Damit automatisierte Fahrzeuge bald sicher unterwegs sind

laurin projektabschluss 1
Bild: Dekra e.V.

Das Forschungsprojekt Laurin wurde nach drei Jahren Laufzeit abgeschlossen und die Beteiligten ziehen eine positive Bilanz: Aus ihrer Sicht hat das Projekt die Digitalisierung und Automatisierung szenarienbasierter Fahrzeugtests auf dem Testgelände am Dekra Lausitzring maßgeblich vorangebracht. Mit sogenannten Schwarmtests haben die Forschenden komplexe Verkehrsszenarien nachgestellt, um automatisierte Fahrzeuge oder Fahrfunktionen mit maximalen Anforderungen zu testen und damit ihren Einsatz im Straßenverkehr abzusichern.

„Dank der Zusammenarbeit im Projekt, in das alle Beteiligten ihre jeweilige spezialisierte Expertise eingebracht haben, erreichen wir in den Testszenarien heute ein Niveau an Komplexität, die so mit keiner anderen verfügbaren Technologie auf dem Prüfgelände umgesetzt werden kann“, erklärt Konsortialleiter Felix Kocksch vom Dekra Lausitzring.

Im reproduzierbaren Testablauf wird ein Schwarm von Objekten punktgenau orchestriert. Das können mit Fahrrobotern ausgestattete Serienfahrzeuge sein, aber auch selbstfahrende Plattformen, die mit verschiedenen Soft-Targets – beispielsweise Fußgänger, Radfahrer oder weitere Fahrzeuge – simulieren. Das zu testende Fahrzeug befindet sich inmitten dieses Schwarms und wird in komplexe Situationen gebracht. Die automatisierten Funktionen müssen jeweils richtig darauf reagieren.

„Testszenarien können heute durch die im Projekt entwickelten Technologien mehrere Phasen wie Folgefahrten, Überholvorgänge und Neuordnungen des Schwarms umfassen, sodass nun durchgängige Testläufe über mehrere Minuten und über unterschiedliche Teststrecken umsetzbar sind“, sagt Kocksch. Im Projekt haben die Forschenden dies in einem dreiminütigen Szenario über Hochgeschwindigkeits-Oval und Handlingkurs mit bis zu 90 km/h demonstriert. Der Test eignet sich unter anderem dazu, hochautomatisiertes Fahren mit Spurwechselfunktion abzusichern (Automated Lane-Keeping System gemäß UN/ECE R157).

Das Fazit der Beteiligten: Es ist möglich ist, derartige Tests zentimetergenau und mit minimalen Reaktionszeiten so zu steuern, dass der Ablauf reproduzierbar wird. Durch das komplett digitalisierte Testgelände – mit hochgenauer Vermessungstechnik wurde ein digitaler Zwilling erstellt – lassen sich die Szenarien außerdem leicht zwischen Realität und Simulation übertragen.

Software, digitaler Zwilling und die passende Infrastruktur

Damit die Testszenarien möglichst nah an „echte“ kritische Situationen heranreichen, demonstrierten die Projektpartner unter der Federführung von des Fraunhofer IVI, wie sich reale Unfallszenarien auf dem Testgelände rekonstruieren lassen. Das Projektteam wählte dafür Situationen auf der Mobilitätsdatenbank „Mobilithek“ aus und bereitete sie für den Einsatz in den Testszenarien auf. Die Unfalltrajektorien wurden automatisiert analysiert und dafür passende Streckenabschnitte auf dem Testgelände identifiziert. Auch die Übertragung der Trajektorien an das Testequipment, das unter anderem Robotiksysteme und selbst fahrende Target-Mover umfasst, automatisierten die Beteiligten – dabei ist die Software des Projektpartners Tracetronic ein wichtiger Baustein.

Der Projektpartner iMar entwickelte im Rahmen des Projekts eine maßgeschneiderte Leitstandsoftware, über die die Objekte im Test zentral orchestriert und überwacht wurden. Das Testgelände selbst wird durch ein 5G-Campusnetz abgedeckt; der Projektpartner Smart Mobile Labs hat die Konfiguration der Infrastruktur erarbeitet.

Die Gesamtinvestitionen in das Projekt betrugen rund 4,2Mio.€. Es wurde im Rahmen der Innovationsoffensive mFund mit insgesamt 2,45Mio.€ durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.



  • Peter Bühringer leitet Stäubli Robotics Bayreuth

    Peter Bühringer leitet Stäubli Robotics Bayreuth

    Stäubli Robotics Bayreuth hat mit Peter Pühringer seit Anfang März einen neuen Geschäftsführer.

    mehr lesen: Peter Bühringer leitet Stäubli Robotics Bayreuth

  • Cyberkriminelle nutzen Corona-Panik aus

    Cyberkriminelle nutzen Corona-Panik aus

    Je weiter sich das Coronavirus verbreitet, desto größer ist das Bedürfnis nach Informationen. Cyberkriminelle und Spione nutzen das gezielt aus.

    mehr lesen: Cyberkriminelle nutzen Corona-Panik aus

  • Großer Schaden durch Wirtschaftskriminalität

    Großer Schaden durch Wirtschaftskriminalität

    Knapp die Hälfte aller deutschen Unternehmen war in den letzten 24 Monaten Opfer von Wirtschaftskriminalität. Das zeigt die aktuelle Studie ‚Global Economic Crime and Fraud Survey 2020‘ der Beratungsgesellschaft PWC.

    mehr lesen: Großer Schaden durch Wirtschaftskriminalität

  • Mangelnde Cybersecurity im IoT

    Mangelnde Cybersecurity im IoT

    Gartner schätzte die Zahl der zum Jahresende 2019 eingesetzten IoT-Endpunkte auf 4,8 Milliarden, was einer Zunahme um 21,5% gegenüber 2018 entspricht. Während das Internet der Dinge die Tür für neue…

    mehr lesen: Mangelnde Cybersecurity im IoT

  • Corona: Remote Access zum Nulltarif

    Corona: Remote Access zum Nulltarif

    Der Coronavirus (Covid-19) breitet sich immer weiter aus und hinterlässt seine Spuren in der Wirtschaft. Neben der Forderung nach Stützungsmaßnahmen durch die Bundesregierung wird auch immer wieder dazu geraten, aus…

    mehr lesen: Corona: Remote Access zum Nulltarif

  • Jede achte I4.0-Initiative übertrifft Erwartungen

    Jede achte I4.0-Initiative übertrifft Erwartungen

    Laut aktuellem Industrie-4.0-Index von Staufen übertreffen in 12% der deutschen Unternehmen die Ergebnisse der laufenden Digitalisierungsaktivitäten die Erwartungen – zum Teil sogar deutlich. Über die Gründe dafür herrscht unter den…

    mehr lesen: Jede achte I4.0-Initiative übertrifft Erwartungen

  • CyberArk gibt Empfehlungen für die RPA-Nutzung

    CyberArk gibt Empfehlungen für die RPA-Nutzung

    Der IT-Sicherheitsanbieter CyberArk präsentiert seinen neuen Report ‘The CISO View: Protecting Privileged Access in Robotic Process Automation‘. Er basiert auf den Erfahrungswerten eines CISO-Panels aus Global-1000-Unternehmen und liefert Empfehlungen für…

    mehr lesen: CyberArk gibt Empfehlungen für die RPA-Nutzung

  • VDI-Statusreport ‚Simulation und digitaler Zwilling im Anlagenlebenszyklus‘

    VDI-Statusreport ‚Simulation und digitaler Zwilling im Anlagenlebenszyklus‘

    Die Relevanz der Themen Modellierung und Simulation nimmt, nicht zuletzt durch das Konzept des digitalen Zwillings (DZ), in hohem Maße zu. Im Statusreport ‘Simulation und digitaler Zwilling im Anlagenlebenszyklus’ beschreiben…

    mehr lesen: VDI-Statusreport ‚Simulation und digitaler Zwilling im Anlagenlebenszyklus‘

  • Firewall-Lösung für Automatisierungsnetzwerke

    Firewall-Lösung für Automatisierungsnetzwerke

    Belden präsentiert die nächste Generation der industriegerechten Firewall Eagle von Hirschmann, um den stetig wachsenden Anforderungen an die Cybersicherheit von Automatisierungsnetzwerken gerecht zu werden.

    mehr lesen: Firewall-Lösung für Automatisierungsnetzwerke

  • Microsoft Deutschland ernennt Christine Haupt zum COO

    Microsoft Deutschland ernennt Christine Haupt zum COO

    Dr. Christine Haupt übernimmt zum 1. April als Chief Operating Officer (COO) die Leitung der Geschäftsbereiche Marketing, Operations und Mittelstandskunden bei Microsoft Deutschland.

    mehr lesen: Microsoft Deutschland ernennt Christine Haupt zum COO

  • VDI 5600: Neues Blatt zu Industrie 4.0

    VDI 5600: Neues Blatt zu Industrie 4.0

    In der neuen Richtlinie VDI 5600 Blatt 7 ‚Fertigungsmanagementsysteme (Manufacturing Execution Systems – MES) – MES und Industrie 4.0‘ wird aufgezeigt, wo sich aufgrund von Industrie 4.0-Vorgaben Konzepte, Aufbau und…

    mehr lesen: VDI 5600: Neues Blatt zu Industrie 4.0

  • Maschinenbauer starten gut ins Jahr

    Maschinenbauer starten gut ins Jahr

    Im Vergleich zum Vorjahr sind die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau im Januar um sieben Prozent gestiegen.

    mehr lesen: Maschinenbauer starten gut ins Jahr