Trotz Absage

Logimat-Veranstalter geben Gewinner des Preises ‘Bestes Produkt‘ bekannt

Aufgrund der Absage der Logimat 2020, musste auch die Preisverleihung ‚Bestes Produkt‘ gestrichen werden. Die drei Gewinner hat der Veranstalter Euroexpo nun bekannt gegeben.


Ein induktives Schnellladesystem, ein Multiformat-Verpackungssystem und ein System zur automatischen und anonymen Analyse manueller Arbeitsprozesse sind die drei Produkte, die in diesem Jahr als bestes Produkt der Logimat ausgezeichnet wurden. Eine unabhängige Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten hat aus 115 eingegangenen Bewerbungen drei Preisträger ausgewählt. Sie erfüllen in herausragender Weise die Wettbewerbsbedingungen: Produktivitätssteigerung, Kostenersparnis und Rationalisierung. Die ausgezeichneten Unternehmen leisten mit ihren Produkten einen Beitrag zu sicheren Prozessen, zur leichteren Anpassung an Veränderungen, zur Effizienzverbesserung und somit letztlich zur Steigerung der Produktivität in der Logistik.

Die drei Preisträger in drei Kategorien

In der Kategorie ‘Kommissionier-, Förder-, Hebe-, Lagertechnik‘ geht der Preis an das Startup Wiferion für sein induktives Schnellladesystem EtaLink 12000. Die skalierbare Energielösung ist weltweit das erste kontaktlose Batterieladesystem mit 12kW Leistung und einem Wirkungsgrad von 93 Prozent.

In der Kategorie ‘Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik, Ladungssicherung‘ geht der Preis an die Kern AG für das Multiformat-Verpackungssystem PackOnTime 2box für massgefertigte Pakete.

In der Kategorie ‚Software, Kommunikation, IT‘ geht der Preis an das Start-up MotionMiners GmbH für ihre Lösung Manual Process Intelligence (MPI). Diese KI-Lösung ermöglicht eine automatische und anonyme Analyse manueller Arbeitsprozesse.

Die Bekanntgabe der drei Gewinner sollte ursprünglich im Rahmen der Eröffnung der Logimat 2020 erfolgen. Aufgrund der verstärkten und beschleunigten Verbreitung des Coronavirus in Deutschland, insbesondere auch in der Region Stuttgart, musste die Messe jedoch aufgrund einer behördlichen Anordnung abgesagt werden.

Die Kern AG hat mit dem Konzept ‚PackOnTime 2box‘ den Zahn der Zeit getroffen. Für einen reibungslosen Versand der unterschiedlichsten Artikel muss auch die Versandlogistik optimiert und automatisiert werden. Dazu braucht es clevere Verpackungskonzepte und -systeme, welche die Verpackung zum benötigten Zeitpunkt zur Verfügung stellen. Das Multiformat-Verpackungssystem erfüllt die Anforderungen „Smart Pack – Made On Time“. Es operiert mit nachhaltigem Recyclingkarton (Wellpappe) und macht zusätzliche Füllmaterialien überflüssig. Bestellungen aller Art (Einzel- und Mehrfachartikel) werden im 3D-Verfahren vermessen und danach in die passgenaue Verpackung eingelegt. Die Schachtel wird in den individuell benötigten Abmessungen on-demand produziert und die bestellten Artikel automatisch zugeführt und verpackt. Das innovative System soll den weltweit boomenden Paketversand vorrangig ausgelöst durch den weiter stark wachsenden E-Commerce ansprechen. Durch die passgenauen Verpackungen lässt sich der ganze Prozess der Lieferkette umweltfreundlicher gestalten. Mit Recyclingkarton, der Reduktion von Füllmaterialen sowie der besseren Auslastung von Lieferfahrzeugen und der damit verbundenen Einsparung an CO2 soll dieses Ziel erreicht werden.

Herkömmliche Analysemethoden, die in der Regel durch ausgebildete Prozessingenieure ganz klassisch mittels Klemmbrett und Stoppuhr durchgeführt werden, sind äußerst kompliziert und zeitintensiv. Bei der neuen Methode Manual Process Intelligence (MPI) werden Mitarbeiter verschiedenster Tätigkeitsbereiche mit mobilen Sensoren und einem Smartphone ausgestattet. Die Lokalisierung erfolgt anonym über mobile Sensoren (Wearables) und Kleinstfunksender (Beacons). Die in den relevanten Lagerbereichen platzierten Beacons dienen, im Zusammenspiel mit dem Smartphone, der Verortung der Mitarbeiter. Aus den Prozessdaten werden automatisch die einzelnen Arbeitsschritte rekonstruiert und einer weiteren Analyse zugänglich gemacht. Die so erhobenen Daten werden mit einer hochspezialisierten künstlichen Intelligenz, der ‚MotionMiners-AI‘, analysiert, die mit einer Mustererkennungslösung auf Basis von Machine Learning alle Daten verarbeitet. Dazu werden die Bewegungen, Körperhaltungen und auch die Arbeitssituation detektiert und den Aufgaben und Regionen im Arbeitsprozess zugeordnet. Der Bewegungserkennungskatalog umfasst aktuell mehr als 50 verschiedene Tätigkeiten, wie z. B. Gehen, Wartezeiten je Region/Maschine, Picking, Handhabungszeiten je Regal, aber auch gesundes und ungesundes Bücken. Durch den Einsatz von MPI wird eine ganzheitliche Analyse und Optimierung der Prozesseffizienz und das Erkennen von Ergonomierisiken in Produktion und Logistik ermöglicht. Der Kunde erhält ein vollumfängliches Messequipment sowie Zugang zu einem Analysedashboard. Die messbaren Einsparungen lagen bei bisherigen Projekten bei zehn bis 15 Prozent mit Peaks bei 40 Prozent.

EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH