„Jüngere Mitarbeiter erwarten intuitive, mobile IT-Werkzeuge!“

CW
Bild: M.O.P GmbH

Herr Wendler, was ist die M.O.P GmbH für ein Unternehmen?

Christian Wendler: Wir sind ein inhabergeführtes mittelständisches Softwareunternehmen und seit 36 Jahren am Markt. Vor 26 Jahren kam von der hiesigen Stadtbeleuchtung Zwickau die Anfrage, ob wir eine Lösung entwickeln können, mit der die gesamten Lichtpunkte in Hinblick auf Wartung und Instandhaltung in ganz Zwickau verwaltet werden können? So banal das klingt, war das die Grundsteinlegung für unser heutiges Zugpferd im Unternehmen: die Instandhaltungssoftware TOM. Danach sind wir erstmal an weitere Ver- und Entsorger herangetreten, also Stadtwerke, Energieversorger und Abwasserzweckverbände. Später kamen dann auch Kunden mit dem Hintergrund hinzu, ihr Facility Management mit TOM zu verwalten. Dies waren unter anderem Krankenhäuser sowie kulturelle und soziale Einrichtungen. Dann stieß der erste Industriekunde dazu. Heute macht die Industrie rund 70 Prozent unseres Kundenkreises aus.

Wie sieht ein typisches Industrieunternehmen aus, bei dem Sie mit Ihrem Angebot im Sweetspot unterwegs sind?

Wir sind komplett branchenübergreifend unterwegs von Lebensmittel, Textil und Kunststoff über Chemie und Pharma bis hin zur Automobilindustrie uvm. Typischerweise bewegen wir uns bei Unternehmen mit etwa 100 bis 3.000 Mitarbeitern pro Standort. Unser Fokus liegt klar auf dem Mittelstand und gehobenen Mittelstand. Wir sind der Digitalisierungspartner für Unternehmen, in denen die Belegschaft der Instandhaltung merkt: Die Prozesse müssen professioneller werden.

Wie sieht die Instandhaltung bei diesen Unternehmen aus?

Auch 2026 sind viele Unternehmen hier noch erstaunlich rudimentär aufgestellt. Obwohl überall über KI, VR-Brillen und Digitalisierung gesprochen wird, sieht die Realität oft noch nach Excel, Papier, Outlook und ‚Störung auf Zuruf‘ aus. Viel Feuerwehrstrategie also. Was man dabei häufig sieht: Viele Unternehmen arbeiten zwar nicht mehr komplett papierbasiert, aber oft ist Excel noch das zentrale System. Deshalb spielt die Datenübernahme bei Projekten eine große Rolle – also Anlagenstrukturen, Wartungsserien, historische Daten oder Ersatzteillisten. Wenn diese Daten bereits sauber gepflegt sind, reduziert das den Einführungsaufwand natürlich enorm. Außerdem beobachten wir seit einigen Jahren immer mehr Unternehmen, die von rudimentären Systemen auch vermehrt bereit sind, zu professionellen CMMS zu wechseln. Gerade die mobile Nutzung ist heute ein K.O.-Kriterium. Das ist heute der klassische Bedarf unserer Kunden.

Wie finden Unternehmen heraus, ob sich die Implementierung einer CMMS-Software für sie lohnt?

Die meisten Unternehmen, die auf uns zukommen, haben bereits ein ganz konkretes Problem erkannt. Oft geht es darum, dass in der Instandhaltung immer wieder dieselben Störungen auftreten und repariert werden, ohne die eigentliche Ursache wirklich zu hinterfragen. Ein weiterer häufiger Punkt ist die fehlende Transparenz oder Nachvollziehbarkeit. Unternehmen merken zum Beispiel, dass sie im Bereich Dokumentation oder Prüfprozesse nicht revisionssicher aufgestellt sind, häufig ausgelöst durch Audits oder Nebenabweichungen, die bei Zertifizierungen festgestellt werden. Am Ende geht es darum, Stillstände zu reduzieren, Wissen sauber zu dokumentieren, Prozesse nachvollziehbar zu machen und die Instandhaltung insgesamt strategischer statt reaktiv aufzustellen.

Sie können Sensordaten in TOM verwalten. Wie kommen die Maschinen- und Sensordaten ins System?

Wir können grundsätzlich jeden Sensorhersteller, jedes Gateway und die gängigen Protokolle in TOM verarbeiten. Wir sind also nicht exklusiv an bestimmte Partner gebunden. Auch wenn beim Kunden schon Sensorik im Einsatz ist, können wir darauf aufsetzen. Ob OPC UA, Modbus oder MQTT, die Daten lassen sich problemlos an TOM anbinden.

Wie weit ist die Industrie heute bei der Analyse von Sensordaten?

Das ist definitiv ein Thema, das schon sehr stark gelebt wird. Bei vielen unserer Bestandskunden gehört Condition Monitoring und Echtzeitüberwachung inzwischen zum Alltag. Ein Beispiel ist ein Kunde aus der Lebensmittelbranche. Dort wird die komplette Kühlkette überwacht und alle Temperaturdaten laufen in TOM zusammen. Wenn irgendwo die Temperatur um ein oder zwei Grad ansteigt, ist das bereits relevant. Dann bekommt der Instandhalter direkt eine Push-Benachrichtigung über die TOMapp und kann sofort reagieren.

Mit welchen Anforderungen kommen potenzielle Kunden aktuell auf Sie zu, in dieser krisengeschüttelten Zeit?

Vor den stark gestiegenen Energie- und Betriebskosten war das Thema Digitalisierung schon der große Treiber. Viele Unternehmen haben gemerkt: In fast jedem Bereich bei ihnen gibt es moderne Software, nur die Instandhaltung arbeitet noch mit Excel, Papier und Outlook. In Gesprächen spielt auch der Generationswechsel eine Rolle. Jüngere Mitarbeiter erwarten heute schlicht intuitive, mobile IT-Werkzeuge. Mit Excel holt man die einfach nicht mehr ab. Ein zweites großes Thema sind Audits und ISO-Anforderungen sowie kosteneffizientes Arbeiten durch eine digitalisierte Instandhaltung.



  • Auftragsplus im November

    Auftragsplus im November

    Im November 2020 haben die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer erstmals seit Beginn des Berichtsjahres wieder Orderzuwächse sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland verzeichnet.

    mehr lesen: Auftragsplus im November

  • Trends für die IT-Sicherheit

    Trends für die IT-Sicherheit

    Durch die drastischen Veränderungen im Jahr 2020 wurde die Digitalisierung stark forciert, Netzwerkinfrastrukturen änderten sich und Clouds konnten weitere Zugewinne verzeichnen. Gerade, was Homeoffice angeht, musste zunächst einiges improvisiert werden.

    mehr lesen: Trends für die IT-Sicherheit

  • VDI-Statusreport:Maschinelles Lernen im Mittelstand

    VDI-Statusreport:Maschinelles Lernen im Mittelstand

    Im November 2020 ist der VDI-Statusreport ‚Maschinelles Lernen in KMU‘ erschienen. Die Veröffentlichung gibt Tipps, wie gerade mittelständische Firmen Projekte mit maschinellem Lernen (ML) umsetzen können.

    mehr lesen: VDI-Statusreport:Maschinelles Lernen im Mittelstand

  • Software-Container in Bewegung

    Software-Container in Bewegung

    Mit dem häufigeren Einsatz von Industrial Internet of Things-Anwendungen haben sich auch die Technologien von Software-Containern mehr und mehr durchgesetzt. Mit ihnen können Unternehmen die Geschwindigkeit, Flexibilität und Qualität bei…

    mehr lesen: Software-Container in Bewegung

  • Fortinet übernimmt Panopta

    Fortinet übernimmt Panopta

    Fortinet will den SaaS-Plattform-Anbieter Panopta übernehmen. Mit der Lösung des Unternehmens will Fortinet Netzwerkleistung und -sicherheit seiner Kunden verbessern.

    mehr lesen: Fortinet übernimmt Panopta

  • Tech Mahindra und SAP erweitern Partnerschaft

    Tech Mahindra und SAP erweitern Partnerschaft

    Tech Mahindra und SAP wollen ihre Partnerschaft zur Bereitstellung von ‘Intelligent Enterprise‘-Technologien erweitern.

    mehr lesen: Tech Mahindra und SAP erweitern Partnerschaft

  • Hexagon übernimmt Vertriebspartner

    Hexagon übernimmt Vertriebspartner

    Der Geschäftsbereich Manufacturing Intelligence von Hexagon hat die Übernahme der Mecadat AG bekanntgegeben, einem Vertriebspartner für CAD-CAM-Software und ergänzende Lösungen für die Herstellung von Werkzeugen und Formen.

    mehr lesen: Hexagon übernimmt Vertriebspartner

  • VDI-Direktor Appel ist Präsident der FEANI

    VDI-Direktor Appel ist Präsident der FEANI

    VDI-Direktor Ralph Appel ist am 9. Oktober 2020 zum Präsidenten der FEANI (Fédération Européenne d’Associations Nationales d’Ingénieurs) gewählt worden. Der Dachverband FEANI vertritt knapp 350 technisch-wissenschaftliche Organisationen aus 32 Ländern…

    mehr lesen: VDI-Direktor Appel ist Präsident der FEANI

  • PTC übernimmt Arena Solutions

    PTC übernimmt Arena Solutions

    Für insgesamt 715Mio.US$ übernimmt PTC den SaaS-Plattform-Anbieter Arena Solutions. Die Akquise soll im zweiten Quartal 2021 angeschlossen sein.

    mehr lesen: PTC übernimmt Arena Solutions

  • Erholung im Dritten Quartal

    Erholung im Dritten Quartal

    Im Dritten Quartal hat sich die deutsche Wirtschaft von ihrem historischen Einbruch erholt, durch die neuerlichen Einschränkungen sei jedoch im vierten Quartal ein erneuter Dämpfer zu erwarten, so das BMWi.

    mehr lesen: Erholung im Dritten Quartal

  • Steffen Haack wird Vorstand für Entwicklung

    Steffen Haack wird Vorstand für Entwicklung

    Ab Januar wird Dr. Steffen Haack Entwicklungsvorstand bei Bosch Rexroth und tritt somit die Nachfolge von Dr. Heiner Lang an.

    mehr lesen: Steffen Haack wird Vorstand für Entwicklung

  • Werner Rieche wird Vice President DACH bei OpenText

    Werner Rieche wird Vice President DACH bei OpenText

    Von 2001 bis 2015 war Werner Rieche bereits für OpenText tätig. Nun kehrt er als Vice President DACH zum Softwareunternehmen zurück.

    mehr lesen: Werner Rieche wird Vice President DACH bei OpenText