Unternehmen setzen auf KI, aber es muss sich auch lohnen

0:000:00

Futuristic Design Factory Digitalization with Information Lines
Bild: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com

Laut einer Untersuchung von TE Connectivity treibt die deutsche Industrie den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Automatisierung mit hoher Geschwindigkeit voran. Demnach haben in Deutschland 80% der befragten Unternehmen KI bereits zumindest teilweise eingeführt; davon sprechen 37% sogar von einer umfassenden Nutzung über mehrere Bereiche hinweg. Gleichzeitig zeigt sich im Rahmen der Befragung, dass mit zunehmender Integration von KI in den Arbeitsalltag, die Frage an Bedeutung gewinnt, wie schnell sich Investitionen in messbaren geschäftlichen Nutzen übersetzen lassen.

Damit folgt Deutschland einem in der Befragung beobachteten Gesamttrend: Unternehmen bewerten neue Technologien weltweit nicht mehr nur nach ihrem Innovationspotenzial, sondern zunehmend nach ihrem Beitrag zu Effizienz, Profitabilität und belastbaren Ergebnissen.

In Deutschland zählen 67% der Befragten Gewinnsteigerung zu den zwei wichtigsten Unternehmenszielen bis 2030. Bei der Erfolgsmessung von KI nennen 65% Kosteneinsparungen und 60% den Return on Investment als entscheidende Kennzahlen.

„Viele Unternehmen nutzen KI bereits im Arbeitsalltag. Entscheidend ist jetzt, klare Ziele zu definieren und Investitionen in messbaren Nutzen zu übersetzen,“ sagt Rüdiger Ostermann, Vice President and Chief Technology Officer, Global Automotive bei TE Connectivity.

Unter den Befragten zeigt sich auch operativ eine hohe Bereitschaft, neue Technologien früh zu testen und in Prozesse zu überführen: 46 % der befragten deutschen Ingenieurinnen und Ingenieure möchten demnach neue Technologien möglichst früh ausprobieren. Besonders zeigt sich diese Dynamik bei der Automatisierung. Rund 94% der Befragten geben an, dass ihre Organisation bereits Automatisierungstechnologien einsetzt. TE Connectivity sieht in diesen Daten einen Hinweis darauf, dass Automatisierung in vielen Unternehmen zum Rückgrat der nächsten KI-Ausbaustufe wird – etwa um repetitive Abläufe zu optimieren, Produktivität zu steigern und knappe Fachkräfte gezielter einzusetzen.

Zugleich benennen die befragten deutschen Unternehmen Probleme, die die Skalierung erschweren. Unter den Unternehmen ohne KI-Nutzung nennen rund 74% die Implementierungskosten als zentrales Hemmnis, um die 63% verweisen auf regulatorische und ethische Fragen. Insgesamt sehen rund 45% regulatorische und Compliance-Hürden als Herausforderung bei der KI-Umsetzung. Hinzu kommen strukturelle Altlasten: 63% der deutschen Befragten betrachten veraltete, nicht energieeffiziente Legacy-Systeme als Hürde für Innovationen zur Erreichung künftiger Nachhaltigkeitsziele.

TE Connectivity hat zudem ermittelt, dass sich technologische Transformation in Deutschland nicht als reines Automatisierungsnarrativ beschreiben lässt. So sagen 75% der Befragten, ihre Organisation setze klare Grenzen und ethische Leitplanken dafür, was KI übernehmen soll und was nicht. Für die Zukunft erwarten viele der Befragten ein hybrides Betriebsmodell, in dem Menschen und KI – etwa im Rahmen von Datenanalysen und Entscheidungsfindung sowie Produktdesign – zusammenarbeiten.

Methodik: Die Ergebnisse basieren auf einer unabhängigen Online-Befragung unter 1.000 Ingenieurinnen, Ingenieuren und Industrie-Führungskräften aus den USA, China, Deutschland, Japan und Indien. Die Erhebung fand vom 3. November bis 1. Dezember 2025 statt. Untersucht wurden zentrale Industriebranchen, darunter Automotive, Luft- und Raumfahrt, Industriemaschinen, Medizintechnik, Energietechnik, Sensorik, Cloud/AI und 5G.



  • Markus Asch wird CEO bei Rittal

    Markus Asch wird CEO bei Rittal

    Rittal hat einen neuen CEO. Markus Asch hat den Posten beim Herborner Unternehmen zum 1. Februar übernommen.

    mehr lesen: Markus Asch wird CEO bei Rittal

  • Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

    Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

    Wenn es um die Digitalisierung der eigenen Unternehmensprozesse geht, sehen IT-Verantwortliche in deutschen Unternehmen Bedarf in vielen Bereichen. Laut einer Studie des Analystenhauses Techconsult im Auftrag von Valantic liegt dabei…

    mehr lesen: Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

  • Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

    Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

    Software und Hardware für vernetzte eingebettete Systeme müssen höchste Anforderungen an Sicherheit, Echtzeitfähigkeit, Energie- und Ressourceneffizienz erfüllen. In dem am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierten Projekt Xandar erarbeiten acht…

    mehr lesen: Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

  • Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

    Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

    Im Projekt Gaia-X sollen Datenräume entstehen, die europäischen Datenschutz-Standards entsprechen und die unabhängig von den großen Hyperscalern sind. Für Marc Schieder, CIO von Dracoon, entscheidet sich in diesem Jahr, ob…

    mehr lesen: Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

  • 59,2 Millionen coronabedingt ausgefallene Arbeitstage

    59,2 Millionen coronabedingt ausgefallene Arbeitstage

    Wie aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht, könnten die coronabedingten Arbeitsausfälle der Erwerbstätigen im aktuellen Lockdown bis Mitte Februar auf 59,2Mio. Arbeitstage steigen was 6,2…

    mehr lesen: 59,2 Millionen coronabedingt ausgefallene Arbeitstage

  • Krisenjahr führt zu zweistelligem Produktionsminus

    Krisenjahr führt zu zweistelligem Produktionsminus

    Laut ersten Berechnungen des VDMA lag die Produktion im Maschinen-und Anlagenbau im vergangenen Jahr 12,1 Prozent unter der des Vorjahres.

    mehr lesen: Krisenjahr führt zu zweistelligem Produktionsminus

  • Tec Center für 3D-Druck

    Tec Center für 3D-Druck

    HP und verschiedene Partnerunternehmen haben ein Netzwerk ins Leben gerufen, das Industrieunternehmen beim Thema 3D-Druck unterstützen soll.

    mehr lesen: Tec Center für 3D-Druck

  • Cyberattacke auf SolarWinds

    Cyberattacke auf SolarWinds

    Nach dem Angriff mit der Malware Sunburst auf Kunden des IT-Anbieters SolarWinds sind auch viele Industrieunternehmen betroffen.

    mehr lesen: Cyberattacke auf SolarWinds

  • Joachim Harb in neuer Position bei Infor

    Joachim Harb in neuer Position bei Infor

    Joachim Harb ist neuer Senior Vice President und General Manager Zentraleuropa bei Infor.

    mehr lesen: Joachim Harb in neuer Position bei Infor

  • Kontron erwirbt HC Solutions

    Kontron erwirbt HC Solutions

    Das Softwareunternehmen HC Solutions gehört ab sofort zu Kontron und soll dort in den IoT-Software-Bereich integriert werden.

    mehr lesen: Kontron erwirbt HC Solutions

  • Forschung an der nächsten Mobilfunkgeneration

    Forschung an der nächsten Mobilfunkgeneration

    Zum Jahresbeginn hat die Fraunhofer-Gesellschaft mit ‘6G Sentinel‘ ein Leitprojekt zur Entwicklung von Schlüsseltechnologien für den kommenden Mobilfunkstandard 6G gestartet. Im Mittelpunkt stehen Terahertz-Technologien und Lösungen für flexible Netze.

    mehr lesen: Forschung an der nächsten Mobilfunkgeneration

  • Produktionserwartungen steigen im Januar

    Produktionserwartungen steigen im Januar

    Die Produktionserwartungen der deutschen Industrie haben sich im Januar etwas aufgehellt. In der aktuellen Konjunkturumfrage des Ifo Instituts stiegen sie auf 8,4 Punkte, nach 5,1 im Dezember.

    mehr lesen: Produktionserwartungen steigen im Januar