
Die Munksjö Gruppe mit Hauptsitz in Schweden fertigt unter anderem technische Spezialpapiere zur Oberflächenbeschichtung von Holzträgermaterialien (Span- und MDF-Platten), Vorimprägnatpapiere, Thin Print Papers sowie Trägerpapiere für Etiketten. Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung wurde das Unternehmen im Oktober 2022 aus dem Ahlstrom-Konzern ausgegliedert. Das Ziel: ein IT-System, das unabhängig, zukunftsfähig und skalierbar ist. Bis spätestens September 2026 sollen fünf Werke von den bisherigen Altsystemen getrennt und in eine neue digitale Systemwelt überführt werden – ohne Einschränkung des laufenden Betriebs. Mit dem Projekt Sunrise entschied sich Munksjö hier für eine komplette Greenfield-Einführung von SAP Cloud ERP Private in Kombination mit dem voll integrierten und auf SAP basierenden MES-System der T.Con.
Der Projektstart erfolgte im Frühjahr 2024. Die erste Systemausprägung wurde für das Pilotwerk im baden-württembergischen Unterkochen in nur 15 Monaten realisiert – inklusive Systemarchitektur, Designphase, Integrations- und Funktionstests, Schulung sowie Go-Live am 1. Juli 2025. Heute profitiert Munksjö von einem modernen, durchgängigen ERP- und Produktionssystem – von der Materialwirtschaft bis zum Zahlungslauf.
Tiefes Branchenverständnis
Die Entscheidung für T.Con fiel nicht zufällig. Das Unternehmen bringt tiefes Branchenverständnis mit und deckt das gesamte Spektrum von ERP- und MES-Software aus einer Hand ab. Für Munksjö war zudem die Zusicherung eines klaren Zeitplans wichtig.
Die SAP-Wahl war dabei folgerichtig: Das frühere System stieß bei zentralen SAP-Modulen wie Finance (FI/CO) oder Materialwirtschaft (MM) an funktionale Grenzen. T.Con überzeugte hier mit durchgängiger Systemarchitektur und Referenzen aus dem Wettbewerbsumfeld. Auch dem Wunsch nach einem klar kalkulierbaren Investitionsrahmen kam der bayerische SAP-Partner nach und bot das Gesamtvorhaben sogar zu einem Fixpreis an. SAP-Verantwortliche wissen, dass sie handeln müssen – aber nicht, wie sie fundiert entscheiden. ‣ weiterlesen
SAP-Transformation mit Augenmaß: Sicherheit für die richtige Entscheidung
Im ERP-Bereich wurde mit SAP Cloud ERP Private eine skalierbare Private-Cloud-Plattform als zentraler Baustein für die konzernweite Geschäftsprozessintegration eingeführt. Ergänzt wird das System auf MES-Seite durch T.Con-Eigenprodukte aus der MES Suite, darunter:
- MES CAT Private als Kernsystem für die Flächenproduktion samt integriertem QM-Modul
- Smart IoT für KI-gestützte Datenanalyse in Echtzeit
- Maintenance Suite für die Benutzerfreundlichkeit im SAP Plant Maintenance (PM)
- Enterprise Logbook als digitales Schichtbuch
Zudem kommt die Trim Suite zum Einsatz. Das Verschnittoptimierungs-Tool unterstützt die effiziente rollen- und formatbasierte Produktionsplanung. Unter anderem ist die nahtlose Integration in SAP PP/DS sowie die Multi-Stage-Optimierung herauszustellen.
Da mit der MES Suite bereits viele fachspezifische Funktionen ‚Out of the Box‘ bereitstanden, mussten diese nicht neu konzipiert, sondern lediglich an spezifische Anforderungen angepasst werden. Das sparte insbesondere in der Konzeptions- und Implementierungsphase Zeit.
Analysetools für Nachhaltigkeitsreporting
Ergänzt wurde das Gesamtsystem zudem durch drei weitere zentrale SAP-Komponenten, die für den Spezialpapierhersteller strategische Relevanz besitzen – insbesondere im Hinblick auf Transparenz, Reporting und Nachhaltigkeit. So steht mit der SAP Analytics Cloud ein Tool für Datenvisualisierung und Business Analytics zur Verfügung. Damit lassen sich komplexe Produktions- und Finanzdaten zentral auswerten und in Echtzeit in entscheidungsrelevante Insights überführen.
Besonderes Augenmerk galt im Projekt auch der Integration von zwei Nachhaltigkeits-Tools: dem SAP Sustainability Control Tower sowie SAP Sustainability Footprint Management. Gerade für energieintensive Industrien wie die Papierproduktion gewinnen ESG-Transparenz, gesetzliche Berichtspflichten (z.B. durch CSRD) und unternehmensweite Klimabilanzierung massiv an Bedeutung. Die SAP-Komponenten ermöglichen es, CO2-Emissionen auf Produkt- und Prozessebene lückenlos zu erfassen, Nachhaltigkeitskennzahlen automatisiert zu reporten und basierend darauf, fundierte Entscheidungen zu treffen. Damit schafft Munksjö regulatorische Compliance und adressiert auch kommende Anforderungen entlang der Lieferkette – inklusive künftiger EU-Regelwerke wie EUDR.
Darüber hinaus begleitet T.Con das Projekt von der Datenmigration über Schulung und Berechtigungskonzepte bis hin zum Change Request Management und produktionsnahen Testphasen. Auch nach dem Go-Live bleibt der SAP-Partner mit direkter Betreuung in der Hypercare-Phase sowie durch das eigene Application Management Support Team involviert.
Blaupause für weitere Standorte
Mit dem erfolgreichen Start des ersten Werks wurde der Grundstein gelegt: Ein tragfähiges System-Template steht, das als Blaupause für alle weiteren Standorte dient. Im Laufe des Jahres werden sämtliche Werke weltweit auf die neuen Systeme umgestellt sein – auf Basis einer skalierbaren Architektur und praxiserprobter Einführungsmethodik.
Die Erfahrungen aus dem Livebetrieb fließen dabei kontinuierlich in das Gesamtprojekt ein. Anwenderfeedback, Performancebeobachtungen und fachliche Optimierungspotenziale werden aktiv zurückgespielt – in Form von Lessons Learned für kommende Rollouts sowie durch gezielte Weiterentwicklungen des Systems. Parallel realisiert T.Con bereits kundenindividuelle Anpassungen wie etwa funktionale Erweiterungen im ERP-System, zusätzliche MES-Komponenten oder neue Integrationsszenarien. Das System entwickelt sich mit den Anforderungen von Munksjö weiter.









































