Zwischen Schule und Beruf: Chancen für Nachwuchs und Betriebe

Master discussing a workpiece with his apprentice or trainee
Bild: ©Kzenon/stock.adobe.com

Im Maschinen- und Anlagenbau suchen viele Unternehmen nach wie vor mit großem Einsatz nach geeigneten Fachkräften. Dies ist eine bedeutende Herausforderung, weil die Zahl der Nachwuchskräfte sowohl in der beruflichen Bildung als auch in akademischen technischen Berufen sinkt. Hinzu kommt, dass durch die demografische Entwicklung die Lücke zwischen verfügbaren Fachkräften und betrieblicher Nachfrage mittelfristig größer wird. In den für den Maschinen- und Anlagenbau relevanten Berufsgruppen blieben im letzten Jahr 9 Prozent der angebotenen Ausbildungsstellen unbesetzt.

Eine aktuelle Kurzstudie des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) im Auftrag der Impuls-Stiftung des VDMA legt den Fokus auf den sogenannten Übergangsbereich Schule/Beruf. Dieser Bildungsbereich richtet sich an Jugendliche, die nicht direkt nach Verlassen der Schule eine Ausbildung oder Erwerbstätigkeit aufnehmen. Das zentrale Ziel der Bildungsgänge im Übergangsbereich besteht darin, die Chancen der Jugendlichen auf eine Berufsausbildung zu verbessern. Im Jahr 2023 beteiligten sich etwa 250.000 junge Menschen an diesen Programmen, das waren 13,5 Prozent aller Personen, die eine berufliche oder weiterführende Ausbildung begannen. Vergleichsweise wenige junge Menschen, die Erfahrungen im Übergangsbereich gesammelt haben, entscheiden sich dann für Ausbildungsberufe im Maschinen- und Anlagenbau. Prof. Dr. Bernhard Boockmann, Wissenschaftlicher Direktor des IAW und einer der Autoren der Studie, betont jedoch, dass viele dieser Jugendlichen grundsätzlich ausbildungsfähig sind und damit ihren Teil dazu beitragen könnten, den Fachkräftemangel im Maschinen- und Anlagenbau abzumildern.

Grundlagen für technische Ausbildungen sind vielfach vorhanden

Die Studie präsentiert eine detaillierte Analyse des Übergangsbereichs und vergleicht dessen Teilnehmende mit Jugendlichen, die direkt eine Ausbildung aufnehmen. Es zeigt sich, dass trotz unterschiedlicher Voraussetzungen – etwa geringere schulische Bildung oder ungünstiger familiärer Hintergrund – viele Jugendliche im Übergangssektor die nötigen Grundlagen für technische Ausbildungen mitbringen. So sind die Kompetenzen in Mathematik und Lesen oder das soziale Verhalten vieler Jugendlicher vergleichbar mit den Fähigkeiten Gleichaltriger, die bereits eine Ausbildung absolvieren. Auch bei arbeitsrelevanten Persönlichkeitsmerkmalen wie Gewissenhaftigkeit oder der eigenen Motivation stehen sie den Auszubildenden nicht nach.

„Der Übergangsbereich ist keine Warteschleife, sondern eine Chance. Viele dieser jungen Menschen haben das notwendige Potenzial und wir müssen sie dazu bringen, möglichst bald eine technische Ausbildung aufzunehmen“, sagt Henrik Schunk, Vorsitzender des Kuratoriums der Impuls-Stiftung und Vorsitzender des Verwaltungsrats bei Schunk.

Empfehlungen zur Nutzung der Potenziale im Übergangsbereich

Die Autoren der Studie empfehlen, die Potenziale des Übergangsbereichs besser zu erschließen, indem Jugendliche mit technischen Neigungen gezielt identifiziert und gefördert werden. Zudem sollten sie stärker für die Berufsfelder im Maschinen- und Anlagenbau sensibilisiert werden. Eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Industrie wird als wichtige Grundlage angesehen, um die Übergänge zu verbessern und den Jugendlichen realistische Perspektiven aufzuzeigen.

„Ziel muss sein, die Programme im Übergangsbereich bestmöglich auf die Bedarfe der jungen Menschen und der Unternehmen abzustimmen und bis zum Ende der Übergangsphase einen möglichst guten Anschluss an eine technische Ausbildung herzustellen“, erläutert Schunk.



  • Kontron stellt Switch-Familie vor

    Kontron stellt Switch-Familie vor

    Kontron erweitert seine Industriehardware um die Switch-Familie KSwitch. Die Fast- und Gigabit-Ethernet-fähigen Modelle sollen über das Jahr verteilt auf den Markt kommen. Die ersten 23 Varianten bereits im ersten Quartal,…

    mehr lesen: Kontron stellt Switch-Familie vor

  • Neue Arbeitsgemeinschaft im VDMA

    Neue Arbeitsgemeinschaft im VDMA

    Für einen besseren Austausch mit der Telekommunikationsindustrie hat der VDMA die Arbeitsgemeinschaft Wireless Communications for Machines ins Leben gerufen.

    mehr lesen: Neue Arbeitsgemeinschaft im VDMA

  • Autobauer wieder positiver gestimmt

    Autobauer wieder positiver gestimmt

    Die Unternehmen der Automobilindustrie schätzen ihre aktuelle Lage wieder besser ein als noch Januar und auch der Ausblick auf die kommenden Monate ist laut der Ifo-Konjunkturumfrage positiver.

    mehr lesen: Autobauer wieder positiver gestimmt

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • LoadRunner organisiert sich im Schwarm

    LoadRunner organisiert sich im Schwarm

    Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML entwickelt mit dem LoadRunner eine neue Generation fahrerloser Transportfahrzeuge. Das System kann sich dank künstlicher Intelligenz und Kommunikation über 5G im Schwarm organisieren…

    mehr lesen: LoadRunner organisiert sich im Schwarm

  • AIM und die Profibus Nutzerorganisation arbeiten zusammen

    AIM und die Profibus Nutzerorganisation arbeiten zusammen

    Der Industrieverband AIM und die Omlox-Community der Profibus Nutzerorganisation wollen zusammenarbeiten. Ziel ist es, die Interoperabilität zwischen AutoID-Technologien und Softwaresystemen zu fördern.

    mehr lesen: AIM und die Profibus Nutzerorganisation arbeiten zusammen

  • Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Lockdown weiter stabil

    Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Lockdown weiter stabil

    Im Februar gibt das IAB-Arbeitsmarktbarometer leicht optimistische Signale, der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen.

    mehr lesen: Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Lockdown weiter stabil

  • Partnerschaft zwischen Q.beyond und Northwave

    Partnerschaft zwischen Q.beyond und Northwave

    Q.beyond will sein Cyber-Security-Angebot durch eine Partnerschaft mit Northwave stärken. Beide Unternehmen haben zuvor bereits in Kundenprojekten zusammengearbeitet.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen Q.beyond und Northwave

  • Forschungsteam arbeitet an skalierbaren Qubits

    Forschungsteam arbeitet an skalierbaren Qubits

    Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS entwickelt zusammen mit europäischen Partnern im Projekt QLSI eine skalierbare Technologie für Silizium-Qubits für Quantencomputer.

    mehr lesen: Forschungsteam arbeitet an skalierbaren Qubits

  • Open Industry 4.0 Alliance gibt Rat zum Thema Cybersicherheit

    Open Industry 4.0 Alliance gibt Rat zum Thema Cybersicherheit

    Mit dem Strategiepapier ‘Cyber Security Design Principles‘ will die Open Industry 4.0 Alliance darüber informieren, wie Unternehmen das Thema Sicherheit von der Werkshalle bis zur Cloud umsetzen können.

    mehr lesen: Open Industry 4.0 Alliance gibt Rat zum Thema Cybersicherheit

  • Digitalisierungskompetenz in der Geschäftsführung verankern

    Digitalisierungskompetenz in der Geschäftsführung verankern

    Aus dem Industrie-4.0-Barometer der Management- und IT-Beratung MHP geht hervor, dass sich die Position eines CIO in der Geschäftsführung positiv auf Umsetzung von Industrie-4.0-Ansätzen auswirkt.

    mehr lesen: Digitalisierungskompetenz in der Geschäftsführung verankern

  • 1,18 Millionen offene Stellen im vierten Quartal

    1,18 Millionen offene Stellen im vierten Quartal

    231.000 offene Stellen weniger als im vierten Quartal 2019 verzeichnet das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in der aktuellen Stellenerhebung. Demnach ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem dritten…

    mehr lesen: 1,18 Millionen offene Stellen im vierten Quartal