Sicherheitsbedürfnis in Deutschland erreicht Rekordniveau

Door access control young woman holding a key card to lock and
Bild: ©zilvergolf/stock.adobe.com

Ein Anstieg des Sicherheitsbedürfnisses auf Rekordniveau ist nach einer aktuellen Studie des VDMA Fachverbands Sicherheitssysteme, der VdS Schadenverhütung und der Messe Essen zu verzeichnen. Für die repräsentative Befragung, die das Meinungsforschungsinstitut Insa Consulere durchgeführte, wurden 4.000 Privatpersonen sowie 1.000 Inhaber, Geschäftsführer und leitende Angestellte von Unternehmen befragt. Die Ergebnisse zeigen eine Zunahme des Sicherheitsbedürfnisses bei 78 Prozent der Befragten, verglichen mit 73 Prozent im Jahr 2024 und 77 Prozent im Jahr 2025.

Bedrohung durch physische Einbrüche

Besonders physische Einbrüche werden als reale Bedrohung für Firmen eingestuft. Nach Angaben des Verbandes waren 45 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren mindestens einmal von einem physischen Einbruch betroffen, was einer Steigerung von vier Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zudem schätzen 42 Prozent der Firmen die Gefahr physischer Einbrüche als hoch ein. Bei Privatpersonen berichten 13 Prozent von mindestens einem Einbruch im selben Zeitraum. Prof. Dr. Frank Janser, Vorstandsvorsitzender im Fachverband Sicherheitssysteme VDMA, sagt hierzu: „Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir bei Unternehmenssicherheit nicht ausschließlich über Cyberrisiken sprechen dürfen. Physische Einbrüche und Diebstähle bleiben eine erhebliche Bedrohung.“

Kritische Infrastrukturen im Fokus

Die Befragten äußern Bedenken hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen. 60 Prozent der Privatpersonen bewerten den Schutz vor Krisen wie Sabotage, Krieg oder großflächigen Ausfällen als eher oder sehr schlecht. Etwa die Hälfte der Unternehmensvertreter sieht ebenfalls Verbesserungsbedarf. Laut den Studienergebnissen sehen 30 Prozent der Firmen in einem verbesserten staatlichen Schutz von Energie- und Wasserversorgung, Verkehrswegen oder Kommunikation eine Maßnahme, die auch den eigenen Betrieb besser absichern würde. Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen, weist auf eine Diskrepanz zwischen der hohen Betroffenheit durch Einbrüche und den Zweifeln am Schutz kritischer Infrastrukturen hin.

Qualitätsstandards und Zertifizierungen

Bei der Beschaffung von Sicherheitstechnik gewinnt die nachweisbare Qualität an Bedeutung. Für Privatpersonen ist die unabhängige Zertifizierung eines Produkts mit 38 Prozent erstmals das meistgenannte Kaufkriterium und liegt damit vor Empfehlungen oder Smart-Home-Funktionen. Auch im geschäftlichen Bereich nennen 29 Prozent der Unternehmen die Zertifizierung als wichtiges Kriterium für Investitionsentscheidungen. Weitere relevante Faktoren sind Datenschutz, Wartung und die Integration der Technik. Peter Schramm, Geschäftsführer der VdS Schadenverhütung GmbH, sagt: „Geprüfte Qualität schafft Vertrauen, weil sie Leistungsfähigkeit transparent und vergleichbar macht.“

Investitionsstrategien in Sicherheitstechnik

Die wahrgenommenen Risiken führen zu Investitionen. Unternehmen planen in den kommenden zwölf Monaten unter anderem Ausgaben für Sicherheitskameras (29 Prozent), Einbruchmeldetechnik (16,3 Prozent), Schließsysteme (15,5 Prozent) und Türzusatzsicherungen (15,5 Prozent). In privaten Haushalten haben fast neun von zehn Befragten bereits mindestens eine Schutzmaßnahme umgesetzt, wobei Bewegungsmelder sowie mechanische und elektronische Lösungen dominieren. Im öffentlichen Raum wird ein Sicherheitsgefühl vor allem durch gute Beleuchtung (57 Prozent), sichtbare Polizeipräsenz (45 Prozent), Videoüberwachung (39 Prozent) und Sicherheitskräfte (38 Prozent) vermittelt.



  • Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

    Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

    Die internetbasierte Veranstaltung IT meets OT am 08. September 2020 bietet Hintergrundwissen zu den zentralen Aspekten von OT- und IT-Architekturen. Dabei werden Fragen adressiert wie: Warum ist Integrität das Schutzziel…

    mehr lesen: Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

  • Schneider Electric übernimmt Proleit

    Schneider Electric übernimmt Proleit

    Schneider Electric hat den MES-Anbieter Proleit AG erworben. Mit diesem Schritt will der französische Konzern seine Kompetenzen bei der Software-gestützten Automatisierung erweitern.

    mehr lesen: Schneider Electric übernimmt Proleit

  • Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

    Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

    Im Juli ist der Bitkom-Ifo-Digitalindex erneut gestiegen — der dritte Anstieg in Folge. Die Bitkom-Branche blickt zudem wieder in die Zukunft. Die Erwartungen an das nächste halbe Jahr liegen wider…

    mehr lesen: Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

  • Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

    Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

    Siemens stellt sein Topmanagement um: Roland Busch übernimmt ab Oktober die Verantwortung für das Geschäftsjahr 2021. Auf der Hauptversammlung nächsten Februar löst Busch Topmanager Joe Kaeser als Vorstandsvorsitzenden ab. Digital…

    mehr lesen: Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

  • Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

    Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

    Die durch Handelsstreitigkeiten und politische Verwerfungen geschwächte Weltkonjunktur wurde durch die Covid-19-Pandemie zusätzlich getroffen. Das zeigt sich auch am deutlichen Orderminus im Maschinen- und Anlagenbau.

    mehr lesen: Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

  • Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

    Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

    Mit Alexander Kläger hat SAP Deutschland seit dem 1. August einen neuen Geschäftsführer. Der 49-Jährige ist seit 2012 für den Software-Konzern tätig.

    mehr lesen: Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

  • Schwachstellen priorisieren und beheben

    Schwachstellen priorisieren und beheben

    Mit der Vulnerability Mitigation App (VMA) stellt Tufin eine Applikation zur Verfügung, die es Unternehmen ermöglicht, Bedrohungen zu priorisieren und auf diese Weise eine effektive Fehlerbehebung und automatisierte Risikominderung zu…

    mehr lesen: Schwachstellen priorisieren und beheben

  • Emotet ist zurück

    Emotet ist zurück

    Bereits im Februar 2020 berichteten wir von einem Cyberangriff mit dem Trojaner Emotet auf das Berliner Kammergericht. Mehr als 160 Tage nach der letzten bekannten Verbreitung der Schadsoftware konnten Sicherheitsforscher…

    mehr lesen: Emotet ist zurück

  • Kein Unternehmen kommt ohne IoT-Sicherheit aus

    Kein Unternehmen kommt ohne IoT-Sicherheit aus

    Das Internet der Dinge setzt sich in großem Stil durch, weil die potenziellen Vorteile immens sind. Ob es sich um Gebäude- und Straßenlichtsensoren, Überwachungskameras, IP-Telefone, Point-of-Sale-Systeme, Konferenzraumtechnik und vieles mehr…

    mehr lesen: Kein Unternehmen kommt ohne IoT-Sicherheit aus

  • Unternehmen sollten mehr auf Sicherheitsexperten setzen

    Unternehmen sollten mehr auf Sicherheitsexperten setzen

    In jedem dritten Unternehmen (28 Prozent) gab es im letzten Jahr mindestens einen gravierenden Sicherheitsvorfall. Das sind 2 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Meist handelte es sich dabei…

    mehr lesen: Unternehmen sollten mehr auf Sicherheitsexperten setzen

  • Simulation Day in München

    Simulation Day in München

    Welche Am 24. September 2020 lädt Machineering Interessenten zum 4. Simulation Day nach München ein. Vor Ort lernen die Teilnehmer die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten der Simulationssoftware industrialPhysics kennen.

    mehr lesen: Simulation Day in München

  • Mait übernimmt IT-On.Net Süd

    Mait übernimmt IT-On.Net Süd

    Die Mait-Gruppe übernimmt das baden-württembergische IT-Systemhaus IT-On.NET Süd. Mit dem Erwerb will die Unternehmensgruppe ihr IT-Geschäftsfeld ausbauen.

    mehr lesen: Mait übernimmt IT-On.Net Süd