Fabrikvernetzung per MES-Software bei Markes

Markes ist auf die Herstellung von Kugellagern und Fördertechnik spezialisiert.
Markes ist auf die Herstellung von Kugellagern und Fördertechnik spezialisiert. – Bild: Markes

Von den Röllchen am Kassenlaufband über die Tragrollen im Paketzentrum bis zur Fördertechnik im Schüttgutbereich für Erde oder Sand: Dort, wo es etwas zu bewegen gibt, steuert das Unternehmen Markes aus Halver Komponenten bei. Mit eigenen Produkten und eigener Entwicklung verfügt das Unternehmen nicht nur über eine hohe Fertigungstiefe. Der Betrieb setzt bereits seit Langem auf Daten und Vernetzung. Bereits vor mehr als 25 Jahren hat das Unternehmen ein Manufacturing Execution System installiert. Die Software sollte Daten an das bereits vorhandene ERP-System liefern. Außerdem wollte man mehr Transparenz in der Fertigung schaffen, um den Produktionsdurchlauf und die Maschinenauslastung zu optimieren.

Modulares MES ausgewählt

Die Wahl fiel damals auf MES Hydra von MPDV, und die Software ist bis heute im Einsatz. Für das System sprachen der modulare Aufbau sowie die Erweiterbarkeit. „Für kleine Mittelständler wie uns ist MES Hydra ideal“, sagt Thomas Degen, geschäftsführender Gesellschafter bei Markes. „Wir brauchen ja nur ein paar Module. Da die Standardlösung von MPDV zu 100 Prozent an unsere Anforderungen anpassbar ist, war alles sehr rasch installiert. Es hat auch alles sofort funktioniert. Je nach Bedarf können wir außerdem problemlos Module flexibel aufstocken oder reduzieren.“

Jedes Jahr produziert das Unternehmen 30 Millionen Kugellager.
Jedes Jahr produziert das Unternehmen 30 Millionen Kugellager. – Bild: Markes

Karin Jenzewski, die 1996 als externe IT-Beraterin die Schnittstellen umsetzte und 2018 ins IT-Management von Markes eintrat, bestätigt: „Das Zusammenspiel mit der vorhandenen IT funktioniert sehr gut. Die Schnittstellenzusammenarbeit war immer unproblematisch.“

Von der Anwendung bis zum Versionswechsel

Seit 2018 ist die MES-Software mit den Modulen Betriebsdatenerfassung (BDE), Maschinendatenerfassung (MDE), Personalzeiterfassung (PZE) sowie Zeitwirtschaft (PZW) in der Anwendung. „Der letzte Versionswechsel ging super über die Bühne“, erinnert sich Karin Jenzewski. „Am Freitag und Samstag erfolgte die Umstellung und am Montag lief schon alles nach Plan.“ Die Anwenderfreundlichkeit machte auch den Mitarbeitern die Umstellung leicht. „Ich selbst schätze zum Beispiel, dass jeder die Menüstrukturen über Favoriten individuell für sich anpassen kann, dass man über die Suchleiste direkt zum gewünschten Programm kommt und ganz toll ist auch das eingebundene Hilfesystem. Das ist richtig gut aufgebaut!“

Markes nutzt die über das MDE-Modul erfassten Daten für die Maschinenoptimierung. Als Thomas Degen 1998 seine Arbeit im Unternehmen aufnahm, analysierte er über mehrere Monate hinweg systematisch die Störanfälligkeit und Auslastung der einzelnen Maschinen. Auf dieser Basis konnten die Montageautomaten priorisiert werden: Je höher die Auslastung, desto wichtiger war die rechtzeitige Wartung. Im Ergebnis konnten Auslastung und Prozesssicherheit der Maschinen optimiert werden. Bis heute werden die Daten nach diesem Ansatz für eine Erhöhung der Nutzungsgrade ausgewertet.

Seit mehr als 25 Jahren wird in der Metallwarenfabrik das MES Hydra von MPDV verwendet.
Seit mehr als 25 Jahren wird in der Metallwarenfabrik das MES Hydra von MPDV verwendet. – Bild: Markes

Arbeitszeit mit Flexibilität

Das PZE-Modul wiederum ermöglicht Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung. Außerdem honoriert Markes überdurchschnittliche Maschinenlaufzeiten pro Personalstunde mit Prämien. Mitarbeiter, die ihre Maschinen so vorbereiten, dass sie mannlos in der Pause oder nach Feierabend weiterlaufen können, erhalten entsprechend der Mehrleistung mehr Geld. Ebenso, wenn freie Maschinen parallel mitbedient werden, sei es, weil der Auftragsdruck groß ist oder Kollegen erkrankt sind. Umgekehrt können die Beschäftigten auch früher Schluss machen, wenn es die Auftragslage erlaubt. Den Überblick über Maschinenbelegung und Aufträge liefert das MES. Das Modell steigerte somit neben der Produktivität auch die Mitarbeiterzufriedenheit.

Zugriffe aus dem Homeoffice

Die positiven Effekte einer MES-Software liegen für Thomas Degen in der Transparenz, Reaktionsfähigkeit, Flexibilisierung der Arbeitszeiten sowie den Homeoffice-Möglichkeiten durch Zugriffswege von extern. „Ich mache den Rechner an und sehe sofort eins zu eins, was in der Firma los ist, selbst auf Geschäftsreisen. Morgens im Büro ist das mein erster Blick und abends vor Feierabend mein letzter. Wenn etwas nicht stimmt, kann ich noch schnell runter in die Halle. Eventuell bekomme ich die Maschine sogar selbst gleich wieder aktiviert.“

Degen fährt fort: „Mit einem MES lernen Sie Ihr Unternehmen kennen. Was die Fertigung betrifft, habe ich zu jeder Maschine die Zahlen im Kopf. Wenn ein Kunde eine Anfrage stellt, können wir sofort über mögliche Liefertermine reden. Wie wollen Sie so was machen, wenn Sie nicht so ein System haben?“



  • Industry Show: Virtuelle Messe für alle Bereiche der Industrie

    Industry Show: Virtuelle Messe für alle Bereiche der Industrie

    Der TeDo Verlag veranstaltet ab dem 4. Mai eine virtuelle Messe rund um unsere Themen Automatisierung, Robotik und Energieverteilung, Schaltschrankbau, Industrielle IT, IIoT usw. Wir wollen so eine Lösung finden,…

    mehr lesen: Industry Show: Virtuelle Messe für alle Bereiche der Industrie

  • IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

    IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

    Attivo Networks hat seine auf der Deception-Technologie basierende ThreatDefend-Plattform in das Microsoft Azure Security Center integriert. Dadurch wird die Erkennungsrate und Reaktionszeit bei Angriffen auf den Microsoft-Dienst Azure IoT Edge…

    mehr lesen: IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

  • Zoom-Nutzer verstärkt im Visier

    Zoom-Nutzer verstärkt im Visier

    Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen – nicht nur im privaten Bereich, sondern auch beruflich. Unzählige Menschen weltweit arbeiten derzeit erstmals im Homeoffice.

    mehr lesen: Zoom-Nutzer verstärkt im Visier

  • Auftragseingang im Maschinenbau im Februar 2020

    Auftragseingang im Maschinenbau im Februar 2020

    Im Februar verfehlten die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau ihr Vorjahresniveau real um 4 Prozent. Während die Bestellungen der inländischen Kunden um 6 Prozent sanken, lagen die Auslandsorders um 3 Prozent…

    mehr lesen: Auftragseingang im Maschinenbau im Februar 2020

  • Neuer Vice President Americas bei Leuze

    Neuer Vice President Americas bei Leuze

    Sergio Resendiz (Bild) ist neuer Leuze-Vice President Americas und berichtet direkt an den CEO Ulrich Balbach.

    mehr lesen: Neuer Vice President Americas bei Leuze

  • Wenn der Roboter beim Prüfen hilft

    Wenn der Roboter beim Prüfen hilft

    Eine zentrale Anwendung beim Roboter-Einsatz ist die Kollaboration zwischen Mensch und Maschine – beispielsweise die Unterstützung bei für den Menschen belastenden Aufgaben. Welche Vorteile eine produktive Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) haben kann,…

    mehr lesen: Wenn der Roboter beim Prüfen hilft

  • Körperschall im Edge analysieren

    Körperschall im Edge analysieren

    Der Condition-Monitoring-Workshop ‚Smart Monitoring – Körperschallanalyse im Edge‘ (max. 20 Teilnehmer) von Systec Electronic zeigt, wie sich mit unterschiedlichen Technologien physikalische Eigenschaften von Maschinen und Anlagen erfassen und zusammenführen lassen.

    mehr lesen: Körperschall im Edge analysieren

  • PWC steigt bei Adamos ein

    PWC steigt bei Adamos ein

    Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC Deutschland beteiligt an der Adamos GmbH. Adamos verfolgt mit mehr als 30 Partnern das Ziel, ein Ökosystem zu etablieren, in dem gemeinsam durchgängige Lösungen für…

    mehr lesen: PWC steigt bei Adamos ein

  • Maschinen leasen statt kaufen

    Maschinen leasen statt kaufen

    Seit einigen Jahren erfreuen sich Leasingmodelle für Maschinen einer wachsenden Nachfrage. Doch welche Vorteile bietet dieses Modell für kleine und mittlere Handwerksbetriebe und wie kann man sich vor möglichen Schäden…

    mehr lesen: Maschinen leasen statt kaufen

  • Kurzarbeit in der Industrie steigt

    Kurzarbeit in der Industrie steigt

    Kurzarbeit in der Industrie steigt 25,6% aller Firmen der deutschen Industrie erwarten in den kommenden drei Monaten Kurzarbeit. Das ist der höchste Stand seit 2010. Vor drei Monaten waren es…

    mehr lesen: Kurzarbeit in der Industrie steigt

  • Wo stehen deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung?

    Wo stehen deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung?

    Deutsche Unternehmen stellen sich in einer aktuellen Bitkom-Studie in Sachen Digitalisierung nur ein ‘befriedigend‘ aus. Die Coronakrise sei dabei ein Weckruf, die Digitalisierung massiv voranzutreiben, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

    mehr lesen: Wo stehen deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung?

  • Erwartungen an die Cloud in der Praxis

    Erwartungen an die Cloud in der Praxis

    Entscheider erwarten durch den Einsatz der Cloud vor allem mehr Agilität sowie schnell zur Verfügung stehende performante Services. In einer Studie von Exasol übertrifft die Cloud im Praxiseinsatz in vielen…

    mehr lesen: Erwartungen an die Cloud in der Praxis