SAP DM und SAP EWM: Fertigung und Lager verknüpft

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Bild: © thanakrit/stock.adobe.com

Bei datenbasierten Prozessoptimierungen unterstützen – abgesehen vom ERP-System – vor allem Manufacturing Execution Systems (MES). Der Softwarekonzern SAP bietet hier mit SAP Digital Manufacturing (SAP DM) ein cloudbasiertes System für Industrieunternehmen an, das Produktionsabläufe standortübergreifend in Echtzeit überwachen, steuern und optimieren sowie digitale Produktionspläne und -anweisungen direkt an Maschinen und Mitarbeitende übermitteln kann. Für produzierende Unternehmen verspricht eine solche MES-Software zahlreiche Effekte, wie etwa ein resilientes Fundament für Produktionsprozesse, Flexibilität und Qualität, zusätzliche Automatisierungsmöglichkeiten sowie eine Basis für den späteren KI-Einsatz.

SAP DM unterstützt aber nicht nur die Ausführung und Überwachung von Fertigungsprozessen, sondern ermöglicht Unternehmen auch die Integration von SAP-Software in Drittsysteme, was zur Orchestrierung des Shopfloors beiträgt. Leon Reich, Fertigungsexperte beim IT-Spezialisten NTT Data Business Solutions: „Während neue Maschinen meist auf gängige Standards wie OPC-UA oder MQTT setzen, nutzen ältere Modelle sehr verschiedene Schnittstellentechnologien. Für die Vernetzung des Maschinenparks sind dann Software-Tools erforderlich, die reibungslose, maschinenübergreifende Prozesse und Datenanalysen ermöglichen. Genau hier greift SAP DM.“

Systeme verzahnt

SAP DM schafft ein Fundament für datenbasierte und automatisierte Fertigungsprozesse, fokussiert sich jedoch ausschließlich auf den Produktionsbereich. Darüber hinaus lassen sich über die engere Verzahnung der Produktion mit den vor- und nachgelagerten Prozessen in Logistik und Lagerhaltung Synergien erzielen. SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) tritt hier an, diese Lücke mit Funktionalitäten für die Verwaltung von Lägern und die Steuerung der dortigen Prozesse zu schließen. Dazu gehören etwa Features für eine automatisierte, optimierte Lagerplatzzuordnung sowie die Verwendung von Out-of-the-Box Scanner-Transaktionen für gestraffte und abteilungsübergreifend synchronisierte Lagerprozesse.

350536 Grafik SAP DM EWM
Übersicht der Schnittstellenkommunikation zwischen SAP DM und SAP EWM. Bild: NTT Data Business Solutions AG

Unterstützung für komplexe Prozesse

Das Zusammenspiel von SAP EWM und DM zeigt sich etwa am Beispiel der Batteriezellenherstellung. Diese läuft, grob skizziert, in drei Phasen ab:

  • Elektrodenherstellung: Die Batterieherstellung mit der Fertigung von Kathode und die Anode für die spätere Batterie.
  • Zellenmontage: Hier wird die Anode und Kathode auf den Bedarf zugeschnitten und in ein passendes Gehäuse eingesetzt.
  • Formgebung und Qualitätskontrolle: Die sogenannte ‚Konditionierungsphase‘, bei der die Zelle u.a. zum ersten Mal geladen wird und eine Reihe von Tests durchläuft, um Qualität und Leistung zu bestätigen.

Die einzelne Fertigungsschritte erfolgen dabei sequenziell. Zwischen den einzelnen Schritten kann es daher immer wieder zu Zwischenlagerungen kommen – etwa nach der Produktion der Elektroden oder vor der Formgebung.

Saubere Schnittstellen

Für effiziente Prozesse sind saubere Schnittstellen zwischen Fertigung und Intralogistik ein Schlüssel: Möchte ein Mitarbeitender auf dem Shopfloor beispielsweise mit der Zellmontage beginnen, übermittelt er vorher via DM eine Bereitstellungsanforderung an EWM. Diese definiert, welche Rohmaterialien bzw. Halbfabrikate für die Montage benötigt werden – einschließlich deren Anzahl, des zugeordneten Arbeitsplatzes und dem Zeitpunkt, an dem die Komponenten vorliegen sollen. Die Mitarbeitenden in der Logistik können diesen Auftrag nun bestätigen (Bereitstellungsbestätigung, siehe Grafik anbei), die angeforderten Komponenten zusammenstellen und am richtigen Ort, zum richtigen Zeitpunkt und in der erforderlichen Anzahl anbieten.

Sobald die Montage der Zellen beginnt, erfassen die Mitarbeitenden den Komponentenverbrauch in der SAP DM. Die Informationen werden an das SAP EWM zurückgemeldet und aktuelle Lagerbestände automatisiert fortgeschrieben. Auch Ausschüsse werden in der SAP DM erfasst. Die Shopfloor-Mitarbeitenden können anschließend Ersatzkomponenten aus dem SAP EWM direkt via DM nachfordern.

Sind Zellenmontage und Qualitätskontrollen abgeschlossen, meldet die SAP DM den Wareneingang an das SAP EWM damit es dort die Bestände an fertiggestellten Batteriezellen aktualisiert und der Einlagerungsauftrag erzeugt werden kann.

Mehr Transparenz und Effizienz

Dr. Dorota Mankowska: „Unsere Erfahrung zeigt: Produktion und Logistik sind in der Praxis eng miteinander verzahnt. Daher bietet es sich an, von Beginn an ein holistisches Konzept zu entwickeln, das beide Disziplinen berücksichtigt. SAP DM und SAP EWM bieten diese Funktionen und schaffen ein Fundament für eine langfristig wettbewerbsfähige, resiliente und hochflexible Fertigung mit nahtloser Integration von Produktion und Lagerlogistik.“

www.nttdata-solutions.com



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