Dezentrale Datenanalyse für die Industrie

Dmytro AdobeStock 751618534
Bild: EXASOL AG

Die weltweite Datenmenge könnte bis 2025 auf mehr als 180 Zettabyte ansteigen – und überholt dabei die vorhandenen Kapazitäten der zentralen Speicherung und Verwaltung all dieser Informationen. Um den Datenstrom zu bewältigen, kommt in vielen Fällen deshalb heute bereits Edge Analytics ins Spiel. In herkömmlichen Systemen werden die gesamten Daten von dem Ort, an dem sie gesammelt werden, an einen zentralen Speicherort übertragen. Dort können sie dann analysiert werden. Bei Edge Analytics werden die Daten direkt an der Quelle oder am ‚Rand‘ des Informationsnetzes analysiert und voraggregiert.

Daten für Entscheidungen

Beim Edge Analytics müssen nicht die gesamten Rohdaten an ein zentrales System übertragen werden, während sich gleichzeitig gewonnene Erkenntnisse zentral zur Entscheidungsfindung zusammenführen lassen. Die Rohdaten sind aber bei Bedarf trotzdem von den Systemen, an denen sie anfallen, abrufbar. Dies ist besonders für Unternehmen von Vorteil, die einen besonders schnellen Zugriff auf Daten, qualitativ sehr hochwertige Analysen mit geringen Latenzzeiten und die Fähigkeit zur Skalierung benötigen oder bevorzugen

Sparen mit Edge Analytics

Auch mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit können sich Edge Analytics lohnen. Denn der Ansatz bietet die Möglichkeit, eine größere Menge an Daten schneller und potenziell zu geringeren Kosten zu analysieren. Für Unternehmen, die eine In-Memory-Datenbank verwenden, können Analysen während der Datenverarbeitung in Echtzeit erfolgen. Hinsichtlich möglicher Einsparungen könnte sich für Unternehmen auch ein genauerer Blick auf ihre Ausgaben für die Cloud auszahlen – denn hier variieren die Kosten für zum Teil beträchtlich. Nimmt die Nutzung zu, steigen demnach auch die Kosten. Wenn Unternehmen also mehr Analysen am Rande bzw. direkt an der Quelle durchführen, können sie die Ausgaben für Public Cloud-Speicher und Übertragungskosten oft senken.

Analytics und Datensicherheit

Für Unternehmen, die sensible Daten verwalten, kann Edge Analytics eine wichtige Rolle beim Schutz von Vermögenswerten spielen. Das Risiko erhöht sich weiterhin, wenn Daten aus verschiedenen Quellen erst durch eine zentrale Zusammenführung besonders kritisch werden, etwa durch ihre Kombination zu umfangreichen Personenprofilen. Durch den Einsatz von Edge Analytics können Unternehmen sensible Daten dort lassen, wo sie sich befinden, und nur voraggregierte Daten an das zentrale Data Warehouse übertragen. Das bedeutet, dass diese vertraulichen Informationen lokal beispielsweise durch Zugriffssteuerungen besonders geschützt werden können, ohne dass sie an externe Standorte übertragen werden müssen, was das Risiko von Datenschutzverletzungen bzw. unbefugtem Zugriff auf kritische Daten verringert.

Edge Analytics im Einsatz

Der Einsatz von Edge Analytics bedeutet nicht den Verzicht auf die traditionellen zentralen Datenbanken. Stattdessen hat sich die Kombination beider Technologien bewährt. Rohdaten können so vor Ort analysiert und voraggregiert und an eine zentrale Datenbank oder ein Data Warehouse zur Speicherung und für weitergehende Analysen gesendet werden. Dann aber hilft Edge Analytics Unternehmen dabei, Produktionsprozesse zu verbessern, Kosten einzusparen und je nach Art der vorliegenden Daten auch ihre Sicherheit zu erhöhen. Im Vergleich zu Analysesystemen, die Daten an zentralen Orten sammeln und verarbeiten, bietet Edge Analytics eine schnellere Reaktionszeit und reduziert sowohl die Belastung des Netzwerks als auch die Anforderungen an die Kapazität des zentralen Systems.

Ohne Internet verfügbar

Gerade für den Mittelstand im ländlichen Raum kann Edge Analytics sehr sinnvoll sein, da die Technologie auch an Standorten mit geringen Bandbreiten oder häufigen Störungen bei der Ankopplung an das Internet eingesetzt werden kann. Edge Analytics bietet sich daher oft schlicht als Big-Data-Analyseverfahren dort an, wo es gilt, strukturelle Hindernisse zu überwinden. Andere Branchen, die etwa strengen regulatorischen Vorgaben unterliegen, was die Datenspeicherung und -nutzung angeht, können je nach Konstellation der Daten auf erhöhte Sicherheit setzen. Die Verteilung der Daten bietet Unternehmen hier mehr Schutz, da nur einzelne Systeme mit geringerer Kritikalität und nicht ein zentrales System befallen werden können. In Zeiten, in denen die Angriffe immer ausgefeilter werden und gleichzeitig die finanziellen und reputativen Schäden im Falle eines erfolgreichen Angriffs stetig zunehmen, kann dies ein entscheidender Vorteil sein.



  • Eine App zur Bauteilerkennung

    Eine App zur Bauteilerkennung

    In der Bildverarbeitung kommt künstliche Intelligenz seit langem zum Einsatz. Neuronale Netze erkennen beispielsweise Objekte des alltäglichen Lebens mit einer höheren Genauigkeit wieder als der Mensch. Forscher des Fraunhofer-Instituts für…

    mehr lesen: Eine App zur Bauteilerkennung

  • VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

    VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

    Durch industrielle biotechnologischen Prozesse ist es möglich, Güter ressourcenschonender und nachhaltiger zu produzieren. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) hat als Online-Tool einen Prozess visualisiert, mit dem sich biotechnologische Verfahren…

    mehr lesen: VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

  • Worauf CIOs achten sollten

    Worauf CIOs achten sollten

    Nicht Wachstum, sondern die Sicherung der Unternehmenszukunft steht während der Corona-Pandemie im Fokus der Unternehmen. Das Beratungsunternehmen Gartner hat diesbezüglich acht Maßnahmen identifiziert, die CIOs ergreifen sollten.

    mehr lesen: Worauf CIOs achten sollten

  • Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    ITK-Unternehmen bewerten Geschäftslage noch als befriedigend, blicken aber pessimistisch in die Zukunft. Der Digitalindex des Branchenverbandes Bitkom rutschte auf den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung.

    mehr lesen: Digitalindex rutscht auf Tiefststand

  • Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Etwa 55 Prozent der deutschen Unternehmen haben Kurzarbeit angezeigt. Darunter nicht nur Firmen, die stark von der Pandemie betroffen sind. Das geht aus einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft…

    mehr lesen: Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

  • Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Mit einem Stand von 93,5 Punkten weißt das IAB-Arbeitsmarktbarometer den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung im Jahr 2008 auf.

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

  • KI und ERP für verbesserten Service

    KI und ERP für verbesserten Service

    Durch die Kooperation zwischen Proalpha und Empolis können Unternehmen ihren Servicemitarbeitern Wissen kontextsensitiv zur Verfügung stellen. Konkret wird Empolis Service Express in das ERP-System von Proalpha integriert.

    mehr lesen: KI und ERP für verbesserten Service

  • Handel mit China stark beeinträchtigt

    Handel mit China stark beeinträchtigt

    Zwar konnten die deutschen Elektroexporte im Februar 2020 mit einem Volumen von 16,7 Milliarden Euro noch ein leichtes Plus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen. Jedoch gingen die…

    mehr lesen: Handel mit China stark beeinträchtigt

  • Ein FTS für kleine Unternehmen

    Ein FTS für kleine Unternehmen

    In einem gemeinsamen Forschungsprojekt wollen das Startup Flexlog und das IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover ein besonders günstiges und flexibles Fahrerloses Transportsystem entwickeln, das noch dazu ganz einfach…

    mehr lesen: Ein FTS für kleine Unternehmen

  • Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 einen Umsatz in Höhe von 5,8Mrd.€ erzielt. Das ist ein Rückgang von 6,4% gegenüber dem Vorjahresquartal.

    mehr lesen: Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

  • Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Mit einer Kontaktstelle zur Sicherstellung in den Lieferketten hat das Bundeswirtschaftsministerium eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen eingerichtet.

    mehr lesen: Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

  • Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    In der Coronakrise fahren 50 Prozent der deutschen Unternehmen Kurzarbeit, 18 Prozent wollen Jobs abbauen. Das ist das vorläufige Ergebnis der neuesten Umfrage des Ifo-Instituts im April.

    mehr lesen: Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen