Vier Cyberrisiken für Fahrzeuge durch GenAI

vicone the living risk hiding in au 20250829112411
Bild: VicOne Inc.

Die Integration von GenAI in Fahrzeugsysteme bringt neben neuen Funktionen auch die Einbettung von IT-Komponenten mit sich, die über den gesamten Lebenszyklus eigenständig lernen, sich weiterentwickeln und autonom arbeiten. Nach Einschätzung des Automotive-Cybersecurity-Anbieters VicOne entsteht dadurch eine neue Bedrohung für die Automobilindustrie. Viele Hersteller (OEMs) sind für Training und Bereitstellung dieser Modelle auf Drittanbieter angewiesen und haben keinen Einblick in die Trainingsdaten oder die Verfahren. GenAI-Modelle unterscheiden sich damit deutlich von klassischen Softwarekomponenten und stellen ein zusätzliches Risiko in den Lieferketten dar.

Unsicherheiten bei Training und Bereitstellung

Das Verhalten von GenAI-Modellen hängt von den Daten ab, mit denen sie trainiert wurden und von den Mechanismen des kontinuierlichen Lernens. Dadurch lassen sie sich mit etablierten Testmethoden meist nicht vollständig absichern. Da häufig externe Partner Modelltraining und Optimierung übernehmen, verteilen sich die Risiken über alle Phasen des Lebenszyklus. Hinzu kommt, dass sich die Herkunft der Trainingsdaten oft nicht überprüfen lässt und auch nicht ersichtlich ist, ob sensible Informationen bei der Feinabstimmung offengelegt wurden. Zudem können Modelle ihr Verhalten mit der Zeit verändern.

Schwachstellen der Modelle

VicOne verweist auf Schwachstellen, die gerade bei häufig verwendeten Open-Source-Modellen auftreten. Laut dem Enkrypt AI Safety Leaderboard überschreiten die zehn am meisten heruntergeladenen Open-Source-Modelle die vom US?National Institute of Standards and Technology gesetzte Sicherheitsschwelle. Es wurden bereits reale Angriffe bekannt. Auch Google musste jüngst Sicherheitslücken in seiner Plattform Vertex AI schließen, über die Angreifern Manipulationen der trainierten Modelle möglich gewesen wären.

Gefahren durch verfälschte Trainingsdaten

Ein zweiter Bereich betrifft die Risiken verfälschter Daten. Bei der Feinjustierung von KI-Modellen kommen teilweise sensible Daten wie Kundendienstdaten, Wartungsprotokolle oder Fahrtenbücher zum Einsatz. Öffentlich verfügbare Datensätze erhöhen die Gefahr zusätzlich. So entdeckten Sicherheitsforscher im Jahr 2024 auf der Plattform Hugging Face 100 bösartige Modelle zur Codeausführung. Werden kompromittierte Daten bei der Anpassung von Modellen integriert, gelangen Schwachstellen dauerhaft ins System und können spätere Angriffe erleichtern. Schon eine relativ kleine Zahl manipulierter Beispiele innerhalb größerer Datensammlungen kann das Verhalten von GenAI-Modellen verlässlich verändern.

Seiten: 1 2 3



  • Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

    Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

    Die internetbasierte Veranstaltung IT meets OT am 08. September 2020 bietet Hintergrundwissen zu den zentralen Aspekten von OT- und IT-Architekturen. Dabei werden Fragen adressiert wie: Warum ist Integrität das Schutzziel…

    mehr lesen: Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

  • Schneider Electric übernimmt Proleit

    Schneider Electric übernimmt Proleit

    Schneider Electric hat den MES-Anbieter Proleit AG erworben. Mit diesem Schritt will der französische Konzern seine Kompetenzen bei der Software-gestützten Automatisierung erweitern.

    mehr lesen: Schneider Electric übernimmt Proleit

  • Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

    Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

    Im Juli ist der Bitkom-Ifo-Digitalindex erneut gestiegen — der dritte Anstieg in Folge. Die Bitkom-Branche blickt zudem wieder in die Zukunft. Die Erwartungen an das nächste halbe Jahr liegen wider…

    mehr lesen: Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

    Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

    Siemens stellt sein Topmanagement um: Roland Busch übernimmt ab Oktober die Verantwortung für das Geschäftsjahr 2021. Auf der Hauptversammlung nächsten Februar löst Busch Topmanager Joe Kaeser als Vorstandsvorsitzenden ab. Digital…

    mehr lesen: Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

  • Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

    Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

    Die durch Handelsstreitigkeiten und politische Verwerfungen geschwächte Weltkonjunktur wurde durch die Covid-19-Pandemie zusätzlich getroffen. Das zeigt sich auch am deutlichen Orderminus im Maschinen- und Anlagenbau.

    mehr lesen: Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

  • Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

    Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

    Mit Alexander Kläger hat SAP Deutschland seit dem 1. August einen neuen Geschäftsführer. Der 49-Jährige ist seit 2012 für den Software-Konzern tätig.

    mehr lesen: Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

  • Schwachstellen priorisieren und beheben

    Schwachstellen priorisieren und beheben

    Mit der Vulnerability Mitigation App (VMA) stellt Tufin eine Applikation zur Verfügung, die es Unternehmen ermöglicht, Bedrohungen zu priorisieren und auf diese Weise eine effektive Fehlerbehebung und automatisierte Risikominderung zu…

    mehr lesen: Schwachstellen priorisieren und beheben

  • Emotet ist zurück

    Emotet ist zurück

    Bereits im Februar 2020 berichteten wir von einem Cyberangriff mit dem Trojaner Emotet auf das Berliner Kammergericht. Mehr als 160 Tage nach der letzten bekannten Verbreitung der Schadsoftware konnten Sicherheitsforscher…

    mehr lesen: Emotet ist zurück

  • Kein Unternehmen kommt ohne IoT-Sicherheit aus

    Kein Unternehmen kommt ohne IoT-Sicherheit aus

    Das Internet der Dinge setzt sich in großem Stil durch, weil die potenziellen Vorteile immens sind. Ob es sich um Gebäude- und Straßenlichtsensoren, Überwachungskameras, IP-Telefone, Point-of-Sale-Systeme, Konferenzraumtechnik und vieles mehr…

    mehr lesen: Kein Unternehmen kommt ohne IoT-Sicherheit aus

  • Unternehmen sollten mehr auf Sicherheitsexperten setzen

    Unternehmen sollten mehr auf Sicherheitsexperten setzen

    In jedem dritten Unternehmen (28 Prozent) gab es im letzten Jahr mindestens einen gravierenden Sicherheitsvorfall. Das sind 2 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Meist handelte es sich dabei…

    mehr lesen: Unternehmen sollten mehr auf Sicherheitsexperten setzen

  • Simulation Day in München

    Simulation Day in München

    Welche Am 24. September 2020 lädt Machineering Interessenten zum 4. Simulation Day nach München ein. Vor Ort lernen die Teilnehmer die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten der Simulationssoftware industrialPhysics kennen.

    mehr lesen: Simulation Day in München