Unternehmen zeigen oft Wissenslücken bei NIS-2

CSC26 Tag 01 Ausstellung 0101
Bild: Schwarz Digits KG

Laut ’Cyber Security Report 2026‘ von Schwarz Digits, gibt es trotz geschätzter Wirtschaftsschäden von jährlich mehr als 202Mrd.€ durch Cyberangriffe eine hohe Diskrepanz der wahrgenommenen Vorbereitung und der strukturellen Resilienz. Zwar stiegen Cybersicherheitsbudgets laut der repräsentativen Erhebung auf 17% des IT-Budgets. Sie blieben jedoch reaktiv und regulatorisch getrieben, so die Studienautoren. Den Ergebnissen zufolge unterschätzt zudem fast jedes zweite Unternehmen seine regulatorische Betroffenheit unter NIS-2. 48% der befragten Unternehmen gehen fälschlicherweise davon aus, nicht von der NIS-2-Richtlinie betroffen zu sein. Die Autoren betonen, dass die Lage besonders für umsatzstarke Kleinunternehmen gefährlich ist: Obwohl sie mit 10 bis 49 Mitarbeitern eine geringe Personalstärke aufweisen, überschreiten sie die Umsatzgrenze von 10Mio.€ und werden damit regulierungspflichtig. In diesem Segment schließen 92% der Befragten eine Betroffenheit fälschlicherweise aus.

„Cybersicherheit ist im Jahr 2026 keine IT-Aufgabe mehr, sondern eine Existenzfrage für jede Geschäftsführung”, sagt Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits. „Wer NIS-2 als bürokratische Last missversteht, riskiert nicht nur schmerzhafte Sanktionen, sondern die operative Substanz seines Unternehmens.“

Zudem zeigen sich die Befragten kritisch gegenüber der öffentlichen Hand: 62% der Unternehmen fühlen sich bei der NIS-2-Einführung von den Behörden unzureichend unterstützt. Darüber hinaus fühlen sich nur 21% der Firmen durch politische und verwaltungstechnische Maßnahmen ausreichend geschützt.

Besonders kritisch bewerten die Befragten die Basis: Demnach attestieren nur 7% den Ländern eine gute Aufstellung gegen Cyberangriffe – damit schneiden diese noch schlechter ab als die Kommunen (12%) und der Bund (15%). Angesichts dieser Lage befürworten 79% der Befragten staatliche Hackbacks, mehr als die Hälfte wünscht sich derartige Befugnisse für private Akteure.

KI wird oft nicht als Risiko wahrgenommen

Künstliche Intelligenz sorgt für die Beschleunigung und Skalierung bestehender Bedrohungen. In der Studie stufen mit 54% mehr als die Hälfte der Unternehmen das Cyberrisiko durch die Nutzung von KI jedoch als nicht oder überhaupt nicht vorhanden ein. Während bei großen Unternehmen (73%) klare Regeln zum KI-Einsatz vorhanden sind, sehen die Studienverantwortlichen bei mindestens 23% der KMU Nachholbedarf.

„In den nächsten zwölf Monaten werden autonome KI-Angriffe unsere heutigen Sicherheitsansätze überrennen“, warnt Dr. Alexander Schellong, Managing Director Institutes, Accelerators & Cybersecurity bei Schwarz Digits. „Ein zentrales Ziel wird dabei die Manipulation von KI-Entscheidungen in der realen Welt sein – der sogenannte ’kinetische Prompt-Hack‘. Wir müssen dringend die Lücke zwischen der eingebildeten Sicherheit und der tatsächlichen Angreifbarkeit schließen.“

Digitale Souveränität? Ja, aber…

Die Studienteilnehmer erkennen zwar die strategische Relevanz digitaler Souveränität, jedoch fehlt es oft an der operativen Umsetzung. Demnach verfügen nur 19% der Unternehmen über eine Strategie für digitale Souveränität, wobei regulierte Industrien wie die Finanz- und Versicherungswirtschaft hier die Vorreiterrolle einnehmen. Zwar wären 42% der befragten Unternehmen bereit, für souveräne Lösungen mehr zu investieren und die Hälfte sieht auch im Aufbau von europäischen Datenräumen einen entscheidenden Schritt zur digitalen Souveränität – doch laut Studie investieren nur 13% gezielt in dedizierte Ressourcen, um technologische Abhängigkeiten aktiv zu reduzieren. Schwarz Digits stützt diese Datenlage mittels des neu entwickelten Software Sovereignty Frameworks (EU SSF). Das Modell bescheinigt EU-basierten Open-Source-Lösungen eine deutlich höhere Souveränität als proprietären Plattformen aus Nicht-EU-Staaten.

Risikofaktor Lieferkette

Die Studie identifiziert die enge Vernetzung der Wirtschaft als eine weitere Schwachstelle: Obwohl bereits jedes zweite Unternehmen Angriffe auf seine Zulieferer registriert hat, verzichten 75% weiterhin auf regelmäßige Audits ihrer Partner. Schwarz Digits betont, dass mangelnde Kontrolle riskant ist, da lediglich ein Drittel der Organisationen ihre tatsächlichen Abhängigkeiten innerhalb der Lieferkette vollständig überblickt. Das Unternehmen verweist darauf, dass besonders Angriffe über IT-Dienstleister (Managed Service Provider) oder kompromittierte Software-Updates besonders verehrend sind. Im Ernstfall kann es bis zu 30 Tage dauern, bis der Betrieb vollständig wiederhergestellt ist.



  • Ressourcenschonender 3D-Druck

    Ressourcenschonender 3D-Druck

    Im Projekt ’BioMe’ wollen die Projektpartner die Anwendung von additiver Fertigung im Automobilbau nachhaltiger gestalten.

    mehr lesen: Ressourcenschonender 3D-Druck

  • Geschäftsklimaindex steigt leicht an

    Geschäftsklimaindex steigt leicht an

    Im aktuellen Ifo-Geschäftsklimaindex beurteilen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser als im März. Der Indexwert ist im 0,2 Punkte gestiegen.

    mehr lesen: Geschäftsklimaindex steigt leicht an

  • Siemens und Microsoft treten Open Industry 4.0 Alliance bei

    Siemens und Microsoft treten Open Industry 4.0 Alliance bei

    Die Open Industry 4.0 Alliance begrüßt zwei neue Mitglieder. Siemens und Microsoft sind dem Konsortium beigetreten.

    mehr lesen: Siemens und Microsoft treten Open Industry 4.0 Alliance bei

  • SAP-Cloudgeschäft nimmt Fahrt auf

    SAP-Cloudgeschäft nimmt Fahrt auf

    SAP hat im ersten Quartal positives zu vermelden. Das Cloud-Neugeschäft verzeichnete den schnellsten Anstieg seit 5 Jahren – die mit dem Kernprodukt S4/Hana erzielten Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr…

    mehr lesen: SAP-Cloudgeschäft nimmt Fahrt auf

  • Dateneingabe- und Pflege größte Herausforderung

    Dateneingabe- und Pflege größte Herausforderung

    In der Kurzstudie ’Variantenmanagement und Kundenbeziehungsmanagement’ zeigt der VDMA Software und Digitalisierung auf, in welchen Bereichen noch Optimierungspotenzial liegt.

    mehr lesen: Dateneingabe- und Pflege größte Herausforderung

  • VDMA WCM und 5G-ACIA unterzeichnen Kooperationserklärung

    VDMA WCM und 5G-ACIA unterzeichnen Kooperationserklärung

    VDMA WCM und 5G-ACIA unterzeichnen Kooperationserklärung Die VDMA Arbeitsgemeinschaft Wireless Communications for Machines (AG WCM) und 5G-ACIA haben eine Kooperationserklärung zum industriellen 5G verabschiedet.

    mehr lesen: VDMA WCM und 5G-ACIA unterzeichnen Kooperationserklärung

  • Cloudnutzung nimmt zu, bleibt jedoch privat

    Cloudnutzung nimmt zu, bleibt jedoch privat

    Knapp die Hälfte der im Rahmen einer von Hewlett Packard Enterprise in Auftrag gegebenen Studie befragten Firmen in Deutschland hat die eigene Cloud-Nutzung seit Beginn der Corona-Krise ausgebaut.

    mehr lesen: Cloudnutzung nimmt zu, bleibt jedoch privat

  • Comarch untersucht die Auswirkungen der Pandemie

    Comarch untersucht die Auswirkungen der Pandemie

    84 Prozent der Unternehmen wurden von der Corona-Pandemie beeinträchtigt; 34 Prozent von ihnen nachhaltig. Dies hat eines Studie von Comarch ergeben, in der der Softwareanbieter die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie…

    mehr lesen: Comarch untersucht die Auswirkungen der Pandemie

  • Google Cloud und Siemens arbeiten zusammen

    Google Cloud und Siemens arbeiten zusammen

    Google Cloud und Siemens wollen im Rahmen einer Partnerschaft und unter Einsatz von KI-Technologien Fertigungsprozesse verbessern.

    mehr lesen: Google Cloud und Siemens arbeiten zusammen

  • ZEW-Konjunkturerwartungen gehen erstmals seit November zurück

    ZEW-Konjunkturerwartungen gehen erstmals seit November zurück

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken in der aktuellen Umfrage vom April 2021 um 5,9 Punkte und liegen damit bei 70,7 Punkten. Dies ist der erste Rückgang seit November 2020. Laut…

    mehr lesen: ZEW-Konjunkturerwartungen gehen erstmals seit November zurück

  • Industrieentscheider setzen auf das industrielle Internet der Dinge

    Industrieentscheider setzen auf das industrielle Internet der Dinge

    Drei Viertel der Entscheider in deutschen Industrieunternehmen sehen ihren Markt im Prozess der digitalen Transformation. Die Hälfte der Unternehmen setzt dabei bereits auf den Einsatz von Industrial IoT-Technologien. Zu diesen…

    mehr lesen: Industrieentscheider setzen auf das industrielle Internet der Dinge

  • Partnerschaft zwischen T-Systems und GFT

    Partnerschaft zwischen T-Systems und GFT

    Im Rahmen einer Partnerschaft wollen T-Systems und GFT gemeinsame Lösungen für die Fertigungsindustrie anbieten, mit denen Fehler in der Produktion schneller erkannt werden können.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen T-Systems und GFT