Sensibilisierung und Technik stärkt die Cybersicherheit

control center goodluz stockadobecom
Bild: ©goodluz/stock.adobe.com

Im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung von Anlagen und Systemen durchläuft auch die Prozessindustrie eine Transformation. Neben den daraus resultierenden Möglichkeiten sieht sich die Branche jedoch mit bislang ungekannten Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit konfrontiert. Die erweiterte Konnektivität der Informationsräume führt zu einer exponentiellen Zunahme des Risikos von Cyber-Angriffen. Laut Statista galten im Jahr 2023 weltweit 25,7 Prozent aller Cyberattacken der Fertigungsindustrie. Durch gezielte Sicherheitsmaßnahmen kann die Prozessindustrie jedoch Risiken reduzieren

data server iStock 802320836jpg
Bild: ©gorodenkoff/stock.adobe.com

Von der Planung bis zur Wartung

Konzepte zur Resilienzsteigerung sollten in sämtlichen Phasen des Lebenszyklus einer technischen Anlage umgesetzt werden, von der Planung über die Implementierung bis hin zur Wartung. Entlang dieser Wertschöpfungskette empfiehlt es sich, dass Anlagenbetreiber, Hersteller von Automatisierungs- und Steuerungskomponenten sowie Systemintegratoren themenspezifisch eine systemische Einheit bilden und miteinander kooperieren, um ein optimales und nachhaltiges Ergebnis zu erzielen.

Risiken von Cyber-Angriffen in Zeiten von Industrie 4.0

Industrieanlagen galten lange als weitgehend resistent gegenüber Cyber-Angriffen. Ihre Isolation von anderen Netzwerken sowie der proprietäre Charakter der eingesetzten Hardware und Kommunikationsprotokollen boten einen natürlichen Schutz. Die zunehmende Vernetzung zwischen Industriesystemen und dem Internet erhöht jedoch die Angriffsvektoren. Insbesondere ältere Systeme weisen Schwachstellen auf. Oft wurden bei der Konzeption dieser Systeme keine hinlänglichen Sicherheitsvorkehrungen berücksichtigt, waren sie doch lange Zeit nicht vernetzt. Solche Legacy-Systeme können in Verbindung mit IoT-Technologien zu gravierenden Sicherheitslücken führen.

Prozessleitsysteme und SCADA-Anwendungen überwachen, steuern und automatisieren teils komplexe Produktionsprozesse. Aufgrund ihrer zentralen Rolle innerhalb der vernetzten Infrastruktur sind sie daher ebenfalls ein attraktives Ziel für Cyber-Angriffe.

Security by Design und modulare Out-of-the-Box-Sicherheitsfeatures bieten in diesem Zusammenhang besonderen Nutzen. Die Integration von Sicherheitsfunktionen sollte inealerweise bereits durch den Hersteller erfolgen, sodass keine aufwendige Nachrüstung erforderlich ist.

IEC62443 und NIS-2

Die Normenreihe IEC62443 bietet einen Rahmen für die Cybersicherheit von industriellen Automatisierungs- und Steuerungssystemen. Sie umfasst Aspekte wie das Systemdesign, die Implementierung, den Betrieb und die Wartung und unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen. Die von Copa-Data entwickelte Softwareplattform Zenon ist gemäß der Norm IEC62443 zertifiziert. Die modular aufgebaute Software kann an individuelle Sicherheitsanforderungen angepasst werden und bringt und unterschiedlichste Disziplinen in Einklang. Dies zahlt auf die Absicherung von Industrieanlagen ein. Zudem unterstützt die Einhaltung der Anforderungen aus der IEC62443 die Umsetzung der EU-Richtlinie NIS-2 Richtlinie.

Mit der NIS-2-Richtlinie erhöht die EU die Anforderungen an die Cyber-Sicherheit und erweitert den Kreis der betroffenen Unternehmen. Die wesentlichen Anforderungen der Richtlinie umfassen die Entwicklung von Konzepten für Risikoanalysen entlang der gesamten Lieferkette und die Sicherheit von Informationssystemen, um potenzielle Bedrohungen frühzeitig zu identifizieren. Das Management von Sicherheitsvorfällen sowie die Aufrechterhaltung des Betriebs durch solide Backup- und Notfallpläne sind hier von essenzieller Bedeutung. Awareness-Trainings zur Steigerung des Sicherheitsbewusstseins der Mitarbeitenden ist ebenfalls als Anforderung genannt, genauso der Einsatz von Kryptographie und Verschlüsselung, um die Vertraulichkeit und Integrität sensibler Daten zu gewährleisten.

Mitarbeiter sensibilisieren

Da Cyber-Security in der Vergangenheit der Verantwortung der IT-Abteilung zugewiesen wurde, herrscht bei Akteuren aus dem Bereich der Operational Technology oft noch ein Mangel an Bewusstsein und Wissen in diesem Bereich. Schulungen bieten sich an, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Basics rund um das Thema Cybersicherheit beizubringen, wie etwa die Verwendung solider Passwörter.

Für eine möglichst sichere Produktionslandschaft, die den Prinzipien des Zero-Trust-Ansatzes folgt, ist es wichtig, nicht allein auf die Vertrauenswürdigkeit der Benutzer und Geräte innerhalb ihres Netzwerks zu vertrauen. Es gilt, sämtliche Zugriffe auf Assets vor und hinter der Firewall zu kontrollieren. Jeder Zugriff sollte individuell authentifiziert und autorisiert werden.

Software unterstützt

Traditionelle Methoden der IT-Sicherheit erweisen sich oft als unzureichend, um industrielle Umgebungen angemessen zu schützen. Es Bedarf also spezifischer Sicherheitsstrategien. Interdisziplinäre Plattformen wie Zenon bieten durch Security by Design und Zero-Trust-Ansatz Schutz vor Datenverlust und unautorisierten Zugriffen vom OT-Bereich bis in die Cloud. Eine weitere Komponente hierbei ist die integrierte SIEM-Funktion (Security Information and Event Management), die sicherheitsrelevante Ereignisse in Echtzeit überwacht, analysiert und zentral verwaltet.

Eine Kombination aus Technologie sowie der Sensibilisierung der Mitarbeitenden bildet die Grundlage für eine zukunftssichere OT/IT-Security. Software unterstützt Unternehmen aus der Prozessindustrie dabei, die Möglichkeiten von Industrie 4.0 zu nutzen und gleichzeitig die Resilienz gegenüber Cyber-Bedrohungen zu stärken.



  • Wie kommuniziert man eine Cyberattacke?

    Wie kommuniziert man eine Cyberattacke?

    Kommt es durch eine Cyberattacke zum Datendiebstahl, so stellt es für Unternehmen ein Worst-Case-Szenario dar – können doch erheblich finanzielle und materielle Schäden entstehen. In solchen Situationen muss auch die…

    mehr lesen: Wie kommuniziert man eine Cyberattacke?

  • T-Systems setzt auf die Cloud

    T-Systems setzt auf die Cloud

    ‚Cloud First‘ T-Systems setzt auf die Cloud T-Systems will sich strategisch neu aufstellen. Mit ‘Cloud First‘ setzt das Unternehmen künftig auf die Cloud. Die Investitionen in den Ausbau der Cloud…

    mehr lesen: T-Systems setzt auf die Cloud

  • Markus Asch wird CEO bei Rittal

    Markus Asch wird CEO bei Rittal

    Rittal hat einen neuen CEO. Markus Asch hat den Posten beim Herborner Unternehmen zum 1. Februar übernommen.

    mehr lesen: Markus Asch wird CEO bei Rittal

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

    Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

    Wenn es um die Digitalisierung der eigenen Unternehmensprozesse geht, sehen IT-Verantwortliche in deutschen Unternehmen Bedarf in vielen Bereichen. Laut einer Studie des Analystenhauses Techconsult im Auftrag von Valantic liegt dabei…

    mehr lesen: Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

  • Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

    Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

    Software und Hardware für vernetzte eingebettete Systeme müssen höchste Anforderungen an Sicherheit, Echtzeitfähigkeit, Energie- und Ressourceneffizienz erfüllen. In dem am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierten Projekt Xandar erarbeiten acht…

    mehr lesen: Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

  • Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

    Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

    Im Projekt Gaia-X sollen Datenräume entstehen, die europäischen Datenschutz-Standards entsprechen und die unabhängig von den großen Hyperscalern sind. Für Marc Schieder, CIO von Dracoon, entscheidet sich in diesem Jahr, ob…

    mehr lesen: Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

  • 59,2 Millionen coronabedingt ausgefallene Arbeitstage

    59,2 Millionen coronabedingt ausgefallene Arbeitstage

    Wie aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht, könnten die coronabedingten Arbeitsausfälle der Erwerbstätigen im aktuellen Lockdown bis Mitte Februar auf 59,2Mio. Arbeitstage steigen was 6,2…

    mehr lesen: 59,2 Millionen coronabedingt ausgefallene Arbeitstage

  • Krisenjahr führt zu zweistelligem Produktionsminus

    Krisenjahr führt zu zweistelligem Produktionsminus

    Laut ersten Berechnungen des VDMA lag die Produktion im Maschinen-und Anlagenbau im vergangenen Jahr 12,1 Prozent unter der des Vorjahres.

    mehr lesen: Krisenjahr führt zu zweistelligem Produktionsminus

  • Cyberattacke auf SolarWinds

    Cyberattacke auf SolarWinds

    Nach dem Angriff mit der Malware Sunburst auf Kunden des IT-Anbieters SolarWinds sind auch viele Industrieunternehmen betroffen.

    mehr lesen: Cyberattacke auf SolarWinds

  • Tec Center für 3D-Druck

    Tec Center für 3D-Druck

    HP und verschiedene Partnerunternehmen haben ein Netzwerk ins Leben gerufen, das Industrieunternehmen beim Thema 3D-Druck unterstützen soll.

    mehr lesen: Tec Center für 3D-Druck

  • Joachim Harb in neuer Position bei Infor

    Joachim Harb in neuer Position bei Infor

    Joachim Harb ist neuer Senior Vice President und General Manager Zentraleuropa bei Infor.

    mehr lesen: Joachim Harb in neuer Position bei Infor