Mit Strategie, Planung und Kooperation zum neuen MES

A manufacturing floor filled with sensors strategically p on machinery gathering realtime data to inform predictive maintenance algorithms and streamline operations
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MES sind zentral für die Produktionssteuerung und -überwachung in modernen Fertigungsumgebungen. Sie überwachen den Produktionsprozess, sammeln Daten und unterstützen Entscheidungen. Veraltete Technik, fehlende Herstellerunterstützung, neue Anforderungen an Produktionsflexibilität und IT-Integration können eine Migration erfordern. Auch strategische Partnerschaften oder Anpassungen im Produktportfolio spielen oft eine Rolle. Eine der wichtigsten Herausforderungen bei der Migration eines MES ist die Reduzierung von System-Downtimes. Ein Stillstand im Produktionsablauf kann nicht nur Geld kosten, sondern auch das Vertrauen der Kunden negativ beeinflussen.

Komplexe Datenmigration

MES erfassen und speichern Produktionsdaten und Prozesswerte. Bei einer Migration sollen diese Daten in der Regel in das neue System übertragen werden. Dies erfordert technisches Know-how und eine Validierung, um Datenverluste zu vermeiden. Unternehmen müssen Schnittstellen und Integrationen prüfen. MES sind oft mit ERP- und Scada-Systemen verknüpft. Bei MES-Migrationen müssen diese Verbindungen neu konfiguriert und sorgfältig getestet werden. Wie kann eine solche Migration ablaufen?

Schwerpunkte bestimmen

Die ersten Schritte der Planung beginnen mit dem Scoping. In dieser Phase müssen Prozesse und Bedienerinteraktionen erfasst werden. Visuelle Darstellungsmodelle helfen, ein Verständnis der bestehenden und beteiligten Systeme zu erhalten. Beispiele hierfür sind verschiedene UML-Diagramme sowie die Prozessmodellierung mit BPMN (Business Process Model and Notation). Zusätzlich sollte eine User Requirements Specification (URS) bereitgestellt werden, um nicht nur die bisherigen, sondern auch die aktuellen Nutzeranforderungen zu definieren. Basierend auf der Analyse kann ein Migrationsplan mit Arbeitspaketen erstellt werden. Dieses Vorgehen reduziert Unterbrechungen und unterstützt die Integration. In der Planungsphase sollten Risiken und entsprechende Gegenmaßnahmen identifiziert werden.

Der große Knall

Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg liegt in der Wahl der Migrationsstrategie. Hier gibt es verschiedene Ansätze, wie die Big Bang-Migration, bei der das alte System in einem Schritt abgelöst wird, oder die schrittweise Migration, bei der einzelne Module oder Funktionalitäten nacheinander umgestellt oder in Betriebsbereichen aufgeteilt werden. Die Strategieentscheidung sollte auf die Anforderungen und Rahmenbedingungen des Unternehmens zugeschnitten und Teil der Risikobetrachtung sein. Darüber hinaus ist es wichtig, alle Mitarbeiter frühzeitig einzubeziehen und zu schulen. Die Akzeptanz des neuen Systems und der Erfolg der Migration hängen von den Kenntnissen und Fähigkeiten der Benutzer ab.

Mehr als ein Update

Schulungen und Workshops unterstützen den Erfolg eines MES-Projektes maßgeblich.
Schulungen und Workshops unterstützen den Erfolg eines MES-Projektes maßgeblich. – Bild: ©Drazen/stock.adobe.com

Durch technologische Fortschritte in der Software-Entwicklung, beim Hosting und dem Betrieb von MES gleichen viele Migrationsprojekte tatsächlich eher einer Neuprojektierung als einem Update. Das Vorgehen in folgenden Phasen hilft dabei, den Aufwand zu reduzieren und dennoch den Nutzen auszuschöpfen:

  • Scoping und Prozessanalyse
  • Risikobewertung, Strategieentscheidung und Planung
  • Projektierung
  • Go-live
  • Betrieb

Eine belastbare Bewertung des Vorhabens und eine etwaige Vergabe an Lieferanten ist erst nach Abschluss der ersten Phase möglich, auch wenn eine Beratung oder Unterstützung, etwa bei der Moderation von Workshops, bereits in dieser Phase sinnvoll sein kann.

Systemauswahl

In der weiteren Planung steht die Systementscheidung an, da die Softwarearchitektur (monolithisch oder modular) die Projektierung beeinflusst. Bei der Integration sollten interagierende Systeme fokussiert werden. Schnittstellen und Konnektoren helfen bei der nahtlosen Integration. Konnektivitätsanwendungen wie Integration Hubs oder IIoT-Plattformen ermöglichen eine reibungslose Kommunikation des MES mit anderen Systemen. Moderne Systeme erlauben es, vorhandene Schnittstellen um projektspezifische oder firmeninterne Protokolle zu erweitern.

Mitarbeiter mitnehmen

Das alles kostet personelle Ressourcen. Diese sind oft nur auf den Betrieb eines MES ausgelegt. Doch eine Einbeziehung und Schulung der Mitarbeiter ist essenziell. Der Erfolg der Migration und die Akzeptanz des neuen Systems hängen von den Kenntnissen der Anwender ab. Regelmäßige Schulungen und Workshops sollten angeboten werden. Auch für den späteren Betrieb muss vorgesorgt werden. Wichtige Faktoren sind die Kritikalität des Systems und Reaktionszeiten bei Störungen. Rufbereitschaften können eine extreme Belastung darstellen. Es ist wichtig, die Zeit nach der Migration im Blick zu haben und Unterstützung von außen, etwa durch Serviceverträge, sicherzustellen. Die Migration dient letztlich einem störungsfreien Betrieb der Anlagen.



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