Probiotical setzt auf ThingWorx-Plattform

Great Lakes Cheese factory
Bild: ©Pixelate Photography

Das Management-Team von Probiotical stellte fest, dass konventionelle Fertigungsmethoden nicht ausreichen würden, um die Expansionsziele zu erreichen. Es bedurfte eines digitalen Rahmenwerks, das sowohl bestehende als auch neue Produktionsanlagen integriert und gleichzeitig aussagekräftige betriebliche Erkenntnisse liefert. „Anfänglich hatten wir eine kaum zusammenhängende Übersicht über unsere Betriebsabläufe“, erklärt Gianmaria Camanna, COO bei Probiotical. „Aber wir wussten, dass wir ein viel tieferes Verständnis gewinnen würden, wenn wir Zugang zu relevanten Echtzeit- und historischen Betriebsdaten hätten. Diese würden uns erlauben, Maßnahmen zur Verbesserung unserer Abläufe zu ergreifen. Transparenz ist ein Schlüsselelement.“

„Probiotical musste schnell handeln“, sagt Antoine Pris, Direktor für Enterprise Software Sales bei Rockwell Automation. „Als die Nachfrage nach seinen Produkten anzog, erkannte das Unternehmen, dass die digitale Transformation eine solide Grundlage schaffen würde, um die rasche Expansion zu untermauern – und zwar nicht nur für die Skalierung des Betriebs, sondern auch, um sicherzustellen, dass Markteinführungszeiten, Effizienz, Qualität und Durchsatz optimiert werden“

Die Auswahl des Partners

Nach einem gründlichen Evaluierungsprozess implementierte Probiotical die ThingWorx IIoT-Plattform von Rockwell Automation. Diese verbindet verschiedene Geräte, Anwendungen und Datenquellen und schafft so einen einheitlichen Informationspool. Mit der Konsolidierung von Daten und Kontextbereitstellung durch die Integration mit ERP-Systemen ermöglicht die Plattform Management, Überwachung und Steuerung von Automatisierungssystemen über eine einzige Schnittstelle.

Implementierungsstrategie

Ursprünglich für den Einsatz in einer neuen Anlage geplant, die Mitte 2025 in Betrieb gehen sollte, erweiterte Probiotical den Implementierungsumfang, um auch die Datenerfassung aus bestehenden Anlagenkomponenten einzubeziehen. Dieser Ansatz lieferte unmittelbare Effekte und ermöglichte auch dem Personal, sich mit der Plattform vertraut zu machen, bevor die neue Anlage in Betrieb geht. „Im Laufe des Projekts erkannten wir, dass wir Daten aus der bestehenden Anlage nutzen könnten“, erklärt Camanna. „Dies bringt uns nicht nur einige bedeutende kurzfristige Erfolge, sondern gibt uns auch die Chance, die Plattform in einem realen Szenario zu verstehen, bevor wir sie in unserem neuen Werk einsetzen. Dadurch werden wir in der neuen Anlage viel schneller Wert schaffen können.“

Operative Ergebnisse

Durch die Implementierung stiegt die Maschinenverfügbarkeit um 15 bis 20 Prozent, wodurch die Gesamtanlageneffektivität (OEE) nahe dem theoretischen Maximum liegt. Probiotical arbeitet weiterhin an der Verfeinerung der Prozesse, um diese Kennzahlen aufrecht zu erhalten und zu verbessern. Auch die Nachhaltigkeitsinitiativen des Unternehmens werden durch verbesserte Überwachungsmöglichkeiten unterstützt. Die Plattform hilft durch datengestützte Iniverventionen dabei, den Energieverbrauch sowie Verpackungsabfälle zu reduzieren.

Die Mitarbeitenden einbezogen

Systemschnittstellen und Arbeitsabläufe wurden unter Berücksichtigung der Interaktionen von Bedienern und Aufsichtspersonen gestaltet, wobei die Technologie als unterstützendes Werkzeug verstanden wurde.

Das Personal in der Produktion profitiert nun von verbesserten Einblicken in kritische Prozesse, insbesondere in Bezug auf Fermentationsvorgänge, die Produktionskapazität und Ertrag bestimmen. Auf dieser Basis erhalten Mitarbeiter eine fundierte Entscheidungsgrundlage.

Von isolierten Systemen zu Transparenz

Vor derThingWorx-Implementierung existierten Produktionsdaten bei Probiotical in isolierten Systemen mit begrenzter Zugänglichkeit. Nun verfügt das Unternehmen über Transparenz in allen Betriebsabläufen und erhält Unterstützung bei anspruchsvolleren Analysen und Prozessoptimierung. Dies hat sich als besonders wertvoll bei der Verwaltung der komplexen biologischen Prozesse erwiesen, die die Probiotika-Herstellung mit sich bringt. Der Fermentationsprozess, welcher eine präzise Umgebungskontrolle und Überwachung erfordert, profitiert nun von Echtzeit-Datenanalysen, die dazu beitragen, optimale Bedingungen für mikrobielles Wachstum und Aktivität aufrechtzuerhalten.

Qualitätssicherung verbessert

Auch die Qualitätskontrolle profitierte von der digitalen Transformation. Die Plattform ermöglicht eine konsistentere Verfolgung kritischer Qualitätsparameter während des gesamten Produktionsprozesses. Diese Fähigkeit ist besonders wichtig in der Probiotika-Herstellung. Hier kommt es darauf an, lebensfähige Mikroorganismenzahlen während der Produktion, dem Verpackungsvorgang und der Distribution aufrechtzuerhalten. Durch die Implementierung automatisierter Qualitätskontrollen und digitaler Prüfpfade hat Probiotical die Compliance-Dokumentation verbessert und gleichzeitig den administrativen Aufwand für das Qualitätssicherungspersonal reduziert. Dieser systematische Ansatz unterstützt sowohl regulatorische Anforderungen als auch interne Qualitätsstandards.

Grundlage für künftiges Wachstum

Die digitale Transformationsinitiative von Probiotical zeigt, wie Fertigungsunternehmen Technologie nutzen können, um Betriebsabläufe zu skalieren und gleichzeitig die Effizienz zu erhalten oder zu verbessern. Durch eine robuste Datengrundlage kann das Unternehmen nun die steigende Marktnachfrage erfüllen und gleichzeitig die Ressourcennutzung optimieren.

Bild 1 Roger Gaemperle Quelle Rockwell Automation
Bild: Rockwell Automation GmbH

Autor:

Roger Gaemperle
ist Head of Industry Strategy & Marketing EMEA, Consumer Segment
bei Rockwell Automation.



  • Sichere SD-WAN-Appliances für OT-Umgebungen

    Sichere SD-WAN-Appliances für OT-Umgebungen

    Fortinet kündigt mit der FortiGate Rugged 60F und der FortiGate Rugged 60F mit integrierter LTE-Next-Generation-Firewall zertifizierte sichere SD-WAN-Appliances für den Einsatz in OT-Umgebungen an.

    mehr lesen: Sichere SD-WAN-Appliances für OT-Umgebungen

  • Inform erweitert Geschäftsführung

    Inform erweitert Geschäftsführung

    Zum Führungsteam beim Softwarehersteller Inform kommen im Januar vier neue Mitglieder hinzu. In diesem Zuge möchte das Unternehmen seinen Fokus auf die Themen Nachhaltigkeit, Innovation und Internationalisierung legen.

    mehr lesen: Inform erweitert Geschäftsführung

  • Branchenverbände hoffen 2021 auf Besserung

    Branchenverbände hoffen 2021 auf Besserung

    Zum Jahreswechsel befragt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) traditionell deutsche Verbände nach ihren wirtschaftlichen Erwartungen für das kommende Jahr. In diesem Jahr berichten darin die meisten Branchen von einschneidenden…

    mehr lesen: Branchenverbände hoffen 2021 auf Besserung

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Nachhaltigkeit wird zum Trend

    Nachhaltigkeit wird zum Trend

    Nachhaltigkeit und stärkeres Umweltbewusstsein erfahren in der Fertigungsindustrie neue Aufmerksamkeit. Der Übergang von der Linearwirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft spielt dabei eine entscheidende Rolle. Colin Elkins, Vice President Manufacturing bei IFS,…

    mehr lesen: Nachhaltigkeit wird zum Trend

  • Hannover Messe erneut als digitales Event

    Hannover Messe erneut als digitales Event

    Angesichts der aktuellen Entwicklungen rund um Covid-19 hat die Deutsche Messe gemeinsam mit den Ausstellern der Hannover Messe entschieden, die Industrieschau in diesem Jahr erneut digital auszurichten.

    mehr lesen: Hannover Messe erneut als digitales Event

  • Auftragsplus im November

    Auftragsplus im November

    Im November 2020 haben die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer erstmals seit Beginn des Berichtsjahres wieder Orderzuwächse sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland verzeichnet.

    mehr lesen: Auftragsplus im November

  • Trends für die IT-Sicherheit

    Trends für die IT-Sicherheit

    Durch die drastischen Veränderungen im Jahr 2020 wurde die Digitalisierung stark forciert, Netzwerkinfrastrukturen änderten sich und Clouds konnten weitere Zugewinne verzeichnen. Gerade, was Homeoffice angeht, musste zunächst einiges improvisiert werden.

    mehr lesen: Trends für die IT-Sicherheit

  • VDI-Statusreport:Maschinelles Lernen im Mittelstand

    VDI-Statusreport:Maschinelles Lernen im Mittelstand

    Im November 2020 ist der VDI-Statusreport ‚Maschinelles Lernen in KMU‘ erschienen. Die Veröffentlichung gibt Tipps, wie gerade mittelständische Firmen Projekte mit maschinellem Lernen (ML) umsetzen können.

    mehr lesen: VDI-Statusreport:Maschinelles Lernen im Mittelstand

  • Software-Container in Bewegung

    Software-Container in Bewegung

    Mit dem häufigeren Einsatz von Industrial Internet of Things-Anwendungen haben sich auch die Technologien von Software-Containern mehr und mehr durchgesetzt. Mit ihnen können Unternehmen die Geschwindigkeit, Flexibilität und Qualität bei…

    mehr lesen: Software-Container in Bewegung

  • Fortinet übernimmt Panopta

    Fortinet übernimmt Panopta

    Fortinet will den SaaS-Plattform-Anbieter Panopta übernehmen. Mit der Lösung des Unternehmens will Fortinet Netzwerkleistung und -sicherheit seiner Kunden verbessern.

    mehr lesen: Fortinet übernimmt Panopta

  • Tech Mahindra und SAP erweitern Partnerschaft

    Tech Mahindra und SAP erweitern Partnerschaft

    Tech Mahindra und SAP wollen ihre Partnerschaft zur Bereitstellung von ‘Intelligent Enterprise‘-Technologien erweitern.

    mehr lesen: Tech Mahindra und SAP erweitern Partnerschaft