Wie C.O.B.O. Kaizen sichtbar macht

Shop Floor Board in der Produktionshalle COBO
Bild: Solunio GmbH

Die Analyse von Störungen und Abweichungen, das Erfassen von Kennzahlen, das Erstellen und Zuweisen von Maßnahmen – all das auf Papier? Heute ist das bei C.O.B.O. vorbei, einem weltweit agierenden Anbieter von Produkten und integrierten Systemen für den Off-Highway-Fahrzeugmarkt. Vor der Einführung einer digitalen Shopfloor-Management-Lösung war der Informationsfluss beim Hersteller stark papierbasiert. Es fiel dem Unternehmen schwer, eine einheitliche und aussagekräftige Datengrundlage für alle Abteilungen zu schaffen. Daten wurden mühsam aus verschiedenen Systemen gesammelt, auf Papier weitergegeben und verloren rasch an Bedeutung, da sie teilweise unvollständig und schnell veraltet waren. Auch die Verwaltung von Maßnahmen stellte eine große Herausforderung dar. „Maßnahmen und deren Zuweisung wurden händisch auf einem Board notiert – doch die konsequente Umsetzung lag letztlich in der Eigenverantwortung der Mitarbeitenden“, sagt Matteo Boccanfuso, World Class Manufacturing Coordinator – Focused Improvement bei C.O.B.O. und Key User bei der Implementierung der Visualisierungstechnik. Die Notwendigkeit eines digitalen Systems war schnell erkannt. Das Ziel: die papierbasierten Boards als Informationsquelle ablösen und die täglichen Asaichi-Meetings, ein Treffen zwischen den verschiedenen Abteilungen, effizienter und kollaborativer gestalten, um die kontinuierliche Verbesserung nach dem Kaizen-Prinzip im Unternehmen voranzutreiben.

KPI-gestützte und visuelle Produktionssteuerung

Um Produktionsprozesse effizient zu steuern, reicht es nicht aus, Daten zu erfassen – es braucht eine fundierte Aufbereitung, eine aussagekräftige Verdichtung etwa in prozessrelevante Kennzahlen und deren verständliche Visualisierung. Um das kontinuierlich und automatisiert zu erreichen, griff der Hersteller auf Visual Shop Floor von Solunio zurück. Dessen System zur visuellen KPI-gestützten Produktionssteuerung sollte Papierlisten und handgeschriebenen Notizen ersetzen, um die Abläufe im Werk besser miteinander zu verknüpfen. Durch die Flexibilität der implementierten Lösung kann C.O.B.O. eigenständig weitere Anwendungsfälle behandeln. „Heute nutzen wir Visual Shop Floor, um systematisch die Ursachen von Maschinenausfällen und anderen kritischen Ereignissen (EWO – Emergency Work Order) zu analysieren, Wartungs- und Instandhaltungsaufträge gezielt zu steuern sowie Sicherheitsvorfälle (S-EWO – Safety Emergency Work Order) und Verbesserungsvorschläge lückenlos zu dokumentieren und auszuwerten“, erläutert Boccanfuso. Ein Emergency Work Order (EWO) ist eine dringende Arbeitsanweisung, die bei Störungen erstellt, priorisiert und dem zuständigen Team zur sofortigen Bearbeitung zugewiesen wird.

Information nach dem Push-Prinzip

Ein weiteres Merkmal ist die automatische Erstellung von Benachrichtigungen und Reports zu kritischen Themen wie Qualitätsproblemen, Testergebnissen, Ausschussquoten pro Bereich und Monat oder Verzögerungen bei Wartungsarbeiten. Was früher manuell und zeitaufwendig zusammengestellt wurde, läuft heute automatisch ab: Verantwortliche erhalten einen Überblick über die laufenden Aktivitäten – mit Verknüpfung zum jeweiligen Projekt in der Software. „So sparen wir nicht nur wertvolle Zeit durch die Automatisierung sich wiederholender Tätigkeiten, sondern reduzieren auch den Papierverbrauch erheblich“, schildert Matteo Boccanfuso.

Große Anzeigen, große Wirkung: Die helfen dabei, die komplexe Fertigung greifbar und veränderbarer zu machen.
Große Anzeigen, große Wirkung: Die helfen dabei, die komplexe Fertigung greifbar und veränderbarer zu machen. – Bild: Solunio GmbH

Asaichi-Meetings als Schlüssel zur Verbesserung

Seit seiner Einführung ist die visuelle Produktionssteuerung zu einer tragenden Säule der kontinuierlichen Verbesserung geworden. „Aktuelle Informationen sind essenziell für die strukturierte und effiziente Durchführung unserer täglichen Asaichi-Meetings. Sie ermöglichen es uns, gezielt und nachhaltig an der Optimierung unserer Prozesse zu arbeiten“, betont Matteo Boccanfuso. Die täglichen Treffen, bei denen verschiedene Abteilungen zusammenkommen, sind deutlich effizienter geworden. Informationen werden gezielt und strukturiert genutzt, Maßnahmen können über die integrierten Funktionen für das Task Management unmittelbar angestoßen werden. Während der Meetings werden Aufgaben zugewiesen und deren Fortschritt in Echtzeit verfolgt. So kann das Unternehmen die Arbeitszeit besser steuern, Überlastungen vermeiden und ineffiziente Phasen reduzieren. Gleichzeitig sorgt die transparente Visualisierung aller Maßnahmen vor, dass nichts übersehen wird – ein entscheidender Vorteil, um schneller Entscheidungen zu treffen und Verbesserungen zu verankern. So fasst Matteo Boccanfuso die wichtigsten Effekte zusammen, die sich aus der Systemeinführung bei C.O.B.O. ergeben haben.

Standortübergreifende Implementierung geplant

Während der Implementierungsphase verfolgte der Produzent das Ziel, die Anforderungen jedes Bereichs präzise zu erfassen und im System abzubilden. Durch eine Analyse der Unternehmensprozesse wurden alle relevanten Aspekte berücksichtigt – so konnte das System reibungslos eingeführt und zügig in allen Abteilungen integriert und genutzt werden. „Die Konfigurierbarkeit nach dem No-Code/Low-Code-Prinzip ermöglichte eine zügige Systemeinführung mit den bereits im Unternehmen vorhandenen Ressourcen“, schildert Boccanfuso. Künftig solle die Software auch auf weitere Werke und externe Standorte ausgerollt werden. „Das wird nicht nur die Verbindung zwischen den Standorten stärken, sondern auch das Kaizen-Denken im gesamten Unternehmen fördern.“ Langfristig verfolgt C.O.B.O. das Ziel, Visual Shop Floor zu einem zentralen Baustein der eigenen Digitalisierungsstrategie zu machen – um Effizienz und kontinuierliche Verbesserung unternehmensweit voranzubringen.



  • Damit der Roboter erkennt, wem was wann gehört

    Damit der Roboter erkennt, wem was wann gehört

    Für Maschinen stellen wechselnde Funktionen von Objekten ein ungelöstes Problem dar: Ein Laborroboter weiß beispielsweise nicht, welches Werkzeug gerade welchem Mitarbeiter zuzuordnen ist. Die drei Forschungsbereiche des DFKI-Labors Niedersachsen arbeiten…

    mehr lesen: Damit der Roboter erkennt, wem was wann gehört

  • Transformation Stage, Digital Ecosystems und Future Hub

    Transformation Stage, Digital Ecosystems und Future Hub

    Vom 20. bis zum 24. April öffnet die Hannover Messe ihre Pforten. Rund 6.500 Aussteller und mehr als 220.000 Besucher werden zur Weltleitmesse der Industrie erwartet. Neu in diesem jahr…

    mehr lesen: Transformation Stage, Digital Ecosystems und Future Hub

  • IT-Totalschaden vermeiden

    IT-Totalschaden vermeiden

    Nach einem Cyberangriff mit dem Trojaner Emotet vor fünf Monaten ist das Berliner Kammergericht noch immer weitgehend offline. Vor wenigen Tagen enthüllte ein Bericht, dass der Sicherheitsvorfall deutlich verheerender war,…

    mehr lesen: IT-Totalschaden vermeiden

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Ein KI-Assistent für Datenlöschung

    Ein KI-Assistent für Datenlöschung

    In Verwaltungen von Unternehmen häufen sich große Datenmengen an. Dabei den Überblick zu behalten, fällt Mitarbeitern oft schwer.

    mehr lesen: Ein KI-Assistent für Datenlöschung

  • Förderung online berechnen

    Förderung online berechnen

    Zu Beginn des Jahres ist das Forschungszulagengesetz in Kraft getreten, um den Bereich Forschung und Entwicklung zu stärken. Mit einem Online-Tool können sich interessierte Unternehmen die voraussichtliche Fördersumme berechnen.

    mehr lesen: Förderung online berechnen

  • Smarte Lieferketten, Seewege und das IoT im Visier

    Smarte Lieferketten, Seewege und das IoT im Visier

    Am Montag stellt der TÜV Rheinland seine Cybersecurity Trends 2020 vor. Demnach könnten sich Cyberangriffe zunehmend auf persönliche Sicherheit sowie die Stabilität der Gesellschaft auswirken. Auch smarte Lieferketten stehen dabei…

    mehr lesen: Smarte Lieferketten, Seewege und das IoT im Visier

  • Ohne Überraschungen ins neue Jahr

    Ohne Überraschungen ins neue Jahr

    Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau lag im Jahr 2019 um neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch zum Jahresende verfehlten die Bestellungen das Vorjahresniveau.

    mehr lesen: Ohne Überraschungen ins neue Jahr

  • Raphael Binder übernimmt Geschäftsleitung von Syslogic

    Raphael Binder übernimmt Geschäftsleitung von Syslogic

    Wechsel an der Spitze von Syslogic. Raphael Binder hat zum 1. Januar die Geschäftsleitung der Embedded-Spezialistin übernommen.

    mehr lesen: Raphael Binder übernimmt Geschäftsleitung von Syslogic

  • SAP verlängert Support für Business Suite

    SAP verlängert Support für Business Suite

    SAP verlängert den Support für seine Business Suite um zwei Jahre bis Ende 2027. Zudem sagt der Softwarekonzern die Wartung für SAP S/4HANA bis 2040 zu.

    mehr lesen: SAP verlängert Support für Business Suite

  • Wechsel in der Geschäftsführung bei Balluff

    Wechsel in der Geschäftsführung bei Balluff

    Frank Paul Nonnenmann hat Anfang Februar Michael Unger als Geschäftsführer beim Sensor- und Automatisierungsspezialisten Balluff abgelöst.

    mehr lesen: Wechsel in der Geschäftsführung bei Balluff

  • Ethik ist wichtig, ethische Richtlinien aber noch selten

    Ethik ist wichtig, ethische Richtlinien aber noch selten

    Ethische Grundsätze gewinnen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) immer mehr an Bedeutung. Wie aus einer Studie der Management und Technologieberatung BearingPoint hervorgeht, stecken entsprechende Richtlinien noch in den Kinderschuhen.

    mehr lesen: Ethik ist wichtig, ethische Richtlinien aber noch selten