Datenanalyse in der Produktion

Übersicht der Maschinenausfälle in einer Produktionslinie im DMi-Dashboard.
Übersicht der Maschinenausfälle in einer Produktionslinie im DMi-Dashboard.Bild: Trebing & Himstedt Prozeßautomation

Datenanalyse spielt eine zunehmend zentrale Rolle für Unternehmen, da sie die Grundlage für fundierte Entscheidungen und strategische Planungen bildet. Die werksübergreifende Datenanalyse, wie beispielsweise die Gesamtanlageneffektivität (OEE), unterstützt Unternehmen dabei, objektive und fundierte Entscheidungen zu treffen, anstatt sich auf das Bauchgefühl zu verlassen. Unternehmen, die ihre Daten effektiv analysieren, können schneller auf interne und externe Veränderungen reagieren und sich besser an neue Gegebenheiten anpassen. Dafür können Unternehmen beispielsweise die Datenanalysewerkzeuge in SAP Digital Manufacturing for Insights (SAP DMI) verwenden. Doch wie funktioniert die Software im Detail?

Was ist SAP DMI?

Digital Manufacturing for Insights ist eine Cloud-basierte Software für die Berechnung standortübergreifender Produktionskennzahlen. Die Anwendung unterstützt Unternehmen bei der Überwachung und Analyse von Informationen in Echtzeit. Darüber hinaus kann sie nahtlos mit anderen SAP-Modulen integriert werden. Diese Integration soll einen kontinuierlichen Informationsfluss herstellen.

Für welche Aufgaben?

Echtzeitüberwachung – Die Software stellt Daten und Analysen schnell zur Verfügung. Sie erfasst und analysiert Daten aus Maschinen, Anlagen und Produktionslinien, um die Leistung zu messen und etwaige Probleme sofort zu erkennen.

Transparente Datengrundlage – Integrierte Fertigungsdaten aus dem Shopfloor sind bereits so aufgebaut und strukturiert, dass sie von SAP DMi out-of-the-box verarbeitet werden können.

Monitoring und Visualisierung – Das Tool bietet Datenvisualisierungen wie Dashboards, die die Überwachung und Analyse vergangener sowie laufender Produktionsprozesse ermöglichen. Diese Dashboards können angepasst werden, um relevante KPIs und Metriken darzustellen.

Flexibilität und Skalierbarkeit – Das System ist skalierbar und flexibel ausgelegt, um an die Anforderungen eines Unternehmens angepasst werden zu können.

Mit diesen Funktionen bietet SAP DMi zahlreiche Use Cases, von denen nachfolgend einige aufgeführt sind.

Analyse der Maschinenausfälle

Abbildung 2: Echtzeitüberwachung von OEE-Daten für die aktuelle Schicht.
Abbildung 2: Echtzeitüberwachung von OEE-Daten für die aktuelle Schicht.Bild: Trebing & Himstedt Prozeßautomation

In Produktionslinien treten häufig unerwartete Maschinenausfälle auf, die zu Produktionsverzögerungen und verpassten Lieferfristen führen. Die Ursachen dieser Ausfälle sind vielfältig, und ohne ein zentrales Monitoring-System bleibt die Ursachenanalyse oft lückenhaft. Produktionsleiter können daher Maschinenausfälle in Echtzeit überwachen und präventive Maßnahmen ergreifen, um Stillstände zu reduzieren. Mit der Analysesoftware lässt sich eine solche Echtzeitüberwachung realisieren. In der Produktionsübersicht werden kontinuierlich erfasste maschinenrelevante Daten angezeigt, etwa die Anzahl der Ausfälle und deren Ursachen. Diese Informationen werden in Diagrammen zur Analyse bereitgestellt. Die im Aufmacher abgebildeten Maschinenausfälle sind nach Ausfallursachen kategorisiert. So lässt sich erkennen, dass Materialprobleme (33,3%) und technische Defekte (27,8%) zusammen für über 60% der gesamten Maschinenausfälle in der Produktionslinie verantwortlich sind. Folgende Maßnahmen können daher in Betracht gezogen werden:

Intensivere Materialprüfung – Eine engere Zusammenarbeit mit Lieferanten zur Sicherung der Materialqualität oder die Einführung einer erweiterten Wareneingangskontrolle für kritische Materialien.

Präventive Wartung für technische Komponenten – Regelmäßige Inspektionen für Maschinen mit hoher Ausfallrate oder die Nutzung von IoT-Sensoren und -Geräten zur frühzeitigen Erkennung von Verschleißerscheinungen.

Überwachung der OEE

Produktionsleiter nutzen die OEE-Kennzahl, um Engpässe zu identifizieren und die Ressourcennutzung zu optimieren. Bei der Bewertung der Produktivität und Effizienz von Fertigungsprozessen geht es jedoch um mehr als nur die Betrachtung der OEE als Einzelwert. Andere OEE-Indikatoren wie Verfügbarkeit, Leistung und Qualität spielen ebenfalls eine Rolle. Mit SAP DMi können Produktionsdaten in Echtzeit erfasst, analysiert und visualisiert werden. Dadurch lassen sich Stillstandzeiten, Leistungsabweichungen und Qualitätsprobleme erkennen und beheben. Abbildung 2 zeigt eine Produktionslinie mit einem relativ niedrigen OEE-Wert, jedoch einer hohen Produktqualität und eine guter Maschinenauslastung. Die Ursache des Problems liegt im Leistungsfaktor, der eine Diskrepanz zwischen geplanter und tatsächlicher Produktionsmenge aufzeigt. Aus diesen Erkenntnissen können folgende Maßnahmen in Erwägung gezogen werden:

Optimierung der Produktionsgeschwindigkeit – Anpassung von Prozessparametern, Durchlaufzeiten oder Materialversorgung.

Beseitigung von Unterbrechungen und Optimierung der Bediener- und Maschinenintegration.

Automatisierung von Prozessen, um manuelle Eingriffe zu reduzieren und die Effizienz zu steigern.

Fazit

Mit der Cloud-basierten Analysesoftware von SAP können Unternehmen ihre Prozesse optimieren, ihre Effizienz steigern und sich an interne und externe Veränderungen anpassen. Insgesamt sind das alles nützliche Hebel, um die Wettbewerbsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit zu sichern.



  • Künstliche Intelligenz erklärbar machen

    Künstliche Intelligenz erklärbar machen

    Künstliche Intelligenz hat meistens Black-Box-Charakter. Doch nur Transparenz kann Vertrauen schaffen. Um die jeweiligen Lösungswege künstlicher Intelligenz zu erklären, gibt es spezielle Software-Lösungen. Eine Studie des Fraunhofer IPA hat die…

    mehr lesen: Künstliche Intelligenz erklärbar machen

  • Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

    Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

    Quantencomputer können komplexe Berechnungen schneller durchführen als beispielsweise heutige Superrechner. Wie eine Befragung des Bitkom zeigt, verspricht sich die deutsche Wirtschaft viel von der Technologie.

    mehr lesen: Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

  • Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

    Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

    Künstliche Intelligenz auch für KMUs nutzbar machen. Das ist das Ziel des Modellprojekts ’KI-Transfer Plus’

    mehr lesen: Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Weniger Daten für geringere Emissionen

    Weniger Daten für geringere Emissionen

    Weltweit entstehen 6,4Mio.t CO2 durch den Speicherbetrieb in Rechenzentren. Dabei werden viele der gespeicherten Daten gar nicht mehr gebraucht – es handelt sich um sogenannte Dark Data.

    mehr lesen: Weniger Daten für geringere Emissionen

  • Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

    Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

    Seit April hat die Cosmo Consult-Gruppe einen neuen Geschäftsbereich gestartet. In diesem sollen Beratungsleistungen für Digitalisierungsprojekte gebündelt werden.

    mehr lesen: Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

  • Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

    Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

    Pierre Tanguy übernimmt bei Creaform die Vertriebsleitung für die DACH-Region und folgt damit auf Stefan Hoheisel.

    mehr lesen: Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

  • Intralogistik und Produktion zusammenbringen

    Intralogistik und Produktion zusammenbringen

    Im Projekt BaSynaos wollen Synaos und das DFKI den Datenaustausch zwischen Assets aus der Produktion und der Logistik ermöglichen. Dabei greifen die Forschungspartner auf das im Vorgängerprojekt BaSys 4.0 entwickelte…

    mehr lesen: Intralogistik und Produktion zusammenbringen

  • Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

    Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

    Der Maschinenmarkt für Antriebe könnte bis 2030 jährlich um knapp 3 Prozent schrumpfen, Umsätze mit Werkzeugmaschinen für elektrische Antriebe wachsen hingegen mit mehr 10 Prozent. Dies prognostiziert die Unternehmensberatung McKinsey…

    mehr lesen: Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

  • IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,4 Punkten

    IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,4 Punkten

    Mit 102,4 Punkten verzeichnet das IAB-Arbeitsmarktbarometer den höchsten Stand seit Mai 2019. Das Risiko negativer Effekte durch die aktuelle Infektionslage bleibt jedoch bestehen.

    mehr lesen: IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,4 Punkten

  • Ressourcenschonender 3D-Druck

    Ressourcenschonender 3D-Druck

    Im Projekt ’BioMe’ wollen die Projektpartner die Anwendung von additiver Fertigung im Automobilbau nachhaltiger gestalten.

    mehr lesen: Ressourcenschonender 3D-Druck

  • Geschäftsklimaindex steigt leicht an

    Geschäftsklimaindex steigt leicht an

    Im aktuellen Ifo-Geschäftsklimaindex beurteilen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser als im März. Der Indexwert ist im 0,2 Punkte gestiegen.

    mehr lesen: Geschäftsklimaindex steigt leicht an