
Schlecht konfigurierte beziehungsweise unzureichend geschützte Router, dienen Cyberkriminellen oft als Einfallstor. In einem Statement beschreibt Dr. Martin Krebs, Vice President Routers & Gateways bei Rohde & Schwarz Networks and Cybersecurity (ehemals Lancom Systems), Ursachen dafür und betont die Rolle der Router-Sicherheit als entscheidenden Baustein für eine resiliente Cybersicherheitsarchitektur:
„Im Juli haben Sicherheitsbehörden und Geheimdienste aus zehn Ländern die dringende Warnung ausgegeben, dass Cyberkriminelle systematisch unzureichend geschützte Netzwerk-Router ins Visier nehmen. Das Ausnutzen schlecht konfigurierter Router ist keine neue Taktik, dennoch ist diese Nachricht alarmierend. Angreifer suchen seit geraumer Zeit gezielt nach Schwachstellen in Routern, um sich Zugang zu kritischer Infrastruktur in Schlüsselbranchen wie Kommunikation, Verteidigung, Energie, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen und Behörden zu verschaffen.
Dabei spielt ihnen in die Hände, dass der Fokus in puncto Cybersicherheit oft auf Firewalls liegt. Dabei befinden sich Router an einem neuralgischen Punkt: der Schnittstelle zwischen internen Netzwerken und dem Internet – oft sogar noch vor der Firewall. Sie erfordern daher besondere Aufmerksamkeit. Als zentraler Knotenpunkt sind sie für Hacker ein äußerst attraktives Ziel. Wer sich unerlaubt Zugriff auf die Einstellungen eines Routers verschafft, kann problemlos Netzwerkstrukturen ausspionieren, Netzwerkgeräte überwachen und Datenströme abfangen. Anders als beim Angriff auf einen Desktop-PC, muss hierbei nicht zwingend Malware installiert werden.
Die Ursache dafür, dass Router zur Schwachstelle werden, liegt oftmals darin, dass einfache Maßnahmen der Netzwerkpflege nicht beachtet werden. Angreifer machen sich beispielsweise gezielt veraltete Firmware, fehlende Sicherheitspatches und veralteter Fernwartungsprotokolle wie etwa ältere Protokollstandards von SNMP (Simple Network Management Protocol) zu Nutze. Hardwarekomponenten, die bereits das Ende ihres Lebenzyklus erreicht haben und vom Hersteller nicht mehr mit Sicherheits-Updates unterstützt werden, sowie voreingestellte Standard-Passwörter bieten eine ideale Angriffsfläche. Deshalb gilt: Router-Sicherheit ist keine einmalige Aufgabe, sondern eine kontinuierliche betriebliche Notwendigkeit und ein entscheidender Baustein für eine resiliente Cybersicherheitsarchitektur.
Auch im Zusammenhang mit einem weiteren Thema rückt der Router in den Fokus: der Hardware-Integrität. Eine aktuelle Studie der neu gegründeten SafeNet Alliance – das Akronym steht für ‚Sovereignty Alliance for European Network Technology‘ – zeigt, dass bis zu 93% des europäischen Internetverkehrs über Router fließen. Dennoch fehlt in der EU derzeit ein Souveränitätsrahmen für diese kritische Hardware-Komponente. Während Europa über digitale Souveränität in Bereichen wie KI, Cloud-Computing und Mikrochips diskutiert, wird der Router als zentraler Knotenpunkt unserer digitalen Infrastruktur größtenteils übersehen.
Wie SafeNet betont, stellen Router einen der größten ungenutzten Hebel für die digitale Souveränität Europas dar. Um echte Resilienz zu erreichen, müssen Regierungsbehörden, Betreiber kritischer Infrastruktur und öffentliche Institutionen der Integrität ihrer Hardware oberste Priorität einräumen. Der Einsatz vertrauenswürdiger europäischer Netzwerktechnologie ist ein entscheidender Schritt, um die Unabhängigkeit und Resilienz des digitalen Ökosystems zu stärken.“












































