Modulare Produktionsversorgung in IIoT-Umgebungen

Close Up 6
Bild: ICO Innovative Computer GmbH

Modulare Fertigungslinien, variable Losgrößen und kürzere Produktlebenszyklen können zu einem Anstieg von Transportaufträgen in direkter Maschinennähe führen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Rückverfolgbarkeit, Durchsatz und Reaktionsfähigkeit. Ein möglicher Systemaufbau, um solche Anforderungen umzusetzen, kombiniert verschiedene Komponenten. Dazu zählen autonome und kompakte fahrerlose Transportsysteme (Mini-FTS) einerseits sowie modular strukturierte Fahrwege auf Rasterbasis. Ein automatisches Kleinteilelager mit vertikalem Aufbau dient der Zwischen- und Endlagerung, ergänzt um eine zentrale Steuerung mit offener Schnittstelle, die die Integration in übergeordnete Systeme ermöglicht. Die Architektur gestattet eine Trennung zwischen der Auftragslogik – etwa durch ERP- oder MES-Systeme – und der Ausführung in Transport beziehungsweise Lagerung. Während das übergeordnete System Transportaufträge, Zielorte und Zeitvorgaben übermittelt, verwaltet das Transportsystem eigenständig die Routen, Ladungsträger sowie die Lagerplätze.

Umsetzung mit Storojet

Im Storojet-System etwa werden Warenträger mit autonomen Mini-FTS entlang eines gestaltbaren Fahrwegnetzes bewegt. Das automatische Kleinteilelager setzt sich aus modular stapelbaren Lagertürmen zusammen, die über Lifte verbunden sind. Die Lagerung erfolgt auf Grundlage von Verfügbarkeit und Priorität. Die Kommunikation zwischen beispielsweise einem ERP- oder MES-System und der Storojet-Steuerung basiert auf einer tabellenbasierten API innerhalb eines Oracle-Datenbankschemas. Die Übermittlung von Transportaufträgen erfolgt durch definierte Einträge in speziellen Tabellen. Aus diesen Einträgen leitet die Steuerung automatisch sowohl die Routenplanung, das Ladezustandsmanagement und die Zielverfolgung, als auch die Rückmeldung von Statusinformationen ab. Diese Art der Integration gilt als besonders robust gegenüber Störungen einzelner Komponenten und kann darüber hinaus auch im laufenden Betrieb eine flexible Erweiterung von Lager- und Transportbereichen ermöglichen.

Abgrenzung zu klassischen Fördersystemen

Im Vergleich zu anderen Förderstrecken entfällt hier eine durchgehende Mechanik, was potenziell einen reduzierten Wartungsaufwand mit sich bringt. Darüber hinaus besteht eine größere Redundanz bei etwaigen Streckenunterbrechungen. Die Erweiterbarkeit kann im laufenden Betrieb vereinfacht vorgenommen werden, zudem ermöglicht das System eine hohe Flexibilität bei sich verändernden Fertigungslayouts. Allerdings ist die Nutzlast pro Fahrzeug begrenzt, womit das Konzept vor allem für Kleinteile und Anwendungen in der modularen Fertigung geeignet erscheint.

Sascha Hafeneger
Bild: ICO Innovative Computer GmbH

Autor:

Sascha Hafeneger ist
Account Manager bei
der Storojet GmbH.



  • Konjunkturerwartungen legen zu

    Konjunkturerwartungen legen zu

    Laut aktueller Zahlen des ZEW — Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, blickt die Deutsche Wirtschaft zuversichtlicher in die Zukunft, als noch Ende des vergangenen Jahres. Im Vergleich zum Dezember stieg der…

    mehr lesen: Konjunkturerwartungen legen zu

  • Neue Produktionstechnik für die Mobilität von morgen

    Neue Produktionstechnik für die Mobilität von morgen

    Um Mobilität in Zeiten von Verstädterung, Ressourcenknappheit und Klimawandel zukunftsfest zu machen, bündeln die Universität Stuttgart und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ihre Forschungskompetenzen im Innovationscampus ‘Mobilität der Zukunft‘…

    mehr lesen: Neue Produktionstechnik für die Mobilität von morgen

  • CEOs auf lange Sicht optimistischer

    CEOs auf lange Sicht optimistischer

    Im 23. Global CEO Survey von PWC rechnet mehr als die Hälfte der 1.581 befragten CEOs mit einem Rückgang des Weltwirtschaftswachstums. Auf lange Sicht zeigen sich die Befragten jedoch optimistischer.

    mehr lesen: CEOs auf lange Sicht optimistischer

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Logimat in Stuttgart

    Logimat in Stuttgart

    Trendthemen wie künstliche Intelligenz oder Nachhaltigkeit haben Auswirkungen auf die gesamte Supply Chain. Auf der diesjährigen Logimat, die vom 10. bis zum 12. März in Stuttgart stattfindet, zeigen mehr als…

    mehr lesen: Logimat in Stuttgart

  • Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung gewinnen an Bedeutung

    Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung gewinnen an Bedeutung

    In einer aktuellen Studie hat das Wirtschaftprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte weltweit mehr als 2000 C-Level-Führungskräfte zum Thema Industrie 4.0 befragt, 125 davon aus Deutschland. Die Analyse zeigt, dass für die…

    mehr lesen: Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung gewinnen an Bedeutung

  • Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

    Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

    Im Rahmen einer Studie hat IBM Unternehmen unterschiedlicher Branchen zum Einsatz von KI-Technologien befragt. Die Ergebnisse zeigen einen Aufwärtstrend bei der Nutzung.

    mehr lesen: Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

  • Neuer CEO bei NTT Data DACH

    Neuer CEO bei NTT Data DACH

    Das IT-Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen NTT Data hat Neuerungen im Management bekanntgegeben. Stefan Hansen übernimmt ab Februar die Position als CEO von NTT Data DACH.

    mehr lesen: Neuer CEO bei NTT Data DACH

  • Sicherheitskonzept für Embedded-Systeme

    Sicherheitskonzept für Embedded-Systeme

    Karamba Security stellt zwei neue Lösungen zum Schutz von IoT- und Automotive-Systemen vor. Mit VCode und XGuard Monitor erweitert das Unternehmen sein Produktportfolio um Schutzkomponenten für die Entwicklungs- und Post-Entwicklungsphase,…

    mehr lesen: Sicherheitskonzept für Embedded-Systeme

  • Bedenken bei Datenschutz und IT-Sicherheit

    Bedenken bei Datenschutz und IT-Sicherheit

    Das Internet of Things (IoT) gewinnt in deutschen Unternehmen weiterhin an Bedeutung. Dafür sprechen eine steigende Projektzahl, höhere Erfolgsquoten sowie schnellerer Mehrwert.

    mehr lesen: Bedenken bei Datenschutz und IT-Sicherheit

  • Mehrere Sicherheitsfunktionen in einem Gerät

    Mehrere Sicherheitsfunktionen in einem Gerät

    Liss Appliances vereinen wichtige Sicherheitsfunktionen auf nur einem Gerät. Damit sind sensible Unternehmensnetzwerke vor Viren, Hackern sowie unerwünschten E-Mails und Webinhalten geschützt.

    mehr lesen: Mehrere Sicherheitsfunktionen in einem Gerät

  • Appian übernimmt Novayre Solutions

    Appian übernimmt Novayre Solutions

    Novayre Solutions SL und dessen RPA-Plattform Jidoka gehören nun zu Appian. Mit dem Erwerb will das amerikanischen IT-Unternehmen seine Prozessautomatisierungsplattform um Werkzeuge für Robotic Process Automation ergänzen.

    mehr lesen: Appian übernimmt Novayre Solutions