Cyberangriffe werden auch für Mitarbeitende zur Belastung

Hiscox CRR 2025 Folgen Mitarbeitende c Hiscox
Bild: Hiscox Europe Underwriting Limited

Cyberangriffe gehören für deutsche Unternehmen zum Geschäftsalltag. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von Hiscox hervor. Demnach steigen die Investitionen und auch die Sensibilität für Cybersicherheit. Die Cyberresilienz vieler Unternehmen ist nach Ansicht des Spezialversicherers lückenhaft.

So verfügen 40% der befragten Unternehmen über eine eigenständige Cyberversicherung. 38% gaben an, dass sie Cyberrisiken im Rahmen einer anderen Police abgedeckt haben. Weitere 14% planen den Abschluss einer Cyberpolice. Damit sind aktuell sechs von zehn KMUs in Deutschland nicht oder nur begrenzt gegen Cyberangriffe abgesichert.

Roman Potyka, Head of Product & Underwriting von Hiscox Deutschland, sieht hier Aufklärungsbedarf: „Es herrscht oft Unklarheit über den Leistungsumfang einer vollwertigen Cyberversicherung, denn Ausschnittsdeckungen oder einfache Deckungserweiterungen – wie z.B. im Rahmen einer Betriebshaftpflicht – werden oft überschätzt“, sagt er. Bei Cyberversicherungen sei es wichtig, sich der eigenen Risiken bewusst zu machen. Eine eigenständige Cyberpolice könne auf diese Bedürfnisse zugeschnitten werden, sagt er.

Drei Viertel wollen Mitarbeitende schulen

97% der Befragten haben im vergangenen Jahr konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Cybersicherheit ergriffen. Besonders im Fokus stehen Mitarbeitendenschulungen (75%), die Einstellung von spezialisiertem Personal (62%) und Investitionen in moderne Sicherheitssoftware (52%). Zudem führen 74% mindestens monatlich Schwachstellenchecks durch, und 72% überprüfen regelmäßig die Cybersicherheit ihrer Geschäftspartner.

Multiple Angriffsszenarien

64% der deutschen Unternehmen waren in den letzten zwölf Monaten Ziel von mindestens einem bis zu zehn Angriffen, drei% berichten in der Hiscox-Studie von mehr als zehn Attacken. Ein Drittel blieb verschont beziehungsweise bemerkte keine Angriffsversuche. Die Angriffsvektoren sind unterschiedlich: Die meisten Befragten (81% ) nennen die eigene Unternehmens-Infrastruktur – von Servern über Cloud bis hin zu mobilen und IoT-Geräten – als häufigstes Einfallstor. Auch Angriffe über Zulieferer, Cloud-Server oder kompromittierte E-Mails werden von den Befragten genannt.

Die häufigste Angriffsvariante ist laut Hiscox-Befragung der Zahlungsumleitungsbetrug (Payment Diversion Fraud), von dem 43% der Unternehmen betroffen waren. Vier von zehn meldeten DDoS-Attacken, weitere 40% verzeichneten einen Missbrauch ihrer IT-Ressourcen (z.B. für das Schürfen von Kryptowährung, das Erstellen eines Botnetzes oder dem Hosten von Malware). Knapp ein Drittel der Befragten verlor den Zugriff auf verschlüsselte (32%) oder unverschlüsselte Daten (31%). Außerdem verursachten Ransomware-Attacken 22% aller Cyberschadenfälle.

Unternehmen berichten sogar von Burnout-Fällen

Cyberangriffe können erhebliche Folgen haben: 29% berichten von Schäden bei Dritten, die von eigenen Sicherheitslücken verursacht wurden, 25% waren mit hohen Kosten für die Benachrichtigungen der etwa von einem Datenverlust betroffenen Kunden konfrontiert, und ebenso viele hatten Schwierigkeiten, neue Kunden zu gewinnen. Auch melden die Befragten negative Effekte auf die Mitarbeitenden: 36% geben hohen Stress unter der Belegschaft an, 31% berichten von Burnout-Fällen und 26% von höheren Krankenständen nach einer Cyberattacke.

Seiten: 1 2



  • Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 einen Umsatz in Höhe von 5,8Mrd.€ erzielt. Das ist ein Rückgang von 6,4% gegenüber dem Vorjahresquartal.

    mehr lesen: Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

  • Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Mit einer Kontaktstelle zur Sicherstellung in den Lieferketten hat das Bundeswirtschaftsministerium eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen eingerichtet.

    mehr lesen: Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

  • Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    In der Coronakrise fahren 50 Prozent der deutschen Unternehmen Kurzarbeit, 18 Prozent wollen Jobs abbauen. Das ist das vorläufige Ergebnis der neuesten Umfrage des Ifo-Instituts im April.

    mehr lesen: Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Software-Erweiterung bei Renesas

    Software-Erweiterung bei Renesas

    Renesas Electronics veröffentlicht ein neues Update seines Flexible Software Package (FSP) für die 32Bit-Arm-Cortex-m-Mikrocontroller (MCUs) der RA-Familie.

    mehr lesen: Software-Erweiterung bei Renesas

  • IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

    IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

    Die IG Metall hat ein Eckpunktepapier verabschiedet, das Betriebsräten bei der Umsetzung von Gesundheitsschutzmaßnahmen im Betrieb unterstützen soll.

    mehr lesen: IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

  • Wo steht die IT-Sicherheit?

    Wo steht die IT-Sicherheit?

    Cyberangriffe nehmen nicht nur zahlenmäßig, sondern auch in ihrer Raffinesse zu. Allerdings beeinträchtigt der IT-Fachkräftemangel viele Unternehmen bei der Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen.

    mehr lesen: Wo steht die IT-Sicherheit?

  • Manager stellen sich gute Digitalkompetenz aus

    Manager stellen sich gute Digitalkompetenz aus

    Etwa jeder zweite Manager gibt sich die Note ‘gut‘ oder ‘sehr gut‘, wenn es um die eigene Digitalkompetenz geht. Wie die Studie des Bitkom zeigt, ist unter den Befragten jedoch…

    mehr lesen: Manager stellen sich gute Digitalkompetenz aus

  • Konjunktur trübt sich ein, langfristige Erholung erwartet

    Konjunktur trübt sich ein, langfristige Erholung erwartet

    Die Konjunkturlage trübt sich ein. Wie das Wirtschaftsinstitut ZEW mitteilt, rechnen die befragten Finanzexperten jedoch mit einer langfristigen Erholung. Das Niveau von vor der Corona-Krise soll jedoch erst im Jahr…

    mehr lesen: Konjunktur trübt sich ein, langfristige Erholung erwartet

  • Update für Industrie 4.0

    Update für Industrie 4.0

    Den gemeinnützigen Verein SmartFactory KL treibt das Ziel, die Ansätze von Industrie 4.0 verstärkt in der Produktionspraxis zu bringen. Im Rahmen der Initiative wurden deshalb bereits realitätsnahe Lösungen, erste Produkte…

    mehr lesen: Update für Industrie 4.0

  • Jennifer Morgan verlässt SAP

    Jennifer Morgan verlässt SAP

    Co-CEO Jennifer Morgan verlässt SAP Ende April. Wie der Softwarekonzern mitteilt, wird Christian Klein das Unternehmen zukünftig alleine führen.

    mehr lesen: Jennifer Morgan verlässt SAP

  • Wirtschaftliche Auswirkungen in allen Bundesländern

    Wirtschaftliche Auswirkungen in allen Bundesländern

    Eine Szenarienrechnung des Ifo-Instituts zeigt, dass im Gegensatz zur Finanzkrise 2009 die Wirtschaft aller Bundesländer gleichermaßen vom aktuellen ‘Shutdown‘ betroffen ist.

    mehr lesen: Wirtschaftliche Auswirkungen in allen Bundesländern