Strukturierter Einstieg in die Asset-Inventarisierung

Eine digitale Softwarearchitektur mit vier Komponenten, die als Assets verstanden werden können: ERP-System, Cloud-MES, On-Premises-Infrastruktur und IIoT Cloud Service.
Eine digitale Softwarearchitektur mit vier Komponenten, die als Assets verstanden werden können: ERP-System, Cloud-MES, On-Premises-Infrastruktur und IIoT Cloud Service. – Bild: Adesso SE

Ein wichtiger Aspekt des OT-Sicherheitsmanagements ist die Identifikation und Absicherung von schützenswerten Assets. Ein Asset ist zunächst ein physisches oder logisches Objekt, das für ein Unternehmen von Wert ist und mit dem Produktionssystem in Verbindung steht. Durch die Digitalisierung der Produktion erweitern sich die klassischen Assets der Automatisierungspyramide, wie z.B. Maschine, Sensor, SPS, Industrie-PCs, Applikationen, Datenbanken, Betriebssysteme und Technologien wie Docker oder Kubernetes.

Ansätze für IT-Sicherheit

Heutzutage werden für IT-Security-Zertifizierungen etwa Bedrohungsmodellierungen eingesetzt. Dies gilt als State of the Art für den Produktionsbereich, ist in der Kritischen Infrastruktur aber längst obligatorisch. Dabei wird zuerst das System bzw. werden die Assets des Systems, deren Bedrohungen und Schwachstellen modelliert und identifiziert. Anschließend werden die Gefahren adressiert und validiert.

Asset-Inventarisierung in einem digitalen Shopfloor

Nachfolgend wird genauer auf die Möglichkeiten einer Asset-Inventarisierung in einem digitalen Shopfloor eingegangen. Beispielhaft wird gezeigt, wie ein produzierendes Unternehmen mit verschiedenen Standorten mit einer zeitgemäßen IT sein Asset-Inventar aufbaut und verwaltet. Ein Asset-Inventar ermöglicht jedem Asset-Verwalter, eine Risikobetrachtung auf Basis von Gefährdungen und Bedrohungen durchzuführen. Dadurch können Shopfloor-Assets oder Operational-Technology (OT)-Assets in der gesamten IT transparent verwaltet werden.

Die IT-OT-Landschaft wird sich in den nächsten Jahren verändern. Manches System muss modernisiert werden. Der Plan eine IIoT-Plattform einzuführen oder die geografische Expansion und der Wunsch, neue Märkte zu adressieren, führen zu einer neuen Nachfrage. All dies wirkt sich auf die aktuelle IT-OT-Landschaft aus. In diesem Umfeld kann die Anlage eines umfassenden Asset-Inventars eine ganze Reihe von Effekten erzielen:

  • Kosteneinsparungen – Durch eine risikobasierte Absicherung können die Security- und Wartungskosten gesenkt werden.
  • Verbesserung der Sicherheit und Risikoreduzierung – Mit einem Überblick über Assets können Unternehmen ganzheitliche Sicherheitskonzepte entwickeln. Gefahren können aktiv gemanagt und Sicherheitslücken geschlossen werden, was das Risiko von Angriffen reduziert.
  • Steigerung der Produktivität – Der Einsatz von Cloud- und KI-Systemen kann Ausfallzeiten reduzieren und Prozesse automatisieren.
  • Compliance und Governance-Anforderungen – Unternehmen können durch ein gut gepflegtes Asset-Inventar Security-Audits leichter bestehen.
Eine bewährte Struktur für Asset-Kategorien.
Eine bewährte Struktur für Asset-Kategorien. – Bild: ©Uwe Pohlmann/Adesso SE

Es hat sich als zielführend erwiesen, Assets wie folgt zu beschreiben:

  • Asset – Eindeutige Bezeichnung
  • Beschreibung – Kurzbeschreibung des Assets
  • Besitzer – Verantwortliches Team
  • Schutzziele – Persönliche Daten, Integrität, Vertraulichkeit, Verfügbarkeit

Technologische Entwicklungen und Einsatz von GenAI

Technologische Entwicklungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der IT-Sicherheit in der digitalen Produktion. Eine vielversprechende Entwicklung ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen Diese Technologien ermöglichen es, große Mengen von Daten in Echtzeit zu analysieren, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und auf sie zu reagieren.

Ein Beispiel für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in diesem Kontext ist die Unterstützung von GenAI wie ChatGPT. Diese AI-Modelle können dazu verwendet werden, umfassende Bedrohungsanalysen durchzuführen und Echtzeitwarnungen zu generieren. GenAI kann große Datenmengen (insbesondere Text) verarbeiten und für die Asset Inventarisierung aufarbeiten, sowie auf mögliche Sicherheitsrisiken ausarbeiten.

Beispiel für die Asset-Kategorie ‚Applikationen, Backend- & Support-Services’. Bezogen auf die Schutzziele wurde bewertet, ob persönliche Daten in dem jeweiligen Asset verarbeitet werden, ob die Daten vertrauliche Informationen beinhaltet und ob die Integrität sowie Verfügbarkeit sichergestellt werden müssen.
Beispiel für die Asset-Kategorie ‚Applikationen, Backend- & Support-Services’. Bezogen auf die Schutzziele wurde bewertet, ob persönliche Daten in dem jeweiligen Asset verarbeitet werden, ob die Daten vertrauliche Informationen beinhaltet und ob die Integrität sowie Verfügbarkeit sichergestellt werden müssen. – Bild: ©Uwe Pohlmann/Adesso SE

Schlussfolgerung und Ausblick

Ein Asset-Inventar kann entscheidend für die IT-Sicherheit in der digitalen Produktion sein. Es ermöglicht eine Bedrohungsanalyse und die Identifizierung von Gegenmaßnahmen. Es bildet eine Grundlage, um die unerwünschten Nebenwirkungen der digitalen Transformation der Produktion in den Griff zu bekommen.

Zum Manufacturing-Bereich der Website: https://www.adesso.de/de/branchen/manufacturing-industry/digitale-produktion.jsp 



  • Forcam übernimmt Industriesoftware-Spezialisten

    Forcam übernimmt Industriesoftware-Spezialisten

    Als neues Tochterunternehmen wird die Ensico GmbH zukünftig zu Forcam gehören. Das Unternehmen bietet u.a. das Produktionsleitsystem ‘E-MES‘ an.

    mehr lesen: Forcam übernimmt Industriesoftware-Spezialisten

  • Exporte im Maschinenbau spürbar gebremst

    Exporte im Maschinenbau spürbar gebremst

    Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer haben im ersten Quartal ein Exportminus von 22,9 Prozent verzeichnet. Im Juni fiel das Minus dabei jedoch weniger stark aus.

    mehr lesen: Exporte im Maschinenbau spürbar gebremst

  • Produktivität und Flexibilität verbinden

    Produktivität und Flexibilität verbinden

    Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt ein Forschungsteam gemeinsam mit Industriepartnern ein neuartiges Produktionsplanungssystem, das die hohe Produktivität und Genauigkeit von Spezialmaschinen mit der Flexibilität von Industrierobotern kombinieren soll.

    mehr lesen: Produktivität und Flexibilität verbinden

  • Hacken mit legitimen Tools

    Hacken mit legitimen Tools

    Sind Cyberattacken einmal in das Unternehmensnetzwerk eingedrungen, nutzen Hacker oftmals auch legitime Tools für weitere Aktivitäten, was die Angriffserkennung erschwert. Dies hat eine Analyse von Kaspersky ergeben.

    mehr lesen: Hacken mit legitimen Tools

  • Altair übernimmt Simulations-Anbieter S&WISE

    Altair übernimmt Simulations-Anbieter S&WISE

    Mit der Übernahme von S&WISE erweitert Altair sein Simulationsangebot um eine Polyurethanschaum-Simulationslösung.

    mehr lesen: Altair übernimmt Simulations-Anbieter S&WISE

  • Corona bringt Ingenieurarbeitsmarkt ins Wanken

    Corona bringt Ingenieurarbeitsmarkt ins Wanken

    Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist die Arbeitskräftenachfrage im Ingenieurbereich um 23,7 Prozent zurückgegangen, im Gegenzug stieg die Arbeitslosigkeit in diesem Sektor um 38,6 Prozent an. Das geht aus dem Ingenieurmonitor…

    mehr lesen: Corona bringt Ingenieurarbeitsmarkt ins Wanken

  • IBHsoftec und TeamViewer kooperieren bei Industriesteuerungen

    IBHsoftec und TeamViewer kooperieren bei Industriesteuerungen

    Steuerungsspezialist IBHsoftec und der Anbieter von Fernzugriffslösungen Teamviewer haben eine gemeinsame Lösung vorgestellt. Diese bietet weitreichende Funktionen zur Ferninstallation, Fernüberwachung und zum Fernzugriff auf industrielle Steuerungstechnik.

    mehr lesen: IBHsoftec und TeamViewer kooperieren bei Industriesteuerungen

  • Michael Leonhardt verantwortet den Professional Service bei iTAC

    Michael Leonhardt verantwortet den Professional Service bei iTAC

    Der MES-Hersteller iTAC besetzt den Posten Director Professional Service. Der Manager Michael Leonhardt wird sich künftig um die Service- und Qualitätsorientierung der Dürr-Tochter kümmern.

    mehr lesen: Michael Leonhardt verantwortet den Professional Service bei iTAC

  • Nur noch 5,6 Millionen in Kurzarbeit

    Nur noch 5,6 Millionen in Kurzarbeit

    Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit ging im Juli auf 5,6 Millionen zurück, gegenüber 6,7 Millionen im Juni. Doch während immer mehr Händler und Dienstleister aufatmen können, sinken die Zahlen…

    mehr lesen: Nur noch 5,6 Millionen in Kurzarbeit

  • Auch nach der Pandemie mehr Homeoffice

    Auch nach der Pandemie mehr Homeoffice

    Rund 37 Prozent der produzierenden Unternehmen wollen Homeoffice auch nach der Corona-Krise nutzen. Vor Ausbruch der Pandemie waren es nur etwa 25 Prozent der Fertigungsbetriebe, wie eine repräsentative Umfrage des…

    mehr lesen: Auch nach der Pandemie mehr Homeoffice

  • Erwartungen für August steigen deutlich

    Erwartungen für August steigen deutlich

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im August 2020 gegenüber dem Vormonat wieder deutlich an, nachdem sie im Juli leicht zurückgegangen waren. Die Konjunkturerwartungen liegen aktuell bei 71,5 Punkten, also 12,2…

    mehr lesen: Erwartungen für August steigen deutlich

  • Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

    Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

    Die internetbasierte Veranstaltung IT meets OT am 08. September 2020 bietet Hintergrundwissen zu den zentralen Aspekten von OT- und IT-Architekturen. Dabei werden Fragen adressiert wie: Warum ist Integrität das Schutzziel…

    mehr lesen: Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt