Industrial AI Cloud geht in Betrieb

bi 260204 ki fabrik
Bild: Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom hat ihre Industrial AI Cloud offiziell in Betrieb genommen. Die KI-Fabrik wurde in den letzten sechs Monaten gemeinsam mit Nvidia und dem Datacenter-Partner Polarise aufgebaut. Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie dem öffentlichen Sektor in Deutschland und Europa wird dadurch der Zugriff auf hoch performante, souveräne Rechenleistung für künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht.

Wie die Telekom mitteilt, nutzen bereits mehrere Unternehmen KI-Rechenkapazitäten, darunter Agile Robots SE oder PhysicsX. Die KI-Fabrik ist mit den bisherigen Kunden bereits über ein Drittel ausgelastet.

„Wir reden nicht, die Telekom macht“, betont Tim Höttges, CEO Deutsche Telekom. „Wir investieren in KI, in den deutschen Standort und in Europa. Unsere KI-Fabrik in München ist die Basis für innovative Geschäftsmodelle, für die Industrie, Start-ups und den Staat – und für Souveränität. Wir beweisen hier, dass Europa KI kann.“

„Damit die Investitionsoffensive gelingt, brauchen wir beides – öffentliche und private Investitionen. Für die öffentlichen Investitionen haben wir die Voraussetzungen geschaffen und arbeiten jetzt daran, dass mit Tempo investiert wird“, sagt Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. „Ich konnte mich heute in beeindruckender Weise davon überzeugen, dass auch die privaten Investitionen anlaufen. Für mich ist besonders wichtig: Technologieführerschaft muss der Kern des künftigen Geschäftsmodell Deutschlands sein. Hier wurde ein wichtiger Pflock für das deutsche und europäische KI-Ökosystem gesetzt. Davon profitieren nicht nur innovative Unternehmen, das stärkt auch die digitale Souveränität.“

In der Münchner Industrial AI Cloud stehen Rechen- und Speicherressourcen für KI-Anwendungen zur Verfügung. Die Infrastruktur basiert auf rund 10.000 Nvidia Blackwell GPUs, darunter Nvidia DGX B200 Systeme und Nvidia RTX Pro Server GPUs, die eine Rechenleistung von bis zu 0,5 ExaFops liefern. Wie die Telekom mitteilt, könnten damit alle 450 Millionen EU Bürgerinnen und Bürger gleichzeitig einen KI-Assistent bzw. Chatbot nutzen.

Das Rechenzentrum bildet zudem die Basis für den sogenannten ‚Deutschland Stack‘, den die Telekom gemeinsam mit SAP bereitstellt: Die Telekom-Tochter T-Systems verantwortet die Infrastruktur- und Plattformebene inklusive T Cloud. SAP liefert darauf aufbauend die Business Technology Platform sowie Fach- und KI-Anwendungen. Laut Pressemitteilung erhalten Kunden alle technischen Elemente, die sie für ihre Cloud-Transformation brauchen.

Partnerschaft mit Siemens

Siemens integriert zudem sein Simulations-Portfolios SIMCenter auf der Industrial AI. Die Software-Suite für hochpräzise Simulationen und digitale Zwillinge ermöglicht Unternehmen ihre Produkte virtuell zu entwickeln, zu testen und schneller zur Marktreife zu bringen. In der Pressemitteilung kündigt die Telekom an, dass großindustrielle Tools wie der Digital Twin Composer, GPU-basierte Simulationen und KI-Copiloten über die KI-Fabrik für Unternehmen angeboten werden.

Die Telekom verweist zudem darauf, dass das Rechenzentrum vollständig aus erneuerbaren Energien betrieben wird. Die Abwärme soll in Zukunft das gesamte Quartier Tucherpark mit Wärme versorgen. Das Kühlkonzept setzt auf Kühlung des Rechenzentrums durch Wasser des nahegelegenen Eisbaches. Die Industrial AI Cloud fügt sich somit in die Nachhaltigkeitsstrategie der Telekom ein.

Soofi-Projekt auf der Industrial AI Cloud

Zu den ersten Großprojekten auf der Industrial AI Cloud gehört das Forschungsprojekt Soofi (Sovereign Open Source Foundation Models). Die Leibniz Universität Hannover hat der Telekom einen Auftrag erteilt, um die technische Infrastruktur für die Entwicklung eines neuen, europäischen Large Language Models (LLM) bereitzustellen.

Ziel des Projekts ist ein souveränes Open-Source-Sprachmodell mit rund 100 Milliarden Parametern, das vollständig in Europa trainiert und betrieben wird und europäische Sprachen fokussiert. Im Fokus stehen europäische Sprachen und industrielle Anwendungen.



  • Wieder mehr persönlicher Kundenkontakt in der Industrie

    Wieder mehr persönlicher Kundenkontakt in der Industrie

    Im Zuge der Pandemie setzten viele Unternehmen auf digitale Kommunikation. Laut einer Umfrage des Finanzdienstleisters CBAF treffen vier von fünf Industrieunternehmen ihre Kunden wieder persönlich. Probleme haben die Befragten derzeit…

    mehr lesen: Wieder mehr persönlicher Kundenkontakt in der Industrie

  • Software AG mit neuem Management-Team

    Software AG mit neuem Management-Team

    Die Software AG führt eine neue Management-Team-Struktur ein. Das neue Team soll aus den vier Vorstandsmitgliedern sowie zwei intern ernannten Mitgliedern bestehen und die Struktur ergänzen: Scott Little wird ab…

    mehr lesen: Software AG mit neuem Management-Team

  • HoreKa schafft 17 PetaFlops

    HoreKa schafft 17 PetaFlops

    Am KIT in Karlsruhe hat der neue Hochleistungsrechner HoreKa seine Arbeit aufgenommen. Die Rechenleistung des Supercomputers soll dabei unterschiedlichen Forschungsdisziplinen neue Erkenntnisse ermöglichen.

    mehr lesen: HoreKa schafft 17 PetaFlops

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Wo Technologien berufliche Tätigkeiten ersetzen können

    Wo Technologien berufliche Tätigkeiten ersetzen können

    Der Anteil der Tätigkeiten, die heute schon potenziell von Computern erledigt werden könnten, ist in Fachkraftberufen mit 4,6 und Spezialistenberufen mit 4,8 Prozentpunkten zwischen 2016 und 2019 stark angestiegen. In…

    mehr lesen: Wo Technologien berufliche Tätigkeiten ersetzen können

  • Materialmangel behindert die Produktion

    Materialmangel behindert die Produktion

    Deutschen Industrieunternehmen fehlt es an Material. In einer Ifo-Umfrage geben rund 64 Prozent der befragten an, dass Probleme bei Vorlieferungen die Produktion behindern.

    mehr lesen: Materialmangel behindert die Produktion

  • Die Maschine per Abo

    Die Maschine per Abo

    Laut einer Analyse von KPMG gewinnt der Ansatz des Equipment as a Service (EaaS) an Bedeutung. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen kann sich vorstellen, in den nächsten 5…

    mehr lesen: Die Maschine per Abo

  • Welt-Elektromarkt erholt sich 2021 deutlich

    Welt-Elektromarkt erholt sich 2021 deutlich

    Der Weltmarkt für elektrotechnische und elektronische Güter kam im vergangenen Jahr auf 4,6Bio.€. „Damit hat er sein 2019er-Niveau trotz Corona-Pandemie halten können“, so ZVEI-Finanzexperte Dr. Andreas Gontermann.

    mehr lesen: Welt-Elektromarkt erholt sich 2021 deutlich

  • Material wird knapp

    Material wird knapp

    Materialmangel erschwert die Produktion im Maschinebau. Laut einer Studie des Ifo Instituts berichten bereits 70 Prozent der Unternehmen von Versorgungsproblemen.

    mehr lesen: Material wird knapp

  • Cyber-Sicherheitsnetzwerk startet im Oktober

    Cyber-Sicherheitsnetzwerk startet im Oktober

    Durch Angriffe auf IT-Systeme entstehen in Deutschland jährlich Schäden in zweistelliger Milliardenhöhe. Expertise zu Vorfallbehandlung können Unternehmen ab Oktober über das Cyber-Sicherheitsnetzwerk erhalten.

    mehr lesen: Cyber-Sicherheitsnetzwerk startet im Oktober

  • Generationenwechsel bei GFOS

    Generationenwechsel bei GFOS

    Beim Digitalisierungsspezialisten GFOS hat die nächste Generation übernommen. Gunda Cassens-Röhrig übernimmt den Vorsitz der Geschäftsführung. Stellvertreterin wird Katharina Röhrig.

    mehr lesen: Generationenwechsel bei GFOS

  • 79 Prozent gefährden bewusst die Cybersicherheit

    79 Prozent gefährden bewusst die Cybersicherheit

    Eine neue Studie von ThycoticCentrify beleuchtet die Einstellung von Arbeitnehmern zur Cybersicherheit und die hohen Risiken, die sie eingehen, um ihre Arbeit zu erledigen. Die globale Umfrage unter mehr als…

    mehr lesen: 79 Prozent gefährden bewusst die Cybersicherheit