CO2-Fußabdruck und Ökobilanz verbessern

ERP-Software mit integriertem Nachhaltigkeitsmanagement

Die EU Taxonomy definiert erstmals auf europäischer Ebene, was unter einer nachhaltigen Wirtschaft zu verstehen ist. In Deutschland trat kürzlich das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz in Kraft – und die Anforderungen nach transparenten Nachhaltigkeitsinformationen werden ebenfalls steigen. Unternehmen kommen am Thema Nachhaltigkeit nicht vorbei. Wer anfallende Aufgaben effektiv und effizient lösen will, könnte auf ein ERP-System mit integriertem Energiemanagementsystem setzen.

Bild: ©Sutthiphong/stock.adobe.com
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Im aktuellen Global Risk Report stellen mangelhafte Maßnahmen zum Klimaschutz das größte globale Risiko für die nächsten zehn Jahre dar. Darauf reagierte die Europäische Union mit einem verbindlichen Emissionsreduktionsziel für das Jahr 2030, dem sogenannten Green Deal, der auch die Industrie in die Pflicht nimmt. Neben der Offenlegung ihrer CO2-Bilanz sollen Unternehmen belegen, welche Maßnahmen sie zu einer Reduzierung ihres Schadstoffausstoßes ergreifen. Zusätzlich sprechen die gestiegenen Energiekosten dafür, im Unternehmen das Thema Energiemanagement zu adressieren. Um all diesen Vorgaben und Regularien zu entsprechen, benötigen Unternehmen eine korrekte und transparente Datenbasis. Denn alle Bereiche eines Unternehmens – von der Finanzbuchhaltung über die Entwicklung, den Vertrieb, Einkauf und die Produktion bis hin zum Service – beeinflussen die CO2-Bilanz. Deshalb muss das CO2-Management als strategisches Ziel in der Gesamtorganisation verankert sein und durch technische Systeme unterstützt werden. Schließlich wollen Firmen die Zusammenhänge rund um den eigenen CO2-Fußabdruck verstehen, reduzieren, kompensieren und kommunizieren. Ein ERP-System mit integrierter CO2-Bilanzierungsfunktionalität hilft den Unternehmen, der Pflicht zur Erstellung einer CO2-Bilanzierung nachzukommen. Diese Software sollte Energieflüsse und deren Wechselwirkungen im Unternehmen transparent und unter Berücksichtigung verschiedener Emissionskategorien (Scopes) darstellen können.

Emissionskontrolle bald obligatorisch?

In der Praxis zahlt eine erhöhte Nachhaltigkeit oft auch auf die Resilienz einer Firma ein. Diese bezieht sich auf den Zustand einer Lieferkette, weshalb nicht nur das Reporting an den Konzernpartner, sondern auch die Erfassung von Lieferantendaten zur Ökobilanz von Vorprodukten eine bedeutende Rolle einnimmt. Vor Auftragserteilung etwa müssen Zulieferer häufig Fragebögen zum Energiemanagement ausfüllen. Unternehmen ohne CO2-Tracking können von vornherein ausgeschlossen werden. Dabei unterscheidet man bei der systematischen Bilanzierung von Treibhausgasemissionen (Carbon Footprint) zwischen der Unternehmens- und der Produktbilanzierung. So umfasst der Corporate Carbon Footprint (CCF) alle Emissionen, die in der gesamten Wertschöpfungskette des Zulieferers ausgestoßen werden. Hier fließen neben Kohlendioxid noch weitere klimaschädliche Gase ein. Unternehmen müssen in der CO2-Bilanz jedenfalls die im Geltungsbereich der eigenen Organisation anfallenden Schadstoffe sowie indirekte, energiebezogene Emissionen angeben. Darüber hinaus sind hierbei vor- und nachgelagerte Emissionen wichtig, da eine hohe Anzahl von Schadstoffen außerhalb der direkten Produktion entsteht. Der Product Carbon Footprint (PCF) bezieht sich auf den Lebenszyklus eines Produktes und dessen Wertschöpfungskette. Diese Emissionen vollständig zu erfassen, stellt die Zulieferer vor Herausforderungen, denn sie beinhalten die Herstellung, Gewinnung und den Transport von Rohstoffen und Vorprodukten, den gesamten Produktionsprozess sowie die Bereiche Distribution, Nutzung und Entsorgung von Produkten.

ERP-basiertes CO2-Management

Eine CO2-Managementsoftware in Verbindung mit dem ERP-System bietet Unternehmen neue Hebel auf dem Weg zur Klimaneutralität. Das Fundament für Analysen und Maßnahmen bildet das ERP-System als Single Source of Truth. Damit werden kontinuierliches CO2-Tracking möglich, die Erarbeitung und Umsetzung von Reduktionsmaßnahmen sowie eine Überwachung der Emissionsentwicklung. Das Nachhaltigkeitsmanagement hilft dabei, den unternehmensweiten Energiebedarf und CO2-Fußabdruck zu erfassen, zu steuern und zu dokumentieren. So können Firmen besonders CO2-belastete Vorprodukte durch solche mit besseren Werten ersetzen oder den Ressourcenverbrauch durch konsolidierte Beschaffungsprozesse reduzieren. Technologisch ist es wichtig, alle CO2-relevanten Datenpunkte zu verknüpfen sowie weitere Analyse-Applikationen – etwa BI-Systeme – zu integrieren. Mit den so generierten Daten aus der ERP-, MES- und etwa Transport Management System (TMS)-Software ist ein auf CO2-Neutralität spezialisiertes System in der Lage, Analysen des Energieverbrauchs und der Emissionen zu berechnen. Auf Grundlage dieser Informationen wird das ERP-System zur Stellschraube, um die CO2-Emissionen in den Unternehmensbereichen zu reduzieren – von der Lieferkette, Produktentwicklung und -planung über die Absatzplanung, Fahrzeugflotte und Transportsysteme bis hin zu den Vertriebsaktivitäten. Bei all dem gilt: Je genauer die Prognosen, desto mehr Spielraum ergibt sich womöglich bei der CO2-Reduktion. KI-optimierte Prozesse könnten zu genaueren Vorhersagen beitragen.

Resümee

Sowohl gesetzliche Vorgaben als auch die wachsende Relevanz des Themas auf Konsumentenseite erfordern eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmensführung. Einige ERP-Systeme bringen eine entsprechende Funktionalität für das CO2-Management bereits mit. Mit diesen Systemen können Firmen den regulatorischen Anforderungen oft leichter nachzukommen, ihren CO2-Fußabdruck verkleinern und die Möglichkeiten zur Verbesserung der Öko-Bilanz ausschöpfen.

proALPHA Business Solutions GmbH