Warum KI die Dark Factory vorantreibt und welche Rolle ein MES dabei spielt

0:000:00

Bildkomposition Itac
Bildkomposition Itac – Bild: Itac Software AG

Die Vision der Dark Factory gewinnt durch künstliche Intelligenz an Dynamik. Dabei gelten autonome Produktionsprozesse, intelligente Assistenzsysteme und selbstlernende Algorithmen als nächste Entwicklungsstufe der industriellen Fertigung. Doch mit dem wachsenden Fortschritt von KI stellt sich auch die Frage, welche Rolle Manufacturing Execution Systeme (MES/MOM) dabei spielen. In einer Pressemitteilung betont die Itac Software, dass KI das MES nicht ersetzt, sondern vielmehr zur Grundlage für den intelligenten KI-Einsatz wird.

„Beim Zielbild der Dark Factory handelt es sich weniger um einen kurzfristig erreichbaren Endzustand, sondern um eine langfristige Reifegradentwicklung. In hochstandardisierten Fertigungsumgebungen werden autonome Abläufe zunehmend Realität. In vielen Industrieunternehmen bestimmen jedoch Variantenvielfalt, kleine Losgrößen und kurzfristige Änderungen weiterhin den Produktionsalltag. Dort geht es nicht um menschenleere Fabriken, sondern um eine intelligente Zusammenarbeit zwischen Mensch, Produktionssystemen und KI“, sagt Martin Heinz, CEO der Itac Software.

Itac betont, dass Menschen dabei vermehrt steuernde, überwachende und strategische Aufgaben übernehmen, während KI sie bei Analysen, Ursachenforschung und Entscheidungen unterstützt.

Produktionskontext entscheidend

Damit KI jedoch Produktionsprozesse zuverlässig analysiert, Zusammenhänge erkennt und fundierte Handlungsempfehlungen ableiten kann, benötigt sie Itac Software zufolge weit mehr als große Datenmengen. Entscheidend sei der Produktionskontext: Welche Maschine bearbeitet welches Produkt? Welche Materialien wurden eingesetzt? Welche Prozessparameter galten? Welche Qualitätsvorgaben sind einzuhalten? Erst dieser Kontext ermöglicht laut Itac belastbare Analysen und fundierte Entscheidungen.

Hier sieht der Softwareanbieter heute und auch zukünftig die zentrale Rolle eines MES. Es steuert und dokumentiert Produktionsabläufe, verknüpft Maschinen, Materialien, Mitarbeitende und Prozesse und schafft damit den Produktionskontext, den Analytics und KI für belastbare Auswertungen und fundierte Entscheidungen benötigen.

KI ersetzt demnach ein MES nicht, sondern beide Welten arbeiten im Zusammenspiel. Während das MES Produktionsprozesse steuert und absichert, analysieren Analytics-Tools Produktions- und Maschinendaten nahezu in Echtzeit und identifizieren Optimierungspotenziale. KI nutzt diese Erkenntnisse, um Ursachenanalysen, Handlungsempfehlungen und Assistenzfunktionen bereitzustellen. Itac betont, dass MES, Analytics und KI gemeinsam die Voraussetzungen für eine zunehmend autonome Produktion schaffen.

Wo starten?

Der Softwareanbieter weist außerdem darauf hin, dass viele Unternehmen ihre KI-Initiativen noch immer technologiegetrieben starten. Erfolgreicher sei dagegen ein anderer Ansatz, wie Martin Heinz erläutert: „Nicht die Frage ‚Wo können wir KI einsetzen?‘ sollte am Anfang stehen, sondern ‚Welche Entscheidung möchten wir verbessern?‘. Typische Anwendungsfälle sind beispielsweise die Ursachenanalyse bei Qualitätsproblemen, die Optimierung von Rüstzeiten oder die Unterstützung von Mitarbeitenden beim schnellen Zugriff auf Produktionswissen.“

Der Softwareanbieter betont, dass Unternehmen, die bereits über eine moderne MOM- oder MES-Software verfügen, solche Anwendungen deutlich schneller produktiv einsetzen können, weil die erforderlichen Prozess- und Produktionsdaten bereits verfügbar sind.

Itac selbst bietet etwa das Fertigungsmanagementsystem Itac.MOM.Suite sowie die KI-Plattform Itac.Cati an. Diese sollen dabei helfen, Produktionswissen, Echtzeitdaten und künstliche Intelligenz in einem gemeinsamen Kontext zusammenzuführen. Itac hebt hervor, dass dadurch intelligente Assistenzsysteme entstehen, die Mitarbeitende unterstützen und gleichzeitig den Weg zu einer zunehmend autonomen Produktion ebnen. Die Dark Factory könne somit zur konsequenten Weiterentwicklung einer digital vernetzten Produktion werden.



  • Fraunhofer-Forscher machen altes Schmiedeverfahren fit für die Zukunft

    Fraunhofer-Forscher machen altes Schmiedeverfahren fit für die Zukunft

    Das Gesenkschmieden ist ein traditionsreiches Fertigungsverfahren zur Herstellung von Metallteilen mit komplexen Formen. Sollen große Metallteile hergestellt werden, sind robuste und schwere Gesenke erforderlich. Deren Wechsel dauert oft mehrere Stunden…

    mehr lesen: Fraunhofer-Forscher machen altes Schmiedeverfahren fit für die Zukunft

  • Joachim Herz Stiftung investiert in Weidmüller

    Joachim Herz Stiftung investiert in Weidmüller

    Weidmüller hat bekannt gegeben, dass sich die Hamburger Joachim Herz Stiftung im Rahmen einer Kapitalerhöhung an dem Unternehmen beteiligt.

    mehr lesen: Joachim Herz Stiftung investiert in Weidmüller

  • Wenige Fertiger haben strenge DMARC-Richtlinien

    Wenige Fertiger haben strenge DMARC-Richtlinien

    Trotz zunehmender Cyberangriffe haben Fertigungsunternehmen laut einer Studie von EasyDMARC Defizite beim Schutz gegen Phishing- und Spoofing-Angriffe.

    mehr lesen: Wenige Fertiger haben strenge DMARC-Richtlinien

  • Unternehmen können KI-Erwartungen des Managements nicht erfüllen

    Unternehmen können KI-Erwartungen des Managements nicht erfüllen

    Deutsche Führungskräfte wollen dem Hype um künstliche Intelligenz (KI) folgen, so das Ergebnis einer Studie von IFS. Die Unternehmen sind jedoch noch nicht in der Lage, die Erwartungen an die…

    mehr lesen: Unternehmen können KI-Erwartungen des Managements nicht erfüllen

  • Trumpf und SiMa.ai statten Lasersysteme mit KI-Chips aus

    Trumpf und SiMa.ai statten Lasersysteme mit KI-Chips aus

    Die Unternehmen Trumpf und SiMa.ai entwickeln KI-Chips und Software zur Verbesserung von Schweiß-, Schneid- und Markierprozessen. Die Technologie soll für effizientere Laseranwendungen sorgen.

    mehr lesen: Trumpf und SiMa.ai statten Lasersysteme mit KI-Chips aus

  • Werkzeugbahnen im virtuellen Raum planen und skizzieren

    Werkzeugbahnen im virtuellen Raum planen und skizzieren

    Werkzeugbahnen für Zerspanprozesse in CAM-Systemen zu planen erfordert Expertenwissen. Viele Parameter müssen bestimmt und geprüft werden, um die Bahnplanung Schritt für Schritt zu optimieren. Im Projekt CAMStylus arbeiten die Beteiligten…

    mehr lesen: Werkzeugbahnen im virtuellen Raum planen und skizzieren

  • Automatisierungstreff wieder erfolgreich

    Automatisierungstreff wieder erfolgreich

    Die Agentur Strobl als Veranstalter des Automatisierungstreffs hat für die diesjährige Ausgabe im April ein positives Fazit gezogen.

    mehr lesen: Automatisierungstreff wieder erfolgreich

  • TXOne ernennt neuen CRO

    TXOne ernennt neuen CRO

    Stephen Driggers, zuletzt CRO bei Nozomi Networks, heuert bei TXOne Networks an und übernimmt dort ebenfalls die Position des Chief Revenue Officers.

    mehr lesen: TXOne ernennt neuen CRO

  • VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

    VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

    Auf dem 25. VDI-Kongress Automation haben die mehr als 350 Teilnehmenden unter dem Motto ’AI beats Automation?‘ über Zukunftstrends diskutiert.

    mehr lesen: VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

  • Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

    Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

    Durch NIS2 und KRITIS-Dachgesetz erweitert sich die Zahl der regulierten Organisationen auf über 30.000. Der Eco Verband gibt Unternehmen daher Tipps an die Hand, wie sie die Cyber-Resilienz ihrer industrieller…

    mehr lesen: Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

  • GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

    GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

    Im Projekt GenISys entwickeln Forschende der Bergischen Universität gemeinsam mit zwei Praxispartnern generative KI-Modelle, mit denen der Bau von Abfüllanlagen zukünftig intelligenter und ressourcenschonender vonstatten gehen soll.

    mehr lesen: GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

  • Maschinenbauer rechnen erst 2025 mit Erholung

    Maschinenbauer rechnen erst 2025 mit Erholung

    Die Stimmung im Maschinenbau hat sich eingetrübt, auch mit Blick auf das Gesamtjahr. Laut VDMA-Konjunkturumfrage werden die Investitionen erst 2025 wieder steigen.

    mehr lesen: Maschinenbauer rechnen erst 2025 mit Erholung