Mit dem OT-Leitstand den Überblick behalten

413614 AdobeStock 588827540
Im OT-Leitstand werden Zustände, Meldungen und Sicherheitsereignisse zentral zusammengeführt, bewertet und priorisiert. – Bild: ©reewungjunerr/stock.adobe.com

Die Vernetzung von Produktions- und IT-Systemen verändert die Anforderungen an Betrieb, Sicherheit und Organisation. Dies stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Für Entscheider rücken Transparenz, Reaktionsfähigkeit und ein Verständnis der eigenen Infrastruktur in den Fokus. Gleichzeitig zeigt sich, dass gewachsene Strukturen in Produktion und IT diesen Anforderungen oft nicht gerecht werden. Der Controlware OT-Leitstand verbindet technische Betriebsfunktionen mit strukturierten Services und Expertenwissen. Interne Teams können dort unterstützt und entlastet werden, wo zusätzliche Kapazitäten oder vertiefte OT-, IT- und Security-Kompetenz benötigt werden. Dabei verbleibt die operative Verantwortung im Unternehmen.

Wenn Transparenz über Verfügbarkeit entscheidet

Besonders in Produktionsumgebungen mit eng getakteten Prozessen wirken sich Informationslücken unmittelbar auf Termine, Qualität und Produktionsleistung aus. Mit entsprechenden Lösungen ausgestattet, können Systeme etwa über bevorstehende Störungen informieren und somit die vorausschauende Instandhaltung (Predictive Maintenance) unterstützen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass Produktions- und IT-Infrastrukturen selten über ein durchgängiges Monitoring verfügen. IT-Systeme sind meist konsistent in Monitoring-Strukturen eingebunden, Produktionsanlagen dagegen häufig nur teilweise oder über unterschiedliche Einzellösungen. Gerade an den Schnittstellen zwischen IT-Systemen, Automatisierungstechnik und Produktionsanlagen können so blinde Flecken entstehen.

Maschinenparks und technische Infrastrukturen sind oft sehr heterogen. Bei wiederkehrenden Störungen oder Abweichungen der Sollwerte ist es erforderlich, unterschiedliche Informationen zusammenzuführen. Diese Daten liegen jedoch oft in verteilten Systemen vor und werden in der Regel manuell ausgewertet. Analysen können dadurch auf zeitversetzten Einzelinformationen basieren. Zusätzlich besteht das Risiko, dass Zusammenhänge übersehen werden. Eine belastbare Bewertung hängt dabei oft vom Wissen einzelner Spezialisten ab. Sind diese nicht verfügbar, verlängern sich Reaktionszeiten, Stillstände und interne Abstimmungen. Ebenso wichtig sind klare Prozesse zur Bewertung von Meldungen, priorisierte Reaktionen und die fachliche Einordnung durch erfahrene Spezialisten. Erst das Zusammenspiel aus Technik, Prozessen und verfügbarer Expertise sorgt für operative Handlungsfähigkeit.

Im Betriebsmodell des OT-Leitstandes werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen zentral zusammengeführt, korreliert und in einen einheitlichen Kontext eingeordnet. In Kooperation mit allen relevanten Einheiten der Produktion werden Überwachungsmöglichkeiten geprüft und umgesetzt. Unternehmen erhalten so ein Lagebild über Anlagenzustände, Abweichungen und Prioritäten.

Externe Zugriffe beherrschen

Der Leitstand unterstützt darüber hinaus beim Remote-Zugriff auf Produktionsanlagen. Denn verschiedene Systeme weisen uneinheitliche Sicherheitsstandards auf, und oft fehlt es an Transparenz bei externen Zugriffen. Zudem kann der Abstimmungsaufwand steigen, wenn Maschinenhersteller, Anlagenbauer oder internationale Service-Partner kurzfristig auf Systeme zugreifen müssen. Controlware adressiert diese Risiken mit dem Managed Remote Access Modul. Verbindungen können ausschließlich nach interner Freigabe aufgebaut werden. Sitzungen lassen sich in Echtzeit überwachen, bei Bedarf unterbrechen und vollständig dokumentieren. Der Zugriff erfolgt nach dem Prinzip der minimalen Berechtigung. Dies unterstützt Nachvollziehbarkeit, Steuerbarkeit und interne Sicherheitsvorgaben. Auf Wunsch übernimmt Controlware auch die organisatorische Steuerung von Freigaben, Nachverfolgung und Dokumentation.

Rechtekonzepte neu ordnen

Ein weiterer Aspekt, den der Leitstand adressiert, sind Rechte- und Berechtigungsstrukturen. Durch deren großzügige Vergabe erweitert sich die Angriffsfläche und die saubere Zuordnung von Verantwortlichkeiten wird erschwert. Das Least-Privilege-Prinzip ist in vielen Produktionsumgebungen noch nicht vollständig realisiert. Gleichzeitig lassen sich moderne Sicherheitsmechanismen wie Multi-Faktor-Authentifizierung häufig nur eingeschränkt in bestehende Anlagen integrieren. Insbesondere ältere Systeme setzen hier technische Grenzen.

Für diese Aufgaben kommt ein Privileged Access Management (PAM)-Ansatz zum Einsatz. Dieser ermöglicht granulare Berechtigungen, zeitlich begrenzte Freigaben, Sitzungsüberwachung und die zentrale Verwaltung privilegierter Konten. Dadurch werden technische Schutzmechanismen mit klaren Governance-Prozessen verbunden. Unternehmen gewinnen Transparenz über privilegierte Zugriffe, reduzieren historisch gewachsene Risiken und stärken die Nachvollziehbarkeit administrativer Eingriffe. Die modular aufgebauten Leistungen lassen sich je nach Bedarf schrittweise erweitern.

Betriebswissen bereitstellen

Ergänzend kann der Leitstand um ein lokal betriebenes KI-Cockpit erweitert werden. Teams können dadurch auf vorhandenes Betriebswissen aus Dokumentationen, Richtlinien und Arbeitsanweisungen zurückgreifen. Dies verspricht Potenzial bei Schichtwechseln, personellen Veränderungen oder seltenen Ereignissen und Störfällen, etwa weil sich Such- und Reaktionszeiten verkürzen.

Prozesse im Zusammenspiel

Viele Produktionsumgebungen verfügen bereits über einzelne Werkzeuge für Monitoring, Fernzugriff oder Zugriffsschutz. Für deren Nutzen entscheidend ist ein wirksames Zusammenspiel mit Prozessen, Verantwortlichkeiten und verfügbarem Expertenwissen. Der OT-Leitstand verbindet technische Lösungen, Services und operative Unterstützung zu einem integrierten Betriebsmodell.

Veranstaltungsreihe

Interessierte können sich aktuell im Rahmen des ’Controlware OT/ICS-ExperTalk@Lunch Energiewirtschaft & Industrie’ darüber informieren, wie OT-Leitstände, das KI-Cockpit sowie digitale Souveränität in der Praxis zusammenspielen. Beleuchtet werden etwa herstellerunabhängige Betriebs- und Sicherheitskonzepte. Zudem erhalten Teilnehmende Anregungen für die Weiterentwicklung branchenspezifischer Sicherheitsstrategien. Termine und Anmeldung unter: www.controlware.de/termine



  • Produktentwicklung mit Extended Reality

    Produktentwicklung mit Extended Reality

    Statt sofort teure Prototypen von Autos, Geräten oder Maschinenkomponenten zu bauen, können Unternehmen durch virtuelle Modelle bereits in sehr frühen Entwicklungsphasen feststellen, ob ein neues Produkt in Anmutung und Bedienung…

    mehr lesen: Produktentwicklung mit Extended Reality

  • Geschäftsklimaindex sinkt erneut

    Geschäftsklimaindex sinkt erneut

    Nach 100,7 Punkten im Juli, fällt der Ifo-Geschäftsklimaindex im August auf unter 100 Punkte. Zwar bewerten die Unternehmen ihre aktuelle Lage besser, sind allerdings pessimistischer in ihren Erwartungen.

    mehr lesen: Geschäftsklimaindex sinkt erneut

  • Fünf Trends für die OT-Security

    Fünf Trends für die OT-Security

    Von Kryptografie über Drohnen bis hin zum digitalen Zwillingen – Kudelski Security gibt einen Überblick über Trends in der Operational Technology (OT).

    mehr lesen: Fünf Trends für die OT-Security

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Visualisierungssoftware unterstützt das Modbus/TCP-Protokoll

    Visualisierungssoftware unterstützt das Modbus/TCP-Protokoll

    Für einen schnellen und umfassenden Überblick über eine Anlage stellt Pilz die webbasierte Visualisierungssoftware PASvisu bereit. In der neuen Version unterstützt diese jetzt auch das Modbus/TCP-Protokoll. Dieses ermöglicht eine schnelle…

    mehr lesen: Visualisierungssoftware unterstützt das Modbus/TCP-Protokoll

  • Mehr offene Stellen im verarbeitenden Gewerbe

    Mehr offene Stellen im verarbeitenden Gewerbe

    Mit insgesamt 1,16Mio. lag die Zahl der offenen Stellen rund 3 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Dies geht aus der aktuellen Stellenerhebung des IAB hervor.

    mehr lesen: Mehr offene Stellen im verarbeitenden Gewerbe

  • Zweistelliges Wachstum beim Maschinenexport

    Zweistelliges Wachstum beim Maschinenexport

    Die Maschinenexporte aus Deutschland haben im 2. Quartal weiter an Fahrt gewonnen: Sie stiegen im Vorjahresvergleich um 23,5 Prozent auf 44,5Mrd.€. Im 1. Quartal lagen die Ausfuhren lediglich um 0,8…

    mehr lesen: Zweistelliges Wachstum beim Maschinenexport

  • Vertrauenswürdige Elektronik für das Internet der Dinge

    Vertrauenswürdige Elektronik für das Internet der Dinge

    Zwölf Partner aus Forschung und Industrie haben das Forschungsprojekt VE-Vides gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines Sicherheitskonzepts für das Internet der Dinge.

    mehr lesen: Vertrauenswürdige Elektronik für das Internet der Dinge

  • Martina Hofmann übernimmt Vorsitz

    Martina Hofmann übernimmt Vorsitz

    Prof. Dr.-Ing. Martina Hofmann von der Hochschule Aalen ist neue Vorsitzende des VDE-Ausschusses Studium, Beruf und Gesellschaft. Neben klassischer Ausschussarbeit will sie die Themen Frauen und Technik sowie Klimaschutz in…

    mehr lesen: Martina Hofmann übernimmt Vorsitz

  • So können sich Unternehmen schützen

    So können sich Unternehmen schützen

    Eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom bewertet Ransomware als Haupttreiber für den enormen Anstieg an Cyberattacken. Die Erpresserangriffe verursachen bei den Betroffenen einen enormen wirtschaftlichen Schaden.

    mehr lesen: So können sich Unternehmen schützen

  • Steuerungstechnik, IT und IoT sicher verbinden

    Steuerungstechnik, IT und IoT sicher verbinden

    Die Vernetzung in der Industrie und das damit verbundene Industrial Internet of Things (IIoT) definieren die Anforderungen an die Sicherheit neu – und damit auch an die eingesetzten Automatisierungslösungen.

    mehr lesen: Steuerungstechnik, IT und IoT sicher verbinden

  • Doppelspitze bei Valantic CEC Schweiz

    Doppelspitze bei Valantic CEC Schweiz

    Florian Heidecke leitet seit Anfang August gemeinsam mit Reto Rutz Valantic CEC in der Schweiz.

    mehr lesen: Doppelspitze bei Valantic CEC Schweiz