Cyberresilienz deutscher Unternehmen oft noch ausbaufähig

Engineering team in server room viewing security breach alert of zero day exploit vulnerability. Cybersecurity coworkers collaborating to trace intrusion origin and apply emergency patches
Bild: ©DC Studio/stock.adobe.com

Laut einer Untersuchung von Dell Technologies betrachten viele deutsche Unternehmen ihre Cyberresilienz als noch nicht vollständig ausgereift. Verbesserungspotenziale sehen sie etwa bei der Testfrequenz, der Stärkung der Backup-Systeme und dem Gleichgewicht aus Prävention und Resilienz.

In der weltweiten Umfrage untersucht das Technologieunternehmen die Cyberresilienz von Unternehmen, also ihre Fähigkeit, sich von einem erfolgreichen Angriff wie etwa einer Ransomware-Attacke schnell und möglichst unbeschadet zu erholen. Dabei wurden auch 100 IT-Entscheider aus deutschen Organisationen befragt. Diese Organisationen gehören dem öffentlichen und privaten Sektor an und beschäftigen jeweils mehr als 1.000 Mitarbeitende.

Demnach verfügen zwar alle hierzulande befragten Organisationen über eine formelle Strategie für Cyberresilienz, bei ihrer Wirksamkeit zeigen sich aber große Unterschiede. So gaben 59% an, dass sie jüngst bei einer Übung oder sogar einem tatsächlichen Sicherheitsvorfall nicht in der Lage waren, den Schaden wirksam zu begrenzen und betroffene Systeme schnell wiederherzustellen.

20260120 125116 608
Bild: Dell GmbH

Zu wenig Tests?

Den Studienverantwortlichen zufolge könnte eine mögliche Ursache dafür sein, dass deutsche Unternehmen ihre Strategie nicht häufig genug testen und anpassen. So führen 18% einmal pro Monat oder öfter simulierte Cyberattacken durch, um die Wirksamkeit ihrer Strategie zu überprüfen. Gleichzeitig zeigt die Umfrage: Unternehmen, die monatlich oder häufiger testen, waren bei Übungen oder echten Angriffen bei der Eindämmung und Behebung des Schadens um ein Vielfaches erfolgreicher als Unternehmen, die nur unregelmäßig Cyberattacken simulieren.

Als weitere häufige Schwachstelle identifiziert die Befragung Backups. 83% der deutschen Befragten ist hier zwar bewusst, dass Angreifer bei Ransomware-Attacken immer öfter gezielt versuchen, Sicherungskopien zu kompromittieren. Dennoch räumte die Hälfte (50%) ein, dass sie ihre Backupdaten nicht wie erforderlich schützt. 49% setzen künstliche Intelligenz ein, um Backupdaten auf Sicherheitsverletzungen zu überprüfen, und 45% gaben an, über eine hohe Sichtbarkeit verdächtiger Aktivitäten oder kompromittierter Daten in ihren Backup-Systemen zu verfügen.

Ungleichgewicht zwischen Prävention und Resilienz

Den Ergebnissen zufolge besteht in vielen deutschen Unternehmen außerdem ein riskantes Ungleichgewicht zwischen Prävention und Resilienz. So gab eine Mehrheit von 70% an, dass ihr Unternehmen mehr in die Abwehr von Attacken investiert als in die Vorbereitung auf den Fall, dass ein Angriff erfolgreich ist. Dieses Ungleichgewicht führt den Autoren zufolge dazu, dass die Cyberresilienz häufig unterfinanziert, ungetestet und unterpriorisiert ist. Dadurch entsteht eine kritische Verwundbarkeit, weil die Wiederherstellungsbereitschaft von Unternehmen nicht mit der zunehmenden Komplexität der Cyberbedrohungen Schritt halten kann.

„Cyberattacken werden immer ausgefeilter und können auch von den besten Abwehrmaßnahmen oft nicht gestoppt werden“, erklärt Christian Scharrer, Enterprise Architect und CTO Ambassador bei Dell Technologies. „Wenn die Prävention versagt – und das wird unweigerlich irgendwann geschehen – benötigen Unternehmen ausgereifte Fähigkeiten zur Eindämmung und Wiederherstellung. Wer vorausschauend plant, gezielt in Cyberresilienz investiert und sie regelmäßig testet, bleibt auf der Höhe der Zeit und kann längere Ausfallzeiten, Datenverluste und die entsprechenden geschäftlichen Auswirkungen vermeiden.“

Die weltweiten Ergebnisse der Umfrage sowie regionale Auswertungen können hier abgerufen werden.



  • Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

    Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

    Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmensleiter weltweit sind optimistisch, dass sich der europäische Markt relativ schnell vom wirtschaftlichen Abschwung durch die COVID-19-Pandemie erholen wird. Das geht aus einem Report des…

    mehr lesen: Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

  • Neuer CSO bei Proalpha

    Neuer CSO bei Proalpha

    Der ERP-Anbieter Proalpha hat einen neuen Chief Sales Officer. Zum 1. Juli hat Michael T. Sander die Position übernommen. Er folgt auf Andree Stachowski.

    mehr lesen: Neuer CSO bei Proalpha

  • Leuze nimmt neues Distributionszentrum in Betrieb

    Leuze nimmt neues Distributionszentrum in Betrieb

    Leuze will bis Ende Juli sein neues Distributionszentrum in Betrieb nehmen.

    mehr lesen: Leuze nimmt neues Distributionszentrum in Betrieb

  • Armin Schnettler wird VDE-Präsident

    Armin Schnettler wird VDE-Präsident

    Der VDE hat mit Prof. Dr. Armin Schnettler einen neuen Präsidenten. Er folgt auf Dr. Gunther Kegel.

    mehr lesen: Armin Schnettler wird VDE-Präsident

  • Plattform für digitale Ausweisdokumente

    Plattform für digitale Ausweisdokumente

    Infineon Technologies bietet mit Secora ID eine einfach zu integrierende Sicherheitsplattform für digitale Ausweisdokumente, die kontaktlos funktionieren.

    mehr lesen: Plattform für digitale Ausweisdokumente

  • In der Krise mehr digitalisieren

    In der Krise mehr digitalisieren

    52 Prozent der Unternehmen wollen ihre Ausgaben bezüglich der digitalen Transformation erhöhen. Dies hat der Business-Software-Anbieter IFS in einer Studie ermittelt für die weltweit mehr als 3.032 Führungskräfte befragt wurden.

    mehr lesen: In der Krise mehr digitalisieren

  • Maschinenbau: Stimmungslage im 2. Quartal

    Maschinenbau: Stimmungslage im 2. Quartal

    Der exportorientierte deutsche Maschinenbau wurde von der weltweiten Corona-Pandemie hart getroffen. Das wird sich auch so schnell nicht ändern. Darauf deuten sowohl die aktuelle Stimmungslage sowie die Konjunktur- und Umsatzprognose…

    mehr lesen: Maschinenbau: Stimmungslage im 2. Quartal

  • Veränderungen in Bosch-Geschäftsführung

    Veränderungen in Bosch-Geschäftsführung

    Bosch Rexroth gibt einige Veränderungen in der Geschäftsführung bekannt. Unter anderem tritt Filiz Albrecht die Nachfolge von Christoph Kübel an, der zum Jahresende in den Ruhestand geht.

    mehr lesen: Veränderungen in Bosch-Geschäftsführung

  • Cyber Security for Critical Infrastructures

    Cyber Security for Critical Infrastructures

    Die zunehmende Digitalisierung von Unternehmen und die damit einhergehende Vernetzung praktisch aller Gebiete schaffen ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Gleichzeitig entstehen durch die zunehmende Vernetzung aber auch neue Gefahren und Cyberangriffe…

    mehr lesen: Cyber Security for Critical Infrastructures

  • Operational Technology im Fokus von Cyberattacken

    Operational Technology im Fokus von Cyberattacken

    In einer weltweiten Studie haben TÜV Rheinland und das Marktforschungsinstitut Ponemon untersucht, wie es um die Cybersicherheit von Industrieanlagen bestellt ist. Demnach ist die Operational Technology besonders gefährdet.

    mehr lesen: Operational Technology im Fokus von Cyberattacken

  • Unternehmen sehen Licht am Ende des Tunnels

    Unternehmen sehen Licht am Ende des Tunnels

    Mit dem stärksten jemals gemessenen Anstieg hat sich der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni im Vergleich zum Vormonat etwas erholt. Er liegt nun bei 86,2 Punkten.

    mehr lesen: Unternehmen sehen Licht am Ende des Tunnels

  • Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs

    Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs

    Im vergangenen Jahr haben 76 Prozent der Unternehmen Rechenleistung aus der Cloud in Anspruch genommen. Dies geht aus einer Studie von Bitkom Research im Auftrag von KPMG hervor.

    mehr lesen: Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs