Einsatz generativer KI nur selten verboten

Double exposure of Engineer or Technician man in working shirt
Bild: ©Goodvibes Photo/stock.adobe.com

Laut einer repräsentativen ZEW-Befragung unter rund 1.500 Unternehmen stellt ein großer Teil der Unternehmen in der deutschen Informationswirtschaft und im Verarbeitenden Gewerbe generative KI-Anwendungen wie ChatGPT, Copilot oder Gemini für die Belegschaft zur Verfügung. Nur die wenigsten Unternehmen verbieten hingegen deren Einsatz.

„In der Informationswirtschaft stellen derzeit fast 60% der Unternehmen generative KI-Anwendungen für ihre Belegschaft gezielt zur Verfügung und unterstützen damit aktiv die Nutzung der neuen Technologie. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt dieser Anteil bei 30%“, sagt Ko-Studienautor Dr. Daniel Erdsiek aus dem ZEW-Forschungsbereich ‚Digitale Ökonomie‘.

Dr. Thomas Niebel, Ko-Autor der Studie und ebenfalls aus dem Forschungsbereich ‚Digitale Ökonomie‘, kommentiert die Ergebnisse wie folgt: „Trotz ihrer ausgesprochen hohen Leistungsfähigkeit zeichnet sich generative KI im Gegensatz zu vielen früheren digitalen Technologien durch eine deutlich niedrigere Einstiegshürde aus. Denn bis vor einigen Jahren mussten Unternehmen üblicherweise hohe Investitionen tätigen, um neue digitale Technologien in ihre Arbeitsprozesse zu integrieren. Dadurch hatten Unternehmen eine deutlich stärkere Kontrolle darüber, welche Technologien durch die eigene Belegschaft genutzt werden. Heutzutage können Mitarbeitende allerdings meist auch auf eigene Faust generative KI-Tools für ihre Arbeit nutzen“.

Verschiedene Strategien im Umgang mit KI

Unternehmen ohne eine gezielte Bereitstellung generativer KI müssen auf diese ungewohnte Ausgangslage reagieren. Laut ZEW-Untersuchung erlauben 16% der Unternehmen aus der Informationswirtschaft explizit die Nutzung generativer KI, ohne diese selbst bereitzustellen. Im Verarbeitenden Gewerbe gilt dies für 23%. Der Anteil an Unternehmen ohne klare Vorgaben, die aber den Einsatz generativer KI grundsätzlich tolerieren, fällt im Verarbeitenden Gewerbe fast doppelt so hoch aus wie in der Informationswirtschaft (22% bzw. 39%). Nur sehr selten hingegen untersagen Unternehmen den Einsatz generativer KI vollständig: In der Informationswirtschaft 4%, im Verarbeitenden Gewerbe 8%.

ZEW KI
Bild: ZEW

Größere Unternehmen fördern KI-Einsatz häufiger

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Inwiefern der Einsatz generativer KI institutionell gefördert wird, hängt auch mit der Unternehmensgröße zusammen. Demnach fördern gerade Unternehmen ab 100 Beschäftigten den Einsatz generativer KI gezielt, indem sie entsprechende Tools zur Verfügung stellen (87% in der Informationswirtschaft; 65% im Verarbeitenden Gewerbe).

„Bei der Bereitstellung generativer KI setzen Unternehmen insbesondere auf Lizenzen und Pro-Accounts für kommerzielle Anbieter. Etwas seltener kommen hingegen Open-Source-Anwendungen zum Einsatz. Generative KI-Anwendungen, die mit eigenen Unternehmensdaten angereichert wurden, sind gegenwärtig noch recht wenig verbreitet. Lediglich in großen Unternehmen der Informationswirtschaft werden solche Anwendungen häufiger zur Verfügung gestellt“, so Erdsiek.

Methodik: Die Daten vom März und April 2026 wurden im Rahmen des ZEW-Branchenreports Informationswirtschaft erhoben. Dafür haben die ZEW-Forscher rund 1.500 Unternehmen in Deutschland befragt. Sie stammen aus dem Verarbeitenden Gewerbe und der Informationswirtschaft, die sich aus IKT-Branche, Mediendienstleistern und wissensintensiven Dienstleistern zusammensetzt.



  • Neuer Spitzenwert und unsicherer Ausblick

    Neuer Spitzenwert und unsicherer Ausblick

    Im Jahr 2019 haben die Innovationsausgaben deutscher Unternehmen einen neuen Rekordwert erreicht. Für 2020 gehen die Autoren der Innovationserhebung von einem Rückgang der Ausgaben aus.

    mehr lesen: Neuer Spitzenwert und unsicherer Ausblick

  • Neuer CEO für Visometry

    Neuer CEO für Visometry

    Klaus Dibbern wird CEO des Augmented Reality-Spezialisten Visometry. Gleichzeitig wird Harald Wuest CPO des Unternehmens.

    mehr lesen: Neuer CEO für Visometry

  • Wie kommuniziert man eine Cyberattacke?

    Wie kommuniziert man eine Cyberattacke?

    Kommt es durch eine Cyberattacke zum Datendiebstahl, so stellt es für Unternehmen ein Worst-Case-Szenario dar – können doch erheblich finanzielle und materielle Schäden entstehen. In solchen Situationen muss auch die…

    mehr lesen: Wie kommuniziert man eine Cyberattacke?

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • T-Systems setzt auf die Cloud

    T-Systems setzt auf die Cloud

    ‚Cloud First‘ T-Systems setzt auf die Cloud T-Systems will sich strategisch neu aufstellen. Mit ‘Cloud First‘ setzt das Unternehmen künftig auf die Cloud. Die Investitionen in den Ausbau der Cloud…

    mehr lesen: T-Systems setzt auf die Cloud

  • Markus Asch wird CEO bei Rittal

    Markus Asch wird CEO bei Rittal

    Rittal hat einen neuen CEO. Markus Asch hat den Posten beim Herborner Unternehmen zum 1. Februar übernommen.

    mehr lesen: Markus Asch wird CEO bei Rittal

  • Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

    Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

    Wenn es um die Digitalisierung der eigenen Unternehmensprozesse geht, sehen IT-Verantwortliche in deutschen Unternehmen Bedarf in vielen Bereichen. Laut einer Studie des Analystenhauses Techconsult im Auftrag von Valantic liegt dabei…

    mehr lesen: Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

  • Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

    Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

    Software und Hardware für vernetzte eingebettete Systeme müssen höchste Anforderungen an Sicherheit, Echtzeitfähigkeit, Energie- und Ressourceneffizienz erfüllen. In dem am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierten Projekt Xandar erarbeiten acht…

    mehr lesen: Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

  • Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

    Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

    Im Projekt Gaia-X sollen Datenräume entstehen, die europäischen Datenschutz-Standards entsprechen und die unabhängig von den großen Hyperscalern sind. Für Marc Schieder, CIO von Dracoon, entscheidet sich in diesem Jahr, ob…

    mehr lesen: Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

  • 59,2 Millionen coronabedingt ausgefallene Arbeitstage

    59,2 Millionen coronabedingt ausgefallene Arbeitstage

    Wie aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht, könnten die coronabedingten Arbeitsausfälle der Erwerbstätigen im aktuellen Lockdown bis Mitte Februar auf 59,2Mio. Arbeitstage steigen was 6,2…

    mehr lesen: 59,2 Millionen coronabedingt ausgefallene Arbeitstage

  • Krisenjahr führt zu zweistelligem Produktionsminus

    Krisenjahr führt zu zweistelligem Produktionsminus

    Laut ersten Berechnungen des VDMA lag die Produktion im Maschinen-und Anlagenbau im vergangenen Jahr 12,1 Prozent unter der des Vorjahres.

    mehr lesen: Krisenjahr führt zu zweistelligem Produktionsminus

  • Tec Center für 3D-Druck

    Tec Center für 3D-Druck

    HP und verschiedene Partnerunternehmen haben ein Netzwerk ins Leben gerufen, das Industrieunternehmen beim Thema 3D-Druck unterstützen soll.

    mehr lesen: Tec Center für 3D-Druck