BHS Corrugated setzt auf Cronetwork MES: MES-Unterstützung für 20.000 Artikel

Mit knapp 3.200 Beschäftigten am Standort Weiherhammer (im Bild) und an mehr als 20 weiteren internationalen Standorten, verfügt der Maschinen- und Anlagenbauer BHS Corrugated über ein breites Produkt- und Leistungsspektrum.
Mit knapp 3.200 Beschäftigten am Standort Weiherhammer (im Bild) und an mehr als 20 weiteren internationalen Standorten, verfügt der Maschinen- und Anlagenbauer BHS Corrugated über ein breites Produkt- und Leistungsspektrum. – Bild: BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH

Mit knapp 3.200 Beschäftigten am Standort Weiherhammer und an mehr als 20 weiteren internationalen Standorten, verfügt der Maschinen- und Anlagenbauer BHS Corrugated über ein breites Produkt- und Leistungsspektrum. Es umfasst die Entwicklung, Produktion, Installation und Wartung mit Servicelösungen von Riffelwalzen, Einzelmaschinen und kompletten Wellpappenanlagen sowie zukünftig auch die Integration von Digitaldruck in die Wellpappenanlage. Mit Corrugated 4.0 verfolgt das Unternehmen seit einigen Jahren eine Digitalisierungsstrategie. Diese zielt auf die Optimierung von Prozessparametern und die Verbesserung von Automatisierungsgraden und Produktionseffizienz ab. Cronetwork MES nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.

Rollout an vier Standorten

Der Rollout des Systems erfolgte bislang an vier Produktionsstandorten in Deutschland, Tschechien, der Türkei und China. Dort werden seither die Module Cronetwork Feinplanung APS, Betriebs- & Maschinendatenerfassung, Personalzeiterfassung und die PIDO (Produktionsinfo Datenobjekte) & Portal-Technologie in unterschiedlichen Ausprägungen eingesetzt.

„Wir nutzen das System in der mechanischen Teilefertigung, der Riffelwalzenfertigung und auch in der Montage. Sämtliche unserer Erzeugnisse, wir sprechen hier von mehr als 20.000 Artikelnummern, werden mithilfe von Cronetwork MES gefertigt“, sagt Janik Auburger, Specialist Cost Controlling und Leiter des MES-Programms bei BHS Corrugated. „Das Feinplanungs-APS-Tool hat uns dabei geholfen, unsere Produktionsplanung zu optimieren und die Planungsprozesse stark zu verkürzen. Zudem hilft uns die PIDO & Portal-Technologie bei der Realisierung des sogenannten ‚Terminal-Hubs‘ für unsere Werker. Last but not least haben wir hochintegrative Schnittstellen zu SAP inkl. HCM-Modul (Human Capital Management) und zu unserem Werkzeugverwaltungstool realisiert.“

Ein Blick in die Fließmontage beim Maschinen- und Anlagenbauer BHS Corrugated.
Ein Blick in die Fließmontage beim Maschinen- und Anlagenbauer BHS Corrugated. – Bild: BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH

Das Terminal-Hub

Bei mehr als 600 Anwendern, davon mehr als 500 direkt am Shopfloor, lag das Augenmerk des Maschinenbauers von Anfang an auf Benutzerfreundlichkeit für die Beschäftigten. Das Ergebnis dieser Bemühungen nennt sich ‚Terminal- Hub‘ und wird vollständig via MES-Software abgebildet. „Unsere Mitarbeitenden sollen sich auf ihre Aufgaben an den Maschinen oder in der Montage konzentrieren können und sich nicht mit verschiedenen Systemen herumschlagen müssen. Zudem muss die Bedienung des MES-Terminals einfach und intuitiv funktionieren“, sagt Auburger.

Gemeint sind die Terminals an den Fertigungsanlagen. Diese nutzen auf der Portal-Technologie von Industrie Informatik, die es ermöglicht, Benutzeroberflächen durch Parametrierung und teils Drag&Drop individuell zu gestalten. Sogenannte PIDOs beziehen und visualisieren die Daten und Informationen aus dem MES und aus externen Systemen wie SAP oder der bereits erwähnten Werkzeugverwaltungssoftware. „Mussten unsere Werker früher für Instandhaltungsmeldungen oder die Eingabe von Parametern zur Qualitätskontrolle in Fremdsysteme abspringen, können sie das heute zentral und schnell am MES- Terminal erledigen. Das spart Zeit und benötigt weitaus weniger Knowhow“, sagt Auburger.

Janik Auburger, Specialist Cost Controlling, BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH: "Wir nutzen das System in der mechanischen Teilefertigung, der Riffelwalzenfertigung und auch in der Montage. Sämtliche unserer Erzeugnisse - wir sprechen hier von mehr als 20.000 Artikelnummern - werden mithilfe von Cronetwork MES gefertigt."
Janik Auburger, Specialist Cost Controlling, BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH: „Wir nutzen das System in der mechanischen Teilefertigung, der Riffelwalzenfertigung und auch in der Montage. Sämtliche unserer Erzeugnisse – wir sprechen hier von mehr als 20.000 Artikelnummern – werden mithilfe von Cronetwork MES gefertigt.“ – Bild: BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH

Services per No-Code

Die PIDO & Portal-Technologie hat für Janik Auburger eine besondere Bedeutung: „Die Erstellung neuer, individueller Services mittels No-Code-Technologie hat uns viele Türen geöffnet. Mittlerweile bauen wir beispielsweise auch Anwender-PIDOs. Das heißt, dass wir nicht nur Daten beziehen, sondern damit auch Informationen an das MES und andere Systeme zurückliefern können. Wir bauen heute Cockpits, die das tägliche Doing am Shopfloor und darüber hinaus nachbilden und digitalisieren.“ BHS Corrugated kann so dem Großteil neuer Anforderungen ohne Fremdhilfe und Programmierkenntnisse selbst nachkommen.

Auch in Verwaltung und Management zeigen sich Effekte. Verantwortliche können etwa den aktuellen Status ihres Maschinenparks einsehen oder Auftragslisten verfolgen. Durch die MES-Software haben alle im Team den gleichen Informationsstand. Vor allem aber profitiert das Unternehmen auf der Organisationsebene von der Feinplanung APS.

Verbesserte Feinplanung

Die täglichen Planarbeiten stellten im Laufe der Jahre großen zeitlichen Aufwand dar. Das Setzen und Einplanen von Fertigungsstrategien nahm täglich mehr als eine Stunde in Anspruch. Die automatische Feinplanung auf Basis vorgefertigter Makros im MES sorgte hier schnell für Effekte.

„Wir haben eine Schnittstelle zu SAP HCM, die morgens den aktuellen Status der verfügbaren Mitarbeitenden an das MES liefert. Im Anschluss wird die Plantafel automatisch geöffnet, zurückgesetzt und mit dem Wissen um die verfügbaren Werker verplant“, sagt Auburger. Bereits zuvor wurde jeder Mitarbeitende einer Maschine zugeordnet. In der Kombination aus diesen Informationen ergibt sich eine Maschinenkapazität und das Wissen, ob man die Maschinen beispielsweise in drei oder gar vier Schichten laufen lassen kann. Das Unternehmen greift in Summe auf 39 Planungsstrategien zurück, die mittels Makros Schritt für Schritt automatisiert durchgeplant werden können. Das reduziert den manuellen Aufwand um bis zu 95 Prozent.

Als sich BHS Corrugated 2018 für die MES-Software entschied, waren die Gründe mehrschichtig. Heute hat das Programm einen hohen Stellenwert im Unternehmen, so Auberger. „Es hat sich zum führenden Tool am Shopfloor entwickelt.“



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