Leuze will bis Ende Juli sein neues Distributionszentrum in Betrieb nehmen.

    mehr lesen: Leuze nimmt neues Distributionszentrum in Betrieb

  • Armin Schnettler wird VDE-Präsident

    Armin Schnettler wird VDE-Präsident

    Der VDE hat mit Prof. Dr. Armin Schnettler einen neuen Präsidenten. Er folgt auf Dr. Gunther Kegel.

    mehr lesen: Armin Schnettler wird VDE-Präsident

  • Plattform für digitale Ausweisdokumente

    Plattform für digitale Ausweisdokumente

    Infineon Technologies bietet mit Secora ID eine einfach zu integrierende Sicherheitsplattform für digitale Ausweisdokumente, die kontaktlos funktionieren.

    mehr lesen: Plattform für digitale Ausweisdokumente

  • In der Krise mehr digitalisieren

    In der Krise mehr digitalisieren

    52 Prozent der Unternehmen wollen ihre Ausgaben bezüglich der digitalen Transformation erhöhen. Dies hat der Business-Software-Anbieter IFS in einer Studie ermittelt für die weltweit mehr als 3.032 Führungskräfte befragt wurden.

    mehr lesen: In der Krise mehr digitalisieren