Weiter schlechter Ausblick auf den Arbeitsmarkt

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer
Das IAB-ArbeitsmarktbarometerBild: ©Christian Hutter/Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) meldet für Mai den ersten Anstieg des IAB-Arbeitsmarktbarometers seit einem halben Jahr. Der Frühindikator stieg um 0,1 Punkte auf 99,6 Punkte. Damit signalisiert er weiterhin einen pessimistischen Ausblick auf die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts.

Beschäftigungskomponente stagniert

Die Komponente zur Vorhersage der Beschäftigung in Deutschland liegt bei 100,1 Punkten und damit leicht über der neutralen Marke von 100 Punkten. Dies deutet auf eine stabile Beschäftigung hin, allerdings auf dem schwächsten Niveau außerhalb der Pandemiezeit. Besonders die Industrie verzeichnet starke Jobverluste.

Arbeitslosigkeit bleibt im pessimistischen Bereich

Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit stieg um 0,1 Punkte auf 99,0 Punkte. Damit bleibt der Ausblick auf die Arbeitslosigkeit im pessimistischen Bereich. Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs ‚Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen‘ am IAB, sagt: „Einen Einbruch gibt es am Arbeitsmarkt nicht, einen Durchbruch aber auch nicht. Dafür bräuchten wir mehr Bewegung und neue Jobs.“

Europäisches Arbeitsmarktbarometer unverändert

Das European Labour Market Barometer stagniert im Mai bei 100,1 Punkten. Der Frühindikator des Europäischen Netzwerks der öffentlichen Arbeitsverwaltungen und des IAB liegt damit weiterhin leicht über dem neutralen Wert. Weber kommentiert: „Die europäischen Arbeitsmärkte haben keine klare Richtung. Erholungsfaktoren und Rückschläge wie der Ölpreisschock gleichen sich aus.“

Methodik der Barometer

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer basiert auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen. Es existiert seit November 2008. Das European Labour Market Barometer wird seit Juni 2018 gemeinsam von 18 Arbeitsverwaltungen und dem IAB erhoben. Es umfasst Befragungen lokaler oder regionaler Arbeitsagenturen in 17 Ländern.