Unternehmen wollen KI kontrollieren, rechnen aber vermehrt mit autonomen Systemen

Engineer interacting with artificial intelligence interface to manage industrial operations enhance automation and optimize smart systems using AI agents in modern factory environments
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Acht von zehn Unternehmen in der DACH-Region bestehen laut einer Umfrage des IT-Dienstleisters DXC darauf, dass bei neuen KI-Prozessen am Ende immer der Mensch entscheidet. Gleichzeitig hält es mehr als die Hälfte für wahrscheinlich, dass KI-Systeme künftig wichtige Geschäftsentscheidungen selbstständig treffen – 19% sogar für sehr wahrscheinlich.

Aus Sicht der Unternehmen ist ein solcher Wandel bereits im Gange: 71% der Befragten erwarten, dass die Zahl virtueller KI-Agenten am Arbeitsplatz in den kommenden drei Jahren sprunghaft ansteigen wird. 74% gehen davon aus, dass künftiger Geschäftserfolg Teams aus Mensch und KI-Agenten voraussetzt. Und 75% rechnen damit, dass Systeme bei wichtigen Entscheidungen zumindest konsultiert werden, auch wenn der Mensch formal entscheidet. Laut DXC wächst damit der Druck, Zuständigkeiten, Kontrolle und Governance klar zu regeln.

„Die gefährlichste Annahme ist zu glauben, man habe es unter Kontrolle“, sagt Ramses Gallego, Ramsés Gallego, Chief Technologist Cybersecurity bei DXC Technology. „Sobald ein System eigenständig handelt, entstehen Verantwortungsfragen, die vorher niemand gestellt hat. Governance muss vor dem ersten autonomen Schritt stehen – nicht danach, wenn Compliance-Probleme bereits da sind.“

66% der befragten Unternehmen berichten in der Studie, durch intransparente KI-Entscheidungen bereits neue Compliance-Aufgaben zu haben. Für DXC ist das ein Beleg dafür, dass Autonomie ohne Regeln zunächst Risiken schafft, bevor sie Vorteile bringt. Das Unternehmen rät Unternehmen deshalb dazu, Governance-Strukturen aus Policy-Vorgaben, technischen Schutzmechanismen und menschlicher Aufsicht zu etablieren, bevor KI-Systemen mehr Entscheidungsspielraum gegeben wird.

„Autonomie ohne Aufsicht ist kein Fortschritt, sondern ein Risiko“, sagt Gallego. „Vertrauen ist wichtig, Kontrolle aber unverzichtbar. Genau das ist der Kern guter Governance in einer Welt, in der Systeme zunehmend selbstständig entscheiden.“

Hinweis: Für den DXC Digital Future Monitor 2026 befragte das Marktforschungsinstitut Toluna im März insgesamt 300 Fach- und Führungskräfte mit strategischer Verantwortung für Digitalisierung, IT, operative Technologien oder Vernetzung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Befragung erfolgte online auf Basis von Expertenpanels und umfasst Unternehmen aller Größenklassen.