
Laut einer Umfrage des ERP-Anbieters Planat sieht mehr als die Hälfte der dafür befragten Unternehmen einen hohen oder sogar sehr hohen Modernisierungsdruck bei dem im eigenen Betrieb eingesetzten ERP-System. Allerdings fehlt es in vielen Unternehmen an internen Personalressourcen für dieses Vorhaben. Für die Studie hat das Stuttgarter Unternehmen 150 Firmen aus dem produzierenden Gewerbe unterschiedlicher Firmengrößen zu ihrer Enterprise Resource Planning-Strategie befragt.
Demnach bewerten rund 51% den Modernisierungsdruck als hoch oder sehr hoch. Investitionen in ERP, Digitalisierung oder Prozessautomatisierung sind bei 64% innerhalb der nächsten zwei Jahre konkret geplant oder zumindest grundsätzlich vorgesehen. Für die Projektplanung bedeutet das: Unternehmen müssen den laufenden Betrieb und die Erneuerung ihrer Abläufe gleichzeitig organisieren. Gerade bei gewachsenen Systemlandschaften rät Planat dazu, zu klären, welche bisherigen Anpassungen noch benötigt werden, welche Abläufe sich vereinfachen lassen und welche Erweiterungen erforderlich sind. Dabei sei die Übernahme vorhandener Sonderlösungen keine Selbstverständlichkeit. Denn wie der ERP-Spezialist erläutert, können Standardfunktionen heute das abdecken, was früher eine technische Lücke geschlossen hat. Ein Abgleich zwischen bestehenden Arbeitsweisen und dem künftigen Prozessmodell helfe, unnötige Komplexität im neuen System zu vermeiden.

Interne Ressourcen fehlen
Fehlende interne Ressourcen sehen 86% der Befragten als Hürde bei der Modernisierung oder Einführung eines ERP-Systems. Damit ist die Ressourcenknappheit das in der Umfrage am häufigsten genannte Hindernis. Hoher Projektaufwand sowie Datenmigration und Datenqualität folgen mit jeweils rund 83% (Mehrfachnennungen waren möglich). Kosten oder Budgetrestriktionen sind für rund 77% ein begrenzender Faktor. Planat betont, dass es daher neben einem Finanzierungsplan auch eine realistische Kapazitätsplanung brauche und verweist darauf, dass das Wissen über Artikel, Fertigungsabläufe und Kundenanforderungen in den Fachabteilungen liege. Diese müssen auch dann an einem neuen ERP-Projekt mitwirken können, wenn das Tagesgeschäft sie stark beansprucht.
„Ein ERP-Projekt lässt sich nicht allein über das Budget steuern. Die Fachabteilungen brauchen Zeit, um Anforderungen zu klären, Daten zu prüfen und neue Abläufe zu testen“, sagt Christian Biebl, Geschäftsführer von Planat. „Eine gute Einführung berücksichtigt diese Aufgaben von Anfang an und verteilt sie so, dass der laufende Betrieb arbeitsfähig bleibt.“

Qualität schlägt Tempo
Bei der Wahl eines Anbieters steht die Qualität von Beratung, Einführung und Projektmanagement an erster Stelle: 73% nennen sie in der Studie als entscheidenden Faktor. Dahinter folgen ERP-Kompetenz mit 69% sowie Service und Support nach der Einführung mit 67%. Die Branchenerfahrung in der fertigenden Industrie ist für 65% der Befragten entscheidend. Die Geschwindigkeit der Projektumsetzung nennen 45% (Mehrfachnennungen waren möglich).
Das Ergebnis spricht Planat zufolge für eine sorgfältige Projektvorbereitung. Der ERP-Spezialist erläutert, dass ein abgegrenzter erster Einführungsschritt helfen kann, den Aufwand beherrschbar zu halten. Dazu gehören klare Zuständigkeiten, überprüfbare Meilensteine und Unterstützung über den Produktivstart hinaus. Branchenerfahrung erleichtert es, Anforderungen wie Variantenfertigung oder die Planung begrenzter Maschinenkapazitäten früh zu berücksichtigen. Schulungen sollten laut Planat an den tatsächlichen Aufgaben der Mitarbeiter ansetzen, damit neue Funktionen im Alltag auch genutzt werden. Der ERP-Spezialist rät vor dem Produktivstart dazu, Geschäftsvorgänge anhand von Integrationstests vollständig zu simulieren, vom Kundenauftrag über die Materialbereitstellung bis zur Auslieferung und Rechnungsstellung. Für die Umstellung bedürfe es außerdem eines abgestimmten Ablaufs für Datenübernahme, Freigaben und die Betreuung der Anwender in den ersten Betriebstagen.
Hilfe gegen den Fachkräftemangel
Die Befragten erwarten, dass moderne ERP-Systeme helfen, knappe Personalkapazitäten besser zu nutzen. 89% sehen darin eine Hilfe gegen den Fachkräftemangel, weil sich manuelle Routinetätigkeiten reduzieren lassen. Für die Entlastung der Mitarbeiter im Tagesgeschäft liegt die Zustimmungsquote bei 86%. Als Beispiele nennt Planat hier etwa, dass Auftragsdaten ohne erneute Eingabe in Einkauf, Lager und Fertigung weiterverwendet werden können. Zudem könnten klare Freigaberegeln zusätzlich helfen, Rückfragen und Suchaufwand zu begrenzen.












































