ROI von Data Analytics berechnen

517581
Bild: ©Gorodenkoff/Stock.Adobe.com

Data Analytics-Initiativen unterscheiden sich in ihrem wirtschaftlichen Wirkprinzip von klassischen Investitionen. Während sich bei Maschinen oder Anlagen der Return on Investment (ROI) meist linear über Produktionsvolumen und Amortisationszeit berechnen lässt, können datenbasierte Mehrwerte beispielsweise auf Einsparpotenzialen bei bestehenden Prozessen beruhen. In der Praxis geht es häufig um bessere Entscheidungen, transparentere Abläufe, schnellere Reaktionen auf Abweichungen und eine gezieltere Planung. Der ROI ergibt sich nicht aus einer einmaligen Kosteneinsparung oder einem Produktivitätsgewinn, sondern aus der Fähigkeit, kontinuierlich Optimierungspotenzial zu erkennen.

Erfolg messbar machen

Ein zentraler Erfolgsfaktor für jedes Data-Analytics-Projekt ist die frühe Definition relevanter KPIs. Unternehmen sollten sich dabei auf operative Kennzahlen konzentrieren: Wird weniger Ausschuss erzeugt? Kann die Verfügbarkeit der Maschinen und Anlagen erhöht werden? Sinkt der Energieverbrauch? Solche Effizienzgewinne lassen sich in vielen Fällen kurzfristig nachweisen und bedeuten direkte Kostensenkungen – als Indikator für einen ‚Return on Data‘. Langfristig sollten zudem strategische Faktoren einbezogen werden, etwa die digitale Reife des Unternehmens, die Automatisierungstiefe und die Verfügbarkeit von Prozessdaten. Auch diese Aspekte können darüber entscheiden, ob der wirtschaftliche Mehrwert von Data Analytics über die Projektlaufzeit hinaus wirksam bleibt.

Klein starten, schnell skalieren

Es hat sich bewährt, mit schlanken, zielgerichteten Projekten zu beginnen. Gerade im IIoT-Umfeld lassen sich Anwendungen – etwa zur Anomalieerkennung – mit überschaubarem Aufwand realisieren. Voraussetzung dafür sind ein klar definiertes Geschäftsproblem, eine geeignete Datenbasis und ein interdisziplinäres Team aus Shopfloor, IT und Data Science. Solche Projekte können bereits nach drei bis sechs Monaten messbare Resultate liefern. Diese praxiserprobten Datenmodelle lassen sich dann in weitere Bereiche übertragen.

ROI in zwölf bis 24 Monaten

Eine umfassendere Optimierung auf dem Shopfloor benötigt häufig etwas mehr Zeit – insbesondere in Verbindung mit einer produktionsreifen Data-Analytics-Anwendung. Vor der eigentlichen Analyse wird ein technologisches Fundament aufgebaut: Datenpipelines werden modelliert, eine Datenplattform etabliert und Machine-Learning-Modelle trainiert. Diese Schritte sind notwendig, um Prozesse zu durchleuchten und datenbasiert anzupassen. Ein realistischer ROI stellt sich typischerweise innerhalb von zwölf bis 24 Monaten ein.

Michael Haub nah
Bild: Device Insight GmbH

Autor:

Dr.-Ing. Michael Haub ist
Data Science Consultant bei der
Device Insight GmbH.



  • IT-Modernisierungsstau bei Warehouse Operations

    IT-Modernisierungsstau bei Warehouse Operations

    Manhattan Associates und Vanson Bourne haben in Deutschland 200 Lieferketten-Spezialisten zum Stand ihrer Warehouse Operations befragt. Dabei kam heraus, dass sich die Branche mit vielen Belastungen und Unsicherheitsfaktoren konfrontiert sieht.…

    mehr lesen: IT-Modernisierungsstau bei Warehouse Operations

  • Elke Anderl verantwortet T-Systems-Vertrieb

    Elke Anderl verantwortet T-Systems-Vertrieb

    T-Systems hat mit Elke Anderl eine neue Vertriebs- und Marketingchefin. Sie übernimmt das Amt zum 1. September von Urs M. Krämer.

    mehr lesen: Elke Anderl verantwortet T-Systems-Vertrieb

  • Maschinenexporte: Schwaches erstes Halbjahr

    Maschinenexporte: Schwaches erstes Halbjahr

    Die Maschinen- und Anlagenbaufirmen aus Deutschland mussten im ersten Halbjahr 2024 deutliche Einbußen auf den Auslandsmärkten hinnehmen.

    mehr lesen: Maschinenexporte: Schwaches erstes Halbjahr

  • Vinci Energies trifft Übernahmevereinbarung mit der Fernao-Gruppe

    Vinci Energies trifft Übernahmevereinbarung mit der Fernao-Gruppe

    Vinci Energies hat eine Vereinbarung zur Übernahme der Fernao-Gruppe, einem Anbieter von Cybersecurity-Dienstleistungen in Deutschland und der Schweiz, unterzeichnet.

    mehr lesen: Vinci Energies trifft Übernahmevereinbarung mit der Fernao-Gruppe

  • Europas Open-Source-Community trifft sich in Mainz

    Europas Open-Source-Community trifft sich in Mainz

    Ab sofort ist die Anmeldung für die Open Community Experience (OCX 2024) möglich. Die Konferenz in Mainz richtet sich an verschiedene Open-Source-Communities, u.a. aus den Bereichen Automotive & Mobilität, Cloud…

    mehr lesen: Europas Open-Source-Community trifft sich in Mainz

  • Deutsche Unternehmen handeln bei SAP wenig strategisch

    Deutsche Unternehmen handeln bei SAP wenig strategisch

    Der aufgeschobene Umstieg auf SAP S/4 Hana und die Zurückhaltung bei Innovationen prägen das Handeln vieler Unternehmen, so eine Studie des Marktforschungsunternehmens ISG.

    mehr lesen: Deutsche Unternehmen handeln bei SAP wenig strategisch

  • Gaia-X Roadshow kommt nach Dortmund

    Gaia-X Roadshow kommt nach Dortmund

    Um Datenräume in der Logistik geht es im Rahmen der Gaia-X Roadshow, die am 17. September Station in Dortmund macht.

    mehr lesen: Gaia-X Roadshow kommt nach Dortmund

  • Bain analysiert den Markt für generative KI

    Bain analysiert den Markt für generative KI

    Auch abseits der großen KI-Modelle tut sich viel auf dem Markt für generative künstliche Intelligenz. Was? Das hat die Unternehmensberatung Bain & Company untersucht und Anbieter unter die Lupe genommen.

    mehr lesen: Bain analysiert den Markt für generative KI

  • So viele unbesetzte Ausbildungsstellen wie nie zuvor

    So viele unbesetzte Ausbildungsstellen wie nie zuvor

    Im Jahr 2023 wurden wieder mehr neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Dennoch hat der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen ein Rekordhoch erreicht.

    mehr lesen: So viele unbesetzte Ausbildungsstellen wie nie zuvor

  • Teilchenbeschleuniger ressourcenschonend betreiben

    Teilchenbeschleuniger ressourcenschonend betreiben

    Ein ressourcenschonender Betrieb von Teilchenbeschleunigern und anderen Großanlagen ist Ziel des EU-Forschungsprojekts Research Facility 2.0 (RF 2.0). Seit Jahresbeginn arbeiten zehn europäische Projektpartner, koordiniert vom Karlsruher Instituts für Technologie (KIT),…

    mehr lesen: Teilchenbeschleuniger ressourcenschonend betreiben

  • Ein Kompetenzzentrum für den digitalen Zwilling

    Ein Kompetenzzentrum für den digitalen Zwilling

    Mit der Gründung eines Digital Twin Center of Excellence (CoE) wollen Altair und L&T Technology Services gemeinsamen Kunden in den Bereichen Mobilität, Hightech und Nachhaltigkeit weltweit Technologien für digitale Zwillinge…

    mehr lesen: Ein Kompetenzzentrum für den digitalen Zwilling

  • Jährlicher Wertschöpfungsverlust von 13 Milliarden Euro

    Jährlicher Wertschöpfungsverlust von 13 Milliarden Euro

    Im ersten Quartal 2024 ist die Gesamtzahl an offenen Stellen in Ingenieurberufen im Vorjahresvergleich um 15,6% auf 148.000 gesunken, bleibt aber weiterhin auf hohem Niveau.

    mehr lesen: Jährlicher Wertschöpfungsverlust von 13 Milliarden Euro