Mit dem KI-Cockpit den Überblick behalten

ki cockpit high res
Bild: © Martin Albermann

Im Projekt ‚KI-Cockpit‘ hat ein Forschungsteam des Fraunhofer IAO sowie des IAT der Universität Stuttgart gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft Anwendungen entwickelt, die Menschen in herausfordernden Situationen bei der Steuerung von KI-Anwendungen unterstützen. DasCockpit soll dafür sorgen, dass Menschen die Entscheidungen der KI nachvollziehen und kontrollieren können. Laut Pressemitteilung können alle Software-Anwendungen des Cockpits sowie Begleitliteratur kostenfrei eingesehen und heruntergeladen werden.

Im Projekt haben die Beteiligten in unterschiedlichen Bereichen die exemplarische Umsetzung der europäischen KI-Verordnung (AI Act) in der betrieblichen Praxis untersucht. Darin ist unter anderem festgelegt, dass KI-Systeme mit hohem Risiko – zum Beispiel bei kritischer Infrastruktur (KRITIS) oder medizinischen Diagnosen – unter menschlicher Aufsicht arbeiten müssen. Außerdem sollen die Systeme für Anwenderinnen und Anwender transparent arbeiten.

Feldstudien in unterschiedlichen Organisationen

Am Projekt waren auch die Caritas, Starwit Technologies sowie Chemistree beteiligt. „Unterschiedlicher könnten die drei Partner nicht sein, aber für alle ist das Cockpit hochrelevant“, sagt Dr. Nektaria Tagalidou, Projektleiterin am Fraunhofer IAO. Die Beteiligten haben anhand von Feldstudien in verschiedenen Beispielsituationen untersucht, wie der Mensch im Arbeitsalltag den Überblick über verschiedene KI-Systeme behalten kann. Laut den Forschenden ist ein gutes Situationsbewusstsein – also das Verständnis für das, was gerade passiert und welche Folgen das haben könnte – ist sehr wichtig, um richtig handeln zu können.

Bei Starwit Technologies geht es darum, eine KI-gestützte Verkehrsleitplanung für Kommunen zu entwickeln. Die KI kann Gefahrensituationen wie Gegenstände auf der Fahrbahn erkennen oder durch geschickte Verkehrslenkung dazu beitragen, Staus zu vermeiden. Im KI-Cockpit soll ein Mensch die Entscheidungen der KI nachvollziehen und kontrollieren können. „Nur dann kann er schnell manuell steuernd eingreifen, wenn ein Fehler passiert“, sagt Tagalidou.

Die Caritas Dortmund sucht nach Möglichkeiten in der Pflege, KI-Systeme einzusetzen, um die Beschäftigten bei der täglichen Arbeit zu unterstützen. Denkbar wären laut den Beteiligten zum Beispiel Systeme, welche die aufgenommene Flüssigkeitsmenge der Bewohnerinnen und Bewohner eines Altenheimes registrieren, oder Algorithmen, welche die Essensbestellungen der Kundinnen und Kunden an deren individuelle Wünsche anpassen. „Auch hier ist Kontrolle besonders wichtig, weil bei Fehlern Menschen zu Schaden kommen können“, sagt Michael Bui, Wissenschaftler im Team ‚Applied Neurocognitive Systems‘, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IAT der Universität Stuttgart.

Im Fokus der Forschenden des IAO/IAT stand die allgemeine Gestaltung der KI-Cockpits sowie die Entwicklung von Systemen, die sich an die mentalen Fähigkeiten der Nutzenden anpassen können, um Überforderung oder Unterforderung zu vermeiden. Dies sei besonders wichtig in Bereichen, in denen schnelle und richtige Entscheidungen erforderlich sind, beispielsweise in sicherheitskritischen Situationen. Entstanden ist ein System, dass die aktuellen mentalen Fähigkeiten des Nutzenden analysiert und Informationsflüsse entsprechend anpasst.

Die Software-Anwendungen des KI-Cockpits sowie Begleitliteratur können auf der Projektwebsite eingesehen und heruntergeladen werden. Das Fraunhofer IAO und IAT bieten Unternehmen dazu Beratung an, die auch die Unterstützung bei der Einführung eines individuell anpassbaren KI-Cockpits beinhaltet.



  • Zertifizierung während der Corona-Krise

    Zertifizierung während der Corona-Krise

    Unternehmen sind derzeit in vielerlei Hinsicht gefordert: Sie müssen ihr wirtschaftliches Überleben sichern, Mitarbeiter ins Homeoffice oder in Kurzarbeit schicken und neue Strategien entwickeln. Sind Managementsysteme für Qualität, Umwelt, Energie…

    mehr lesen: Zertifizierung während der Corona-Krise

  • ZVEI-Umfrage

    ZVEI-Umfrage

    Die Elektroindustrie bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie zunehmend zu spüren. Das ergab eine Umfrage des ZVEI unter seinen Mitgliedsunternehmen.

    mehr lesen: ZVEI-Umfrage

  • Nvidia wird Gesellschafter beim DFKI

    Nvidia wird Gesellschafter beim DFKI

    Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat mit Nvidia einen neuen Gesellschafter. Beide Unternehmen forschen gemeinsam in den Bereichen Machine Learning und Deep Learning.

    mehr lesen: Nvidia wird Gesellschafter beim DFKI

  • CDOs vor allem in großen Unternehmen etabliert

    CDOs vor allem in großen Unternehmen etabliert

    Bezogen auf die Gesamtwirtschaft haben 19 Prozent der Unternehmen die Position eines Chief Digital Officers bzw. eines Leiters Digitalisierung geschaffen. Das geht aus einer Befragung des Digitalverbands Bitkom hervor.

    mehr lesen: CDOs vor allem in großen Unternehmen etabliert

  • Corona und die Folgen für die Wirtschaft in Deutschland

    Corona und die Folgen für die Wirtschaft in Deutschland

    Die Auswirkungen von COVID-19 auf unsere Gesellschaft und die Wirtschaft sind enorm und betreffen uns alle.

    mehr lesen: Corona und die Folgen für die Wirtschaft in Deutschland

  • AI-fähige Microlearning-Lösung für die Industrie 4.0

    AI-fähige Microlearning-Lösung für die Industrie 4.0

    Aveva und Axonify wollen gemeinsam eine KI-Microlearning-Lösung für die Industrie anbieten. Beide Unternehmen haben sich diesbezüglich auf eine strategische Partnerschaft geeinigt.

    mehr lesen: AI-fähige Microlearning-Lösung für die Industrie 4.0

  • Industry Show: Virtuelle Messe für alle Bereiche der Industrie

    Industry Show: Virtuelle Messe für alle Bereiche der Industrie

    Der TeDo Verlag veranstaltet ab dem 4. Mai eine virtuelle Messe rund um unsere Themen Automatisierung, Robotik und Energieverteilung, Schaltschrankbau, Industrielle IT, IIoT usw. Wir wollen so eine Lösung finden,…

    mehr lesen: Industry Show: Virtuelle Messe für alle Bereiche der Industrie

  • IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

    IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

    Attivo Networks hat seine auf der Deception-Technologie basierende ThreatDefend-Plattform in das Microsoft Azure Security Center integriert. Dadurch wird die Erkennungsrate und Reaktionszeit bei Angriffen auf den Microsoft-Dienst Azure IoT Edge…

    mehr lesen: IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

  • Zoom-Nutzer verstärkt im Visier

    Zoom-Nutzer verstärkt im Visier

    Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen – nicht nur im privaten Bereich, sondern auch beruflich. Unzählige Menschen weltweit arbeiten derzeit erstmals im Homeoffice.

    mehr lesen: Zoom-Nutzer verstärkt im Visier

  • Auftragseingang im Maschinenbau im Februar 2020

    Auftragseingang im Maschinenbau im Februar 2020

    Im Februar verfehlten die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau ihr Vorjahresniveau real um 4 Prozent. Während die Bestellungen der inländischen Kunden um 6 Prozent sanken, lagen die Auslandsorders um 3 Prozent…

    mehr lesen: Auftragseingang im Maschinenbau im Februar 2020

  • Neuer Vice President Americas bei Leuze

    Neuer Vice President Americas bei Leuze

    Sergio Resendiz (Bild) ist neuer Leuze-Vice President Americas und berichtet direkt an den CEO Ulrich Balbach.

    mehr lesen: Neuer Vice President Americas bei Leuze

  • Wenn der Roboter beim Prüfen hilft

    Wenn der Roboter beim Prüfen hilft

    Eine zentrale Anwendung beim Roboter-Einsatz ist die Kollaboration zwischen Mensch und Maschine – beispielsweise die Unterstützung bei für den Menschen belastenden Aufgaben. Welche Vorteile eine produktive Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) haben kann,…

    mehr lesen: Wenn der Roboter beim Prüfen hilft