Bain analysiert den Markt für generative KI

Software engineers working on project and programming in company. Startup business teamwork concept
Bild: ©DABCREATIVITY/stock.adobe.com

Die Zahl der Anbieter von generativer künstlicher Intelligenz, darunter auch zahlreiche Startups, steigt rasant und Investoren stellen Milliardenbeträge zur Verfügung. In ihrer aktuellen Analyse ‚AI Leaders to Watch‘ hat die internationale Unternehmensberatung Bain & Company diejenigen jungen Unternehmen identifiziert, die in der KI-Branche derzeit das wohl größte Entwicklungspotenzial haben und in den kommenden Jahren am Markt eine wichtige Rollen spielen dürften. Dazu untersuchten die Analysten, welche neuen KI-Anwendungsbereiche am relevantesten sind und welche Geschäftstätigkeiten durch KI in der nächsten Zeit am ehesten revolutioniert werden.

Beste Aussichten haben laut Bain-Analyse derzeit insgesamt 24 KI-Anbieter, deren Produkte auf ganz spezifische Branchen- oder Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind. Davon haben 15 Unternehmen nach Einschätzung der Analysten bereits auf dem Markt Fuß gefasst (‚Must know‘). Die anderen neun gelten als aufstrebende Disruptoren, die zunehmend in den Fokus der Investoren rücken und an Bekanntheit gewinnen (‚Emerging‘). Nicht berücksichtigt haben die Analysten die Akteure hinter den großen KI-Foundation-Models wie OpenAI, Google oder Anthropic.

Zahl der Anbieter wird weiter wachsen

Zu den von Bain identifizierten Playern gehören etwa Glean, das Firmen eine KI-gestützte Suchmaschine für ihre interne Dokumentation anbietet, und Synthesia, das menschenähnliche Avatare etwa für Schulungen, Marketingzwecke oder den Kundenservice erstellt. Andere KI-Anbieter fokussieren sich auf Branchenlösungen. So hat beispielsweise Harvey ein KI-Tool für Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen entwickelt, während das Startup Hippocratic AI mit von generativer KI gestützten Gesprächsagenten im Gesundheitsmarkt punkten will.

„Das rasante Innovationstempo mit vielen neuen Entwicklungen über alle Anwendungsfelder der KI hinweg wird hoch bleiben“, erklärt Dr. Florian Mueller, Bain-Partner und Leiter der Praxisgruppe Advanced Analytics in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA). „Darüber hinaus werden noch mehr Startups versuchen, den Markt zu erobern. Entsprechend schwierig wird es für Unternehmen werden, den für ihre Anforderungen geeigneten Partner zu finden.“

Foundation Models machen Riesensprung

Bereits Ende 2023 hatte Bain den Markt für generative KI analysiert und dabei eine exponentielle Zunahme bei Anbietern und Finanzierung festgestellt. So sind die bereitgestellten Mittel zwischen 2020 und 2023 weltweit von 2,01Mrd.US$ auf 23,7Mrd.US$ angestiegen und haben sich damit verzwölffacht. Einen Riesensprung machte in diesem Zeitraum der Bereich der Foundation Models: Das Finanzierungsvolumen legte laut Bain von 44Mio.US$ auf 16,3Mrd.US$ zu.

„Trotz der sich so extrem schnell verändernden KI-Landschaft werden sich in den einzelnen Anwendungsbereichen mit der Zeit klare Marktführer herausbilden“, sagt Mueller. „Investoren und das Topmanagement von Unternehmen müssen deshalb unbedingt im Auge behalten, wie sich der KI-Markt entwickelt. Nur dann können sie frühzeitig erkennen, welche Anbieter zu den Gewinnern zählen werden.“

Methodik: Identifiziert wurden die aufgelisteten 24 Unternehmen mithilfe einer datengestützten Auswertung, bei der das Gründungsjahr, die Finanzierung, das Ansehen bei Investoren, die Bekanntheit im Markt und die Zahl der Mitarbeitenden Ende des Jahres 2023 Berücksichtigung fanden. Die Gesamtfinanzierungszahlen geben den Stand bis 1. Mai 2024 wieder.

Bei der Analyse der Anbieter der Kategorie ‚Must know‘ wurden Unternehmen einbezogen, die bislang mindestens 75Mio.US$ aufgebracht haben oder selbst finanziert sind, die Beteiligung von mindestens einem führenden Investor aufweisen können, in mindestens zwei maßgebliche Marktübersichten, ‚Best of‘-Listen oder anderen Publikationen genannt wurden und mindestens 25 Mitarbeitende haben sowie ein jährliches Mitarbeiterwachstum von mehr als 20 Prozent aufweisen.

Bei der Analyse der aufstrebenden Disruptoren der Kategorie ‚Emerging‘ wurden Unternehmen berücksichtigt, die im Jahr 2021 oder später gegründet wurden, bis heute mindestens 20Mio.US$ aufgebracht haben, mindestens einen führenden Investor haben und in mindestens einer maßgeblichen Marktübersicht, einer ‚Best of‘-Liste oder einer anderen Veröffentlichung genannt wurden.

Anmerkung von Bain: Die Angaben zu Finanzierungsvolumen und Finanzierungsrunden sind dem Datenanbieter Crunchbase entnommen.



  • Deutsche Wirtschaft wieder etwas skeptischer

    Deutsche Wirtschaft wieder etwas skeptischer

    Erstmals nach fünf Anstiegen in Folge ist der Ifo-Geschäftsklima-Index im Oktober wieder gesunken. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Geschäftsklimaindikator allerdings erstmals seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich.

    mehr lesen: Deutsche Wirtschaft wieder etwas skeptischer

  • Kontron-Standorte gründen europäischen EMS/ODM-Verbund

    Kontron-Standorte gründen europäischen EMS/ODM-Verbund

    Die europäischen Produktionsstandorte des Embedded-Spezialisten Kontron sollen zu einem EMS/ODM-Verbund zusammengeschlossen werden.

    mehr lesen: Kontron-Standorte gründen europäischen EMS/ODM-Verbund

  • Partnerschaft zwischen Siemens und Log.Go.Motion

    Partnerschaft zwischen Siemens und Log.Go.Motion

    Im Rahmen einer Partnerschaft vertreibt Siemens zukünftig die Lösung Moby.Check des Digitalisierungsspezialisten Log.Go.Motion.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen Siemens und Log.Go.Motion

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • SAP legt Quartalszahlen vor und passt Jahresziele an

    SAP legt Quartalszahlen vor und passt Jahresziele an

    Der Softwarekonzern SAP hat seine Zahlen für das dritte Quartal 2020 veröffentlicht. Demnach erzielte der Softwarekonzern weniger Umsatz als noch im Vorjahresquartal. Das Cloudgeschäft legte hingegen zu.

    mehr lesen: SAP legt Quartalszahlen vor und passt Jahresziele an

  • Dr. Marianne Janik übernimmt bei Microsoft Deutschland

    Dr. Marianne Janik übernimmt bei Microsoft Deutschland

    Zum 1. November wird Dr. Marianne Janik die Leitung von Microsoft Deutschland von Sabine Bendiek übernehmen, die zu SAP wechseln wird.

    mehr lesen: Dr. Marianne Janik übernimmt bei Microsoft Deutschland

  • Fraunhofer-Außenstelle in Schweinfurt eröffnet

    Fraunhofer-Außenstelle in Schweinfurt eröffnet

    Unter der Überschrift ‘KI-noW‘ (Künstliche Intelligenz (KI) für eine nachhaltig optimierte Wertschöpfung) wollen Forscher des Fraunhofer IPA neueste Erkenntnisse der angewandten Forschung in die industrielle Praxis überführen. Zur Veranschaulichung zeigt…

    mehr lesen: Fraunhofer-Außenstelle in Schweinfurt eröffnet

  • Lagebericht der IT-Sicherheit

    Lagebericht der IT-Sicherheit

    Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat Mitte Oktober seinen Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2020 veröffentlicht. Dazu erklärt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung: „Zu Beginn…

    mehr lesen: Lagebericht der IT-Sicherheit

  • Cognizant erweitert IoT-Portfolio

    Cognizant erweitert IoT-Portfolio

    Mit der Übernahme des IoT-Spezialisten Bright Wolf, will der IT-Dienstleister Cognizant seine Expertise im Bereich Internet of Things erweitern.

    mehr lesen: Cognizant erweitert IoT-Portfolio

  • Schutz von Workstations

    Schutz von Workstations

    Stormshield erweitert seine Produktpalette mit Endpoint Security Evolution. Dabei handelt es sich um eine Lösung zum Schutz von Workstations, die speziell auf aktuelle Cybersicherheitsprobleme zugeschnitten ist.

    mehr lesen: Schutz von Workstations

  • Schutz industrieller Netzwerke und Automatisierungssysteme

    Schutz industrieller Netzwerke und Automatisierungssysteme

    Die Siemens-Netzwerkkomponenten der Scalance-SC-600-Familie zielen auf den Schutz von industriellen Netzwerken und Automatisierungssystemen durch die Segmentierung des Netzwerkes und sichere Kommunikationskanäle ab. Mit dem neuen Modell Scalance SC622-2C präsentiert der…

    mehr lesen: Schutz industrieller Netzwerke und Automatisierungssysteme

  • Stabilisierung, aber noch kein Ende der Krise

    Stabilisierung, aber noch kein Ende der Krise

    In vielen Ländern Europas scheint sich der Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Darauf deuten die Zahlen des Europäischen Arbeitsmarktbarometers hin, das nun erstmals veröffentlicht wurde.

    mehr lesen: Stabilisierung, aber noch kein Ende der Krise