Von Kryptografie über Drohnen bis hin zum digitalen Zwillingen – Kudelski Security gibt einen Überblick über Trends in der Operational Technology (OT).

Nach der Pandemie wird die Arbeitswelt eine andere sein. Viele Industrieunternehmen haben im Pandemiejahr 2020 Prozessänderungen und Technologien eingeführt, um sich an die neuen Marktanforderungen anzupassen und beispielsweise ihren Mitarbeitern das Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen. Und viele Unternehmen werden auch weiterhin in solche Lösungen investieren. Wachsende Sicherheitsrisiken durch die zunehmende Verknüpfung von IT-Technologien mit OT-Systemen bleiben dabei jedoch häufig unbedacht. Neue Prozesse und Technologien erfordern jedoch eine Anpassung der Sicherheitsstrategie. Kudelski Security fasst fünf Trends zukünftiger OT-Security zusammen.
1. Kryptographie und sichere Kommunikationstechnologie
Kommunikationsprotokolle ohne Verschlüsselungsfunktionen, wie sie bei Altsystemen vorkommen, stellen für Unternehmen Risiken dar. Insbesondere Quantencomputer, die herkömmliche Verfahren in Sekundenschnelle aushebeln können, werden künftig eine Bedrohung darstellen. Kryptografie- und Kommunikationstechnologien können dabei helfen, sich diesen neuen Angriffsvektoren entgegenzustellen.
2. Absicherung von Drohnen
Drohnen werden künftig vermehrt für unterschiedliche Aufgaben zum Einsatz kommen, beispielsweise für die Überwachung von Anbaugebieten, die Standort- und Geländevermessung, die Inspektion von Versorgungsinfrastrukturen, die Auslieferung von Waren oder die Überprüfung von Lagerbeständen. Auch dies eröffnet neue Angriffsvektoren und Sicherheitslücken. Z.B. könnten Anlagen über die Kameras der Drohne ausspioniert oder sensible Daten gesammelt werden. Vernetzte Drohnen stellen gleichzeitig ein Einfallstor für Angriffe auf das gesamte Netzwerk dar, über das die Daten übertragen werden. Die Integration von End-to-End-Security kann vor diesem Risiko schützen.
3. Multi-Cloud-Government und -Transparenz
Auch Multi-Cloud-Governance und -Transparenz gewinnen zukünftig an Bedeutung. Die Kudelski-Spezialisten gehen davon aus, dass sich der Einsatz von cloudbasierten Sicherheitslösungen in OT-Umgebungen durchsetzen wird, um ausreichend Informationen zu Bedrohungen zu erhalten und zunehmend automatisiert stattfindende Angriffe abzuwehren. Diese werden Unternehmen die Implementierung von automatisierten Reaktionen ermöglichen, die den Zugriff auf Assets verhindern, Sicherheitsabschaltungen einleiten oder das Wartungspersonal im Falle eines möglichen Angriffs benachrichtigen können.
4. Edge Computing
Edge Computing ist eine weitere Technologie, die im Bereich OT-Security auf dem Vormarsch ist. Die geräteinterne Verarbeitung kann Unternehmen helfen, schneller auf Bedrohungen des Industrial Internet of Things (IIoT) zu reagieren. Beispielsweise wird die Edge-Computing-Technologie den Schutz des Netzwerks in Fahrzeugen ermöglichen und das Fahrzeugnetzwerk an wichtigen Eintrittspunkten vor Angriffen schützen. Solche Systeme sind zudem in der Lage, eine kontinuierliche Bedrohungsanalyse durchführen und dadurch feststellen, welche Punkte zu einem bestimmten Zeitpunkt am verwundbarsten sind.
5. Digitale Zwillinge für Virtual Patching
Auch digitale Zwillinge kommen in Zukunft zur Unterstützung von OT-Cybersicherheitsprogrammen zum Einsatz. Dieser ermöglicht es — durch Simulation und Analyse — Probleme vorherzusehen und zu vermeiden, Ausfallzeiten zu verringern oder zu planen. Digitale Zwillinge werden bei der Verwaltung von Software-Updates für virtuelles Patching verwendet. Wenn es nicht möglich ist, Patches sofort aufzuspielen, kann virtuelles Patching Schwachstellen entschärfen und die Ausfallzeit erheblich reduzieren, indem mehrere Schichten von Sicherheits-Policies und -regeln implementiert werden, die verhindern, dass Exploits Netzwerkpfade von und zu einer Schwachstelle zu nutzen. Mit digitalen Zwillingen kann simuliert werden, ob die Maßnahmen schützen.






































