Mit KI und Plattform-Ansatz Potenziale heben

Medical Research Laboratory. Female Scientist Working with Micro
Medical Research Laboratory. Female Scientist Working with MicroBild: ©ASDF/stock.adobe.com

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Lieferkettenprobleme für viele produzierende Unternehmen zu den größten Herausforderungen gehören – sowohl in der diskreten, als auch in der Prozessfertigung. Hinzu kommen Veränderungen aufgrund von Nachhaltigkeitsbestrebungen und der damit verbundenen Regulatorik. Für Unternehmen wird es schwerer, die Qualität hochzuhalten und Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben. Ein Trend im Qualitätsmanagement besteht daher darin, die bisher oft recht statischen Systeme für die Lieferantenbewertung und -qualifizierung flexibler zu gestalten. Zudem sind Softwares für das Abweichungsmanagement gefragt.

Hohe Varianz

Zwar hat sich in den letzten fünf Jahren viel getan, doch die Varianz im (digitalen) Qualitätsmanagement ist groß – von vollständig unerfahren bis hin zu Unternehmen, die zahlreiche QM-Fachkräfte beschäftigen. Klar ist: Die Möglichkeiten der Digitalisierung werden oft noch nicht erkannt bzw. ausgeschöpft. Oft sind auch Personalressourcen nicht passend gesetzt.

Ein weiterer Trend, der bei der Automatisierung von oft noch papierbasierten, manuellen QM-Tätigkeiten helfen kann, sind Large-Language-Models (LLM) bzw. Generative KI, wie etwa ChatGPT. Die Technologie kann insbesondere erstellende und optimierende QM-Aufgaben abdecken. GenAI erleichtert das Zusammentragen und Ausformulieren von Informationen, das sonst mit hohen manuellen Aufwand erfordert. Dazu gehört etwa das Erstellen von Verfahrensanweisungen (Standard Operating Procedure/ SOP), einschließlich der damit verbundenen Subdokumente. Darin finden sich etwa Arbeitsanweisungen mit Fotos und Anleitungen zur Maschinenbedienung. Oft geht es hier um einige hundert Dokumente.

Training leichter organisieren

GenAI verändert auch Training und Qualifizierung. Wenn etwa sichergestellt werden soll, dass neue Abläufe oder Anforderungen vom Personal verstanden wurden, setzen einige QM-Lösungen auf Ansätze aus dem Gaming. Angesichts der ‚Sprachfähigkeit‘ von generativer KI können anstatt klassischer Multiple Choice-Tests auch Fragen gestellt und in natürlicher Sprache beantwortet werden. Die KI kann bewerten, ob die richtigen Antworten, mindestens 80 Prozent, zum Bestehen erreicht wurden. Generative KI hilft zudem Sprachbarrieren zu überwinden, da automatisiert verschiedene Sprachen verarbeitet werden können.

Beim Abgleich von neuen Regularien und bestehenden Produkten, beim Abweichungsmanagement, dem Generieren von Verbesserungsvorschlägen und in der Produktentwicklung: Die Einsatzmöglichkeiten von KI sind zahlreich. Die Nutzung steht und fällt allerdings mit der Qualität der vorhandenen Informationen. Dort, wo gut vorbereitetes Wissen digitalisiert vorliegt, können Projekte oft schnell umgesetzt werden.

Den Einstieg wählen

Für den Einstieg in die Digitalisierung kann es sich lohnen, einen Prozess zu wählen, der besonders viel Wartezeit, Ärger und Papier verursacht. Ein Beispiel: Viele Prozessfertiger produzieren auftragsbezogen entsprechend der Herstellungsanweisungen ihrer Kunden. Mit der Dokumentation ist hier oft viel Arbeit verbunden. Digitale Systeme können helfen, indem ein digitaler Plan die Produktion mit durchläuft, und anzeigt, was auf welcher Stufe erledigt werden soll. Die Erfassung der nötigen Werte erfolgt dann gelenkt Hand in Hand zwischen produzierenden Einheiten und der Qualitätseinheit. Statt manueller papierbasierter Dokumentation wird alles automatisiert erfasst, Abweichungen werden in ERP- und andere Systeme wie das Manufacturing Execution System gemeldet. Die Ergebnisse werden an die richtigen Abteilungen geleitet und Prüfergebnisse abgeholt. Die Daten fließen zudem in Analysenzertifikate ein, die belegen, dass die Herstellungsanweisungen eingehalten wurden.

Mehr Audits

Aufgrund der der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) nimmt der Bedarf von Audits seitens Unternehmen oder Behörden weiter zu. Je mehr Bereiche im Qualitätsmanagement digitalisiert sind, desto weniger Aufwand ist für Audit-Prozesse notwendig. Beratungspartner können dabei helfen, ein Konzept für Audits zu erstellen. Die Definitionen aus diesem Konzept bilden die Grundlage dessen, was später konkret automatisiert werden soll. Bevor es um die Technologie geht, ist die Auseinandersetzung mit dem Prozess jedoch essentiell. Denn in der Praxis sind oft ineffiziente, überladene und bürokratische Auditprozesse anzutreffen. Unternehmen sollten deshalb bewusst auf Transparenz und Effizienz achten.

Plattform statt Inseln

Die Aufgaben rund um die QM-Bereiche Kontrolle, Sicherung und Management sind vielseitig. Oft nutzen Unternehmen Einzellösungen, die über Schnittstellen angebunden sind. QM-Komplettsysteme, die auf einer Plattform aufsetzen, können die Integration mit anderen Unternehmenssystemen, wie etwa dem ERP-System, erleichtern. Bereiche wie Dokumentenlenkung, Abweichungs-, Audit- oder Reklamationsmanagement sind ebenfalls miteinander verbunden. Für den Fluss von Daten und Information, einschließlich von Funktionalitäten wie der elektronischen Unterschrift, ist auf einer Plattform automatisch gesorgt. Ein weiterer Effekt entsteht, wenn QM-Plattformen Low Code unterstützen. Individuelle Prozesse können so auch ohne Programmierkenntnisse abgebildet werden.

Systeme validieren

Mit der Digitalisierung ist vor allem in stark regulierten Branchen wie Pharma oder Medizintechnik die Herausforderung verbunden, Computersysteme zu validieren. Diese gelten aus regulatorischer Sicht ebenfalls als Prozesse. Bei jedem System-Update ist eine erneute Validierung zu prüfen. Je nach Ausgangslage ist das mit sehr viel Aufwand verbunden. Unternehmen sollten hier darauf achten, dass ihr IT-Partner Wissen und Werkzeuge für die Validierung der digitalen Unterstützung mitbringt.



  • Wibu Systems errichtet neue Firmenzentrale

    Wibu Systems errichtet neue Firmenzentrale

    Auf insgesamt 8.400m² errichtet Wibu System zwei neue Gebäude. Das eine soll zukünftig als Unternehmenssitz dienen, das andere soll als House of IT Security u.a. die Zusammenarbeit mit Startups fördern.

    mehr lesen: Wibu Systems errichtet neue Firmenzentrale

  • Unternehmen erstellen Einsatzkonzepte für digitalen Zwilling

    Unternehmen erstellen Einsatzkonzepte für digitalen Zwilling

    Der Einsatz des digitalen Zwillings verspricht vielfältige Potenziale für den gesamten Lebenszyklus eines Produktes. Im Rahmen einer Befragung der Managementberatung Detecon halten die Studienteilnehmer vor allem den Unternehmensübergreifenden Einsatz für…

    mehr lesen: Unternehmen erstellen Einsatzkonzepte für digitalen Zwilling

  • ZVEI erwartet Produktionsrückgang

    ZVEI erwartet Produktionsrückgang

    Die Auftragseingänge in der deutschen Elektroindustrie sind im August 2019 um 6,7% gegenüber Vorjahr zurückgegangen. Die Inlandsbestellungen gaben um 9,6 und die Auslandsbestellungen um 4,5% nach. Im Gesamtzeitraum von Januar…

    mehr lesen: ZVEI erwartet Produktionsrückgang

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • it-sa verzeichnet Besucher- und Ausstellerplus

    it-sa verzeichnet Besucher- und Ausstellerplus

    Mehr Fachbesucher und eine größere Ausstellerzahl: Die IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg hat mit ihrer diesjährigen Ausgabe neue Bestmarken erzielt.

    mehr lesen: it-sa verzeichnet Besucher- und Ausstellerplus

  • Einsatz von 3D-Druck nimmt zu

    Einsatz von 3D-Druck nimmt zu

    Der Anteil der deutschen Unternehmen, die 3D-Druck einsetzen, ist zwar im Vergleich zum Jahr 2016 gestiegen – von 37 auf 63 Prozent. Eine Führungsposition hat Deutschland in der Studie des…

    mehr lesen: Einsatz von 3D-Druck nimmt zu

  • Fabriklayout im Flug erfassen

    Fabriklayout im Flug erfassen

    Im Forschungsprojekt ‚Instant Factory Maps‘ des Instituts für Integrierte Produktion Hannover IPH werden Fabriklayouts per Kameradrohne erfasst. Bei einem kurzen Rundflug durch die Fabrik nimmt die Drohne Tausende Fotos auf,…

    mehr lesen: Fabriklayout im Flug erfassen

  • Friedhelm Loh Group übernimmt IoTOS

    Friedhelm Loh Group übernimmt IoTOS

    Nach German Edge Cloud (GEC) gehört jetzt auch das Startup IoTOS zur Friedhelm Loh Group. Die Übernahme gab die Unternehmensgruppe nun bekannt. Die drei Unternehmen der Friedhelm Loh Group –…

    mehr lesen: Friedhelm Loh Group übernimmt IoTOS

  • Geschäftsführung

    Geschäftsführung

    Mit Maximilian Brandl hat sich das SCM-Projekthaus Salt Solutions Verstärkung für den Vorstand ins Haus geholt.

    mehr lesen: Geschäftsführung

  • SAP-Chef McDermott tritt zurück

    SAP-Chef McDermott tritt zurück

    Bill McDermott tritt als CEO der SAP SE zurück. Dies gab der Walldorfer Softwarekonzern am Freitag bekannt. Als Nachfolger sollen nun Jennifer Morgan und Christian Klein das Unternehmen als Doppelspitze…

    mehr lesen: SAP-Chef McDermott tritt zurück

  • Ausgaben für IT-Sicherheit steigen

    Ausgaben für IT-Sicherheit steigen

    Die Ausgaben für IT-Sicherheit erreichen in diesem Jahr ein neues Rekordhoch: Der Digitalverband Bitkom rechnet mit Investitionen in Höhe von 4,6 Mrd.€.

    mehr lesen: Ausgaben für IT-Sicherheit steigen

  • Mobile Lösungen für die Instandhaltung

    Mobile Lösungen für die Instandhaltung

    Die Managementberatung T.A. Cook lädt am 14. und 15. November zum Anwenderforum ‘Einsatz mobiler Lösungen in Instandhaltung und Service‘. 

    mehr lesen: Mobile Lösungen für die Instandhaltung