IoT-basiertes Echtzeit-Tracking: Transparenz in die Lieferkette bringen

Concept of a global logistics network with location pins on a world map. This represents an international supply chain and distributed business locations for worldwide reach. Fermion
Bild: ©InfiniteFlow/stock.adobe.com

Globale Lieferketten sind Einflüssen von Naturereignissen oder geopolitischen Entwicklungen ausgesetzt. Zwar sind Lieferverzögerungen nicht immer vermeidbar, doch oft könnte Echtzeitverfolgung helfen. Viele Unternehmen kennen etwa den Standort oder den Zustand ihrer Sendungen nicht. Die möglichen Folgen: Logistik- und Transportunternehmen investieren in Flotten, die größer werden als nötig, Hersteller haben Schwierigkeiten, ihre Produktionspläne zu organisieren und Einzelhändler haben Probleme mit der Bestandsverwaltung.

Die Grenzen gängiger Methoden

Gängige Tracking-Methoden geraten hier an ihre Grenzen, wie zwei Beispiele zeigen. Ein Fahrzeughersteller in Übersee wartet auf wichtige Komponenten aus Europa und erhält als Sendungsstatus nur die Information, dass die Ware über einen europäischen Hafen verschifft wurde und sich irgendwo auf dem Atlantik befindet. Logistik- und Produktionsmanager müssen Entscheidungen dann auf der Grundlage von Vermutungen treffen, etwa ob die Sendung rechtzeitig ankommt und folglich die Montagestraße angehalten oder das Personal umverteilt werden sollte.

Auch im intermodalen Güterverkehr – beim Wechsel eines Containers zwischen LKW, Schiene und Schiff – ist es oft schwer, den Überblick zu behalten. Wo genau befindet sich der Container? Drohen Temperaturschwankungen bei sensiblen Gütern? Bislang mussten Disponenten oft auch bei Fahrerinnen und Fahrern anrufen, um den Status der Fracht zu erfragen. Auch kam es zu Staus an Laderampen, weil die Ankunftszeiten der Container nicht abgestimmt waren. Fehlen Informationen, wirkt sich das auf die gesamte Prozesskette aus.

In beiden Fällen fehlt Echtzeit-Tracking. Durch die zunehmende Vernetzung von Geräten und Sensoren ermöglicht das IoT hier Transparenz in der Lieferkette und liefert etwa Daten über den aktuellen Standort einer Sendung. Darüber hinaus bietet der Einsatz von KI zusätzliche Möglichkeiten sowohl für Unternehmen, die Waren versenden und transportieren, als auch für die Empfänger.

Asset-Tracking in neuem Gewand

Telematikdienste, IoT-Geräte und -Sensoren ermöglichen eine weltweite Sendungsverfolgung (Track and Trace). Auch Logistikobjekte ohne eigene Stromversorgung lassen sich durch die Nutzung von Solarzellen verlässlich über verschiedene Standorte und Netzwerke hinweg überwachen und verwalten – egal ob auf Straße, Schiene, zu Wasser oder in der Luft. IoT-Plattformen sind Teil dieses Asset-Tracking-Ansatzes. Über diese werden Verwaltung und Überwachung der Geräte und Daten zentralisiert. Die Plattform unterstützt das Management und die Konnektivität der IoT-Geräte über ihren gesamten Lebenszyklus von der Produktion bis zum Einsatz im Feld hinweg – etwa durch die Nutzung der eSIM- oder iSim-Technologie. Die Auswahl unterschiedlicher IoT-Geräte reicht inzwischen von ultrakleinen Tracking-Geräten für Paketsendungen bis hin zu solarbetriebenen und mobilen Telematik-Gateways.

KI verspricht weiteres Potenzial. Sie kann genutzt werden, um auf der Grundlage von Echtzeit- und historischen Datenmustern Maßnahmen auszulösen – beispielsweise die Umverteilung von Lagerbeständen, die Anpassung von Routen oder die vorausschauende Wartung von Transportmitteln. Mit der Zeit werden KI-Systeme immer genauer und proaktiver werden, was letztlich menschliche Eingriffe reduziert. Der letzte Schritt in dieser Entwicklung könnte die Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Ökosystem sein, um Daten sicher auszutauschen und so Lieferketten nachhaltiger und widerstandsfähiger zu gestalten.

Effekte für die ganze Lieferkette

Die Effekte eines End-to-End-Tracking-Systems zeigen sich in der gesamten Lieferkette. Logistikmanager können schneller auf Störungen reagieren, und Manager können ihre Prozesse durch datengestützte Entscheidungen optimieren. Intelligentes Flottenmanagement hilft zudem, den Kraftstoffverbrauch zu senken. Angesichts strengerer Emissionsvorschriften sind die Akteure der Branche hier zunehmend gefordert, die Nachhaltigkeit zu verbessern.

Mit Smart Label zum IoT-Device

Giesecke+Devrient (G+D) bietet hier ein Smart Label an, das Pakete IoT-fähig macht. Das Etikett hat etwa die Größe einer Kreditkarte und bietet Unternehmen Transparenz in der Sendungsverfolgung. Das Smart-Label-Etikett kann im Paketversand, im Flottenmanagement oder bei der Überwachung von Luxusgütern genutzt werden. Das Produkt beinhaltet Hardware, eine iSim sowie IoT-Konnektivität und kann über eine IoT-Plattform verwaltet werden.

Die GPS-Genauigkeit für eine globale Tracking-Abdeckung liegt unter idealen Bedingungen bei weniger als zehn Metern. Für die Erkennung einer Bewegung und Beschleunigung verwendet das Smart Label intelligente Bewegungssensoren. In Verbindung mit anpassbaren Intervallen für die Übertragung der Standortdaten und flexiblen, cloudbasierten Konfigurationen kann das Etikett an spezifische Geschäftsanforderungen angepasst werden. So können Nutzer die Integrität ihrer Waren in jeder Phase ihrer Reise verwalten und überwachen. Zusätzlich steht ein Öffnungs- und Schließsensor für den Schutz vor Manipulationen sowie eine Temperaturüberwachung zur Verfügung, um die Unversehrtheit verderblicher Waren zu gewährleisten. Das Smart Label wird aktiviert, sobald es auf einem Artikel angebracht wird.

Track-and-Trace-Dienste helfen, das Logistikmanagement effizient zu gestalten. Unternehmen erhalten präzises Asset-Tracking sowie datengestützte Erkenntnisse, mit denen sie ihre Abläufe optimieren und ihr Serviceangebot verbessern können.



  • Keba übernimmt Drag and Bot

    Keba übernimmt Drag and Bot

    Drag and Bot gehört nun zur Keba Gruppe. Der Österreichische Automatisierungsspezialist hat die Übernahme bereits Ende vergangenen Jahres abgeschlossen.

    mehr lesen: Keba übernimmt Drag and Bot

  • Jaggaer übernimmt DocSkiff

    Jaggaer übernimmt DocSkiff

    Der Source-to-Pay-Anbieter Jaggaer übernimmt die KI-gestützte Vertragsanalyseplattform DocSkiff und will durch die Akquise, nach eigenen Angaben, die ’Autonomous Commerce’-Strategie vorantreiben.

    mehr lesen: Jaggaer übernimmt DocSkiff

  • Dassault Systèmes verändert Führungsebene

    Dassault Systèmes verändert Führungsebene

    Im Rahmen der 3DExperience World hat Dassault Systèmes Gian Paolo Bassi die Leitung von 3DExperience Works übergeben und zugleich Manish Kumar zum CEO von Solidworks ernannt.

    mehr lesen: Dassault Systèmes verändert Führungsebene

  • Siemens startet mit Umsatz- und Auftragsplus in 2022

    Siemens startet mit Umsatz- und Auftragsplus in 2022

    Das erste Quartal des aktuellen Geschäftsjahres hat Siemens mit einem Umsatzplus von 9 Prozent abgeschlossen und auch die Aufträge entwickelten sich positiv. Die aktuelle Prognose für das Geschäftsjahr bleibt zunächst…

    mehr lesen: Siemens startet mit Umsatz- und Auftragsplus in 2022

  • Trend Micro meldet über 94 Milliarden Angriffe in 2021

    Trend Micro meldet über 94 Milliarden Angriffe in 2021

    Trend Micro meldet die Abwehr von 94,2Mrd. Cyberbedrohungen im Jahr 2021 durch den Einsatz seiner globalen Threat-Intelligence-Infrastruktur Smart Protection Network (SPN). Die Angriffe zielten auf Unternehmen, Behörden und Verbraucher ab.

    mehr lesen: Trend Micro meldet über 94 Milliarden Angriffe in 2021

  • Joachim Weber wird CTO bei Paessler

    Joachim Weber wird CTO bei Paessler

    Mit personellen Veränderungen geht der Monitoring-Spezialist Paessler in das neue Jahr und hat Joachim Weber zum Chief Technology Officer ernannt.

    mehr lesen: Joachim Weber wird CTO bei Paessler

  • Low Code-Plattform lässt SoftProject-Umsatz wachsen

    Low Code-Plattform lässt SoftProject-Umsatz wachsen

    Ein Umsatzplus von 7 Prozent hat das Softwareunternehmen SoftProject im vergangenen Jahr erzielt. Auch der Datenverkehr im eigenen Rechenzentrum nahm zu.

    mehr lesen: Low Code-Plattform lässt SoftProject-Umsatz wachsen

  • TransKI untersucht die Übertragbarkeit von KI-Modellen

    TransKI untersucht die Übertragbarkeit von KI-Modellen

    Im Forschungsprojekt TransKI arbeiten die Beteiligten daran. KI-Modelle für bestimmte Anwendungen auf ähnliche Anwendungen zu übertragen. Das sogenannte Transfer Learning soll Zerspanprozesse effizienter machen.

    mehr lesen: TransKI untersucht die Übertragbarkeit von KI-Modellen

  • Digitalisierte Produktion reduziert Emissionen nicht so stark wie erwartet

    Digitalisierte Produktion reduziert Emissionen nicht so stark wie erwartet

    Allgemein besteht die Annahme, dass digitale Technologien zu Energieeffizienzverbesserungen führen und dadurch CO2-Emissionen erheblich reduziert werden können. Eine Studie des ZEW in Mannheim deutet allerdings darauf hin, dass digitale Technologien…

    mehr lesen: Digitalisierte Produktion reduziert Emissionen nicht so stark wie erwartet

  • Maschinen- und Anlagenbauer mit Auftragsplus

    Maschinen- und Anlagenbauer mit Auftragsplus

    Ein Auftragsplus von 32 Prozent haben die Maschinen- und Anlagenbauer im vergangenen Jahr erzielt. Dabei legten die Bestellungen auch im Dezember zu — im Vorjahresvergleich um 21 Prozent.

    mehr lesen: Maschinen- und Anlagenbauer mit Auftragsplus

  • Dassault Systèmes erzielt Umsatzwachstum

    Dassault Systèmes erzielt Umsatzwachstum

    Mit einem Umsatzplus von 11 Prozent hat Dassault Systèmes das Geschäftsjahr 2021 abgeschlossen. Dabei war vor allem der Softwarebereich Wachstumstreiber.

    mehr lesen: Dassault Systèmes erzielt Umsatzwachstum

  • M&M Software unter neuer Leitung

    M&M Software unter neuer Leitung

    Ab Juli steht M&M Software unter neuer Leitung. Der Langjährige Geschäftsführer Klaus Hübschle übergibt an Christian Gnädig und Thomas Gaus.

    mehr lesen: M&M Software unter neuer Leitung