Infineon bringt Expertise in Quanten-Pilotlinien ein

infineon quantum wafer 1

Infineon Technologies bringt sich in den drei europäischen Quanten?Pilotlinienprojekten Supreme, Champ-Ion und Spins ein. Diese sollen die Lücke zwischen Laborforschung und industrieller Großserienfertigung schließen. Startups, kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen erhalten dadurch Zugang zu industrienahen Fertigungsinfrastrukturen.

„Das Ziel ist klar: Quantencomputer sollen in Europa entwickelt und gefertigt werden. Die Quanten-Pilotlinien schaffen genau die dafür notwendige enge und wirkungsvolle Zusammenarbeit entlang der gesamten Quanten-Wertschöpfungskette. Gemeinsam mit exzellenten Partnern stärken wir Europas Quantenökosystem und überführen wissenschaftliche Exzellenz in skalierbare industrielle Lösungen. So gelingt der Schritt der Quantentechnologie vom Labor in die reale Anwendung“, sagt Sabine Herlitschka, Head of Strategic Funding Management bei Infineon Technologies. „Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zu den Zielen des Europäischen Chips Acts und zur digitalen Souveränität Europas in dieser Schlüsseltechnologie.“

Champ-Ion (Championing a European advanced manufacturing of ion-traps)

Die Pilotlinie Champ-Ion baut Europas erste fortschrittliche Fertigungslinie für Ionenfallen?Quantenchips. Unter der Leitung der Silicon Austria Labs (SAL) vereint das Projekt 21 Partner aus sechs Ländern. Ziel ist es, die gesamte Wertschöpfungskette – von Design und Mikrostrukturierung bis hin zu Test und Validierung – für vollständig integrierte, miniaturisierte und in Serie produzierbare Ionenfallen?Systeme bereitzustellen. Diese Systeme integrieren Elektronik und photonische Strukturen auf einem einzigen Chip, um Quantencomputing und seine Anwendungen zu ermöglichen.

Supreme (Pilot line for superconducting quantum Chips)

Das von der finnischen Forschungsorganisation VTT koordinierte Konsortium umfasst 23 Partner aus acht Ländern. Im Mittelpunkt steht die Industrialisierung supraleitender Quantentechnologien. Die Supraleitung ermöglicht effiziente Qubits, die mit bewährten Halbleitertechnologien hergestellt werden können und schnelle Quantenoperationen ermöglichen. Ein zentralen Meilenstein beschreiben die Beteiligten die Entwicklung eines 200 Qubit 3D integrierten Moduls, das eine verbesserte Stabilität, höhere Fertigungsausbeute und bessere Reproduzierbarkeit demonstrieren soll.

Spins (Pilot line for industrial quantum NanoSystems)

Koordiniert von Imec treiben die Beteiligten die Entwicklung von Quantenchips auf Basis von reinem Silizium oder Silizium/Silizium-Germanium-Strukturen voran. Durch den Einsatz standardisierter CMOS Fertigung adressiert das Konsortium die Skalierbarkeit. Die insgesamt 25 Partner kommen aus neun Ländern. Sie stellen standardisierte Quantum Design Kits bereit, um Kunden parallele Prozessdurchläufe auf einer Halbleiterscheibe zu ermöglichen.

Quantencomputer ermöglichen wesentlich schnellere Berechnungen und gelten als bahnbrechende Technologien, da sie Durchbrüche bei komplexen Problemen ermöglichen, die mit klassischen Computern und sogar Supercomputern nicht zu lösen sind. Die Anwendungsfelder reichen von der schnelleren Entwicklung neuer Medikamente und neuer Materialien über die Optimierung von Lieferketten bis hin zum hoch¬effizienten Management intelligenter Stromnetze. Laut Infineon gehen Studien davon aus, dass der globale Quantenmarkt insgesamt ein Volumen von bis zu 97Mrd.US$ bis 2035 erreichen wird. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, sei eine schnelle Überführung der Forschungsergebnisse in die industrielle Fertigung notwendig, schreibt der Chip-Spezialist. Die Skalierung von Quantensystemen könne stattfinden, wenn ihre Schlüsselkomponenten zuverlässig, reproduzierbar und mit höchster Präzision in großen Stückzahlen hergestellt werden.

Insgesamt wurden sechs europäische Projekte auf unterschiedlichen Hardware-Plattformen ausgewählt, um die Entwicklung von Quantenchip-Technologien in Europa in den kommenden sieben Jahren entscheidend zu beschleunigen. Die Pilotlinienprojekte werden von der Europäischen Union kofinanziert und zusätzlich zum Teil von den teilnehmenden Ländern im Rahmen der Chips for Europe Initiative und des Chips Joint Undertaking (Chips JU) unterstützt.